Adams – Apayao

Adams ist ein kleiner Ort im Norden der Kordillieren und kann am besten von der Kueste aus erreicht werden. Bis 1918 liegt die Geschichte des Ortes im Dunkeln, aber wie die Legende erzaehlt, sind die Kuestenbewohner vor „Piraten“ in das Landesinnere geflohen und haben dort ein schoenes Tal gefunden, in dem sie sich niederliessen. Da alles wie Wild, Fische und Fruechte im Ueberfluss vorhanden war, nannte man das Tal „Karayan ni Adan“, was soviel wie „der Fluss von Adam“ bedeutet in Gedenken an Adam im Paradies. Im Laufe der Jahre wurde der Name zu Adams „verquatscht“. Der Fluss nennt sich heute Bolo River.

Die meissten Einwohner gehoeren ethnischen Minderheiten an; unter ihnen findet man unter anderem auch Apayao, Ifugao und Kankana-ey, sowie andere Igorots. Aber die Ureinwohner – heute in der Minderheit – sind Tinggian und sprechen auch die gleichnamige Sprache. Da es sehr viele verschiedene Sprachen in dieser Ecke gibt, dient Ilocano als Mittelsprache, die von allen auch als zweite Muttersprache angesehen wird.

Geschichtlich taucht Adams dann 1918 zum ersten Mal aus der Versenkung auf. In dieser Zeit wurde das Dorf Adams von der Town Bangui abgetrennt und zur Municipality erhoben. Lustig war, dass es ein einziges Barangay in dieser Town gab, eben  Adams. Heute hat Adams 1600 Einwohner und gehoert damit zu den kleinsten Municpios des Landes. Ansonsten gibt es von Adams aus historischer Sicht nichts zu vermelden.

Die Infrastruktur ist miserabel. Die Zufahrtsstrassen sind unbefestigt und waehrend heftigen Regens oftmals nicht zu befahren, es gibt nur wenige Bruecken trotz zahlreicher Fluesse und man muss 0efter furten, und das naechste Krankenhaus ist 50 Kilometer entfernt in Bangui, das durch sein Windkraftwerk bekannt wurde.

Als wir 2008 bei Edna und Wolfi in Cadaanan in ihrem wunderschoenen Haus am Meer waren, haben die beiden uns das als Tagesausflug empfohlen.

Wir fuhren also auf einer“ Rough Road“, die aber anfaenglich recht gut zu fahren war  in die Berge hinein. Die Strasse fuehrte in einem Flusstal entlang und war landschaftlich wunderschoen und nach jeder Kurve gab es was neues zu sehen.

Vor Adams gibt es fuer Fussgaenger zwei Haengebruecken und fuer Autofahrer zwei sehr wacklige Bruecken mit aufgelegten, unbefestigten Planken oder man faehrt bei Niedrigwasser durch den Fluss. Bei der ersten Durchfahrt waehlten wir den Fluss, bei der zweiten dann die Bruecke, da die Furt durch einen LKW, der dort gewaschen wurde, verstellt war.

In Adams fragten wir dann zuerst nach dem View Point und den Wasserfaellen und wir nahmen uns einen einheimischen Fuehrer. Wir fuhren dann aus Adams raus weiter in Richtung Sueden in die Berge hinein und nach ca. 2 Kilometern parkten wir den Wagen um zum View Point hoch zu laufen. Der war nicht wie gewohnt eine Plattform mit guter Aussicht, sondern einfach verschiedene Stellen auf dem Bergipfel, von denen man eine herrliche Aussicht hatte, unter anderem leider auf groessere Brandrodungsgebiete. Schade dass Kaingin (Brandrodung) immer noch in manchen Teilen des Landes betrieben wird. Allerdings mussten wir vor dem Aufstieg zu den View Points eine Weile warten, weil die lokale Polizei da oben gerade Schiessuebungen machte und wir hoerten es immer wieder krachen. Auch nachdem wir aufstiegen und oben waren wurde weitergeschossen, aber nicht mehr in unsere Richtung.

Die Weiterfahrt zu den Wasserfaellen endete erst einmal in einem winzigen Dorf, wo sich unser Guide wiederum einen Fuehrer holte, da er den genauen Weg selbst auch nicht kannte. Danach fuhren wir auf einer  sogenannten „Strasse“,  die sich bald in einen Pfad verwandelte soweit wie es eben ging. Dabei mussten wir drei Fluesse durchqueren wovon die letzten beiden wieder mal am Limit des machbaren waren, die letzte war wegen der Kurveneinfahrt und der extremen Stroemung auch ein wenig Angst einfloessend. Nach der letzten Durchquerung ging es noch ein paar hundert Meter weiter und dann war auch der Pfad zu Ende, beziehungsweise  zu schmal zum weiter fahren. Wir liefen los und der Weg sollte etwa noch 30 Minuten  lang sein, nur schien das mit dem Zeitgefuehl alles nicht so zu klappen, denn im Verlauf des Weges wurden die dreissig Minuten zu 2-3 Stunden. Wegen der draeuenden Regenwolken entschlossen wir uns zur Umkehr, denn bei Regen kaemen wir nicht mehr ueber die Fluesse, diese koennen dann innerhalb einer halben Stunde ueber 1,5 Meter tief sein an der Furt.

Etwa 50 Minuten spaeter waren wir wieder in Adams und prompt kam der erste Schauer. Eine Stunde spaeter regnete es wie aus Kuebeln.

In Adams assen wir in einer „Waitingshed Karaoke Bar“ einige Bananen und unsere Damen wollten singen, also wurde mal ein wenig gesungen. Im Bolo River waren Kinder am Baden und sie sprangen von einem etwa 8-10 Meter hohen Felsen in den Fluss.

Gegen 4.30 am Nachmittag war dann die Rueckfahrt in stroemenden Regen geschafft und der wurde etwas weniger nach der Ankunft an der Kueste.

Und dann waren wir wieder bei Wolfi und Edna angekommen. Das Abendessen war wie immer „allerste Sahne“ und abends schliefen wir nach einigen SMB ganz besonders gut.

Cadaanan, der Heimatort von Edna, liegt an der Kreuzung nach Adams. (ist leider nicht auf dem Kartenausschnitt)

Wer dort oben im Norden weilt, sollte einen Ausflug nach Adams einplanen, denn landschaftlich lohnt es sich, da man ueberall noch viel unverdorbene Natur sehen kann. Wer keine Auto hat muss eben eines oder zwei der Habal Habal (Mietmotorraeder mit Fahrer) mieten um dort hin zu kommen.

Fuer die Fotos: hier klicken

Share This Post
Related Posts
Orchideensuche
Willkommen bei Phil-Life.net
Der erste Diebstahl

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>