26.Februar.2010
Davao und Duterte
von Kai | Kategorie Allgemein
Fast jeder Philippinenfreund hat vom zum Teil sehr ungeliebten Buergermeister Rodrigo Duterte gehoert. Er liebt es als starker Mann aufzutreten und hat innerhalb “seiner Stadt” Davao City auch die Ampatuans in Schranken gewiesen, als diese mit Sirenen durch die Stadt fuhren und Waffen mit sich fuehrten.
Es wird ihm auch nachgesagt, dass er angeblich mit der Davao Death Squad etwas zu tun hat. Echte Beweise dafuer lagen allerdings noch nicht vor. Die Davao Death Squad (DDS) ist eine “Vereinigung” von angeblich ehemaligen Polizisten und Militaer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Kriminelle in Davao City einfach “hinzurichten”, wobei auch Kinder und Jugendliche unter den Opfern waren. Die Kleinkriminalitaet ging in der Tat zurueck, aber die grossen Gauner blieben unbehelligt und gehen weiterhin der Kontrolle der Prostitution und des Drogenhandels nach. Die “Hinrichtungen” finden fast immer nach dem gleichen Muster statt: Ein Motorrad auf dem zwei Maenner sitzen faehrt vorbei und im Vorueberfahren wird der Verdaechtigte einfach erschossen. Gemaess Amnesty International wurden seit 1998 mehr als 300 Menschen illegal “hingerichtet”. Es gab wiederholt Ankuendigungen von Zeugen den angeblichen Zusammenhang der DDS mit dem Buergermeister offen zu legen, aber das ist bis heute noch nicht geschehen. Verschiedene Organisationen wie z.B. Amnesty International haben in dieser Sache ermittelt und Ergebnisse angekuendigt, aber auch hier ist nichts als heisse Luft heraus gekommen. Mayor Duterte selbst hat jede Beziehung zur DDS verneint, allerdings muss gesagt werden, dass es weder ihm noch der Polizei von Davao je gelungen ist ein Mitglied der DDS festzunehmen und man bekommt nur zu leicht den Eindruck, dass Herr Duterte deren Taetigkeiten zumindest zu dulden scheint.
Ein anderer Faktor fuer den Mayor Duterte wohl bekannt ist ist sein Kampf gegen die Raucher. Lange bevor es nationales Gesetz wurde hat der Buergermeister den blauen Dunst in allen oeffentlichen Gebaeuden verboten. Als er dann das Rauchverbot auch auf Strassen und Plaetze ausdehnen wollte, traf er doch auf Widerstand und die City Ordinance wurde wieder gelockert. Es ging sogar soweit, dass in einigen Raucherzimmern das Lueften verboten wurde um den Rauchern einen Geschmack ihres eigenen Rauches zu geben. Auch diese Anordnung wurde wieder aufgehoben. Das letzte Gimmick in dieser Sache begann Anfang dieser Woche, als der Mayor Anweisung gab Sitzgelegenheiten aus den Raucherzimmern in Restaurants zu entfernen und Raucher nun nur noch im Stehen rauchen koennen. Eines der ersten “Opfer” dieser Massnahme wurde das Picobello im Gaisano South. Man koennte vielleicht vermuten, dass sich Mayor Duterte noch einmal in Erinnerung rufen wollte, da er ja Ende Juni nicht mehr Buergermeister sein wird, denn nach drei Amtsperioden, kann er bei der Wahl nicht mehr antreten. Er wird aber von seiner Tochter Sara vertreten, vorausgesetzt sie wird die Wahlen gewinnen.
Meiner Meinung nach ist Davao City gut beraten von den Dutertes in der Politik Abstand zu nehmen und einem anderen Kandidaten eine Chance zu geben. Ich kennen bereits zu viele Menschen, die wegen der DDS und der Diskriminierung der Raucher die City vermeiden. Auch wenn Davao eine positive Entwicklung durchgemacht hat, so war vieles davon auf negativen Geschehnissen aufgebaut und das kann mit Sicherheit nur verbessert werden.
Tags: davao, Mindanao, philippinen




März 7th, 2010
Vic Says :
Auf der anderen Seite fühlt man sich in Davao relativ sicher, die Stadt ist zwar baulich nicht besonders attraktiv, aber sauber! Das ist wohl landesweit bekannt – man wird auch außerhalb Davaos daraufhin angesprochen. Mit Drogen und Prostitution habe ich keine Anknüpfungspunkte.