Als zwei Adam und Eva spielten…. 2. Teil

Am naechsten Morgen bereitete die Frau von Claus das Fruehstueck und rief die Muellers aus ihrem Zimmer, aber als die sahen, was auf dem Tisch stand, dankten sie und meinten, sie wuerden wohl doch lieber das essen, an das sie alle gewohnt seien. Sie warteten also, bis die anderen Familienmitglieder alle gegessen hatten, und machten sich dann auf dem Kuechentisch breit. Gemuese, Fleisch, Fisch, Obst und allerlei anderes wurde aus Tueten genommen und auf dem Tisch ausgebreitet. Davon wurde aber nichts gekocht oder gar gewaschen. Alles wurde roh gegessen und nur mit den Haenden, wobei die aber vorher auch nicht gewaschen worden waren. Als die Familie mit dem Essen fertig war, standen sie auf und liessen alles so stehen wie sie es ausgebreitet hatten mit der Bemerkung, dass sich ein Abraeumen ja nicht lohne, da man in wenigen Stunden  wieder essen wuerde. Da gab es aber zuerst einmal ein Donnerwetter vom Claus, da er damit natuerlich nicht einverstanden war. Unmuetig raeumten die Muellers also ihren „Verhau“ weg und fuellten alles wieder in Plastiktueten.

Etwas spaeter kam der Chef vom Immigration  Office vorbei und erkundigte sich nach dem Wohlergehen der neuen Gaeste von Claus.  Mit ihm war ein Reporter gekommen, der wohl dachte er koennte  einmal in seinem Leben  „DIE STORY“  schreiben. Der Chef der Immigration war sehr freundlich zu den Muellers, aber der Reporter belaestigte sie mit Fragen, so dass die sich immer tiefer in ihr Schneckenhaus zurueck zogen und gar nichts mehr von ihnen zu erfahren war. Claus bat nun den Immigration Chef um Aufschub und versprach ihm naechste Woche, wenn es der Familie besser ginge mit ihnen im Buero vorbei zu kommen. Der stimmte zu und ging, waehrend der Reporter nun wirklich mit Claus sprechen wollte. Er fragte ihn direkt, ob er gehoert habe, dass die Muellers ihre beiden Kinder verkaufen wollten. Das verneinte Claus natuerlich und warf den Reporter kurzerhand aus dem Haus, aber nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es rechtliche Konsequenzen haben wuerde, sollte er seine „Raeuberpistole“ veroeffentlichen.

Spaeter am fruehen Nachmittag brach Monika mit hohem Fieber zusammen und Claus plaedierte, dass sie unbedingt ins Krankenhaus muesse. Das wurde von Helmut abgelehnt, der meinte, dass sie im Normalfall immer auf Krankenhaeuser und Aerzte verzichten wuerden, weil sie keinerlei „chemische Medikamente“ nehmen wuerden, sondern nur Naturheilmittel vertrauten. Aber er stimmte immerhin zu, dass ein „Herbalero“ geholt wurde, der sich die Familie mal ansehen sollte. Der kam dann auch und „verschrieb“ nach der Untersuchung allerlei Kraeuter nicht ohne Vicky – die Frau von Claus – darauf  hinzuweisen, dass Monika unbedingt einen richtigen Arzt sehen sollte, da er da mit seinen Kraeutern nicht viel ausrichten koenne. Er stellte auch fest, dass die gesamte Familie von Wuermern befallen war. Da die Widerstandskraft der Muellers durch das Erlebte der letzten Wochen nicht die Beste war, verabreichte der „Herbalero“ auch staerkende Kraeuter, die wohl wichtige Vitamine enthielten. Und er „verordnete“ der ganzen Familie ein Bad, da es um deren Hygiene schlecht bestellt war. Fuer Monika kam aber nur ein Waschen im Bett in Frage. Das Bad der Muellers „bestand“ aus einem Abspritzem mit dem Gartenschlauch ohne Seife und Shampoo, da das ja nun auch wieder „chemisch“ war und nach dem Abtrocknen wurden die schmutzigen Klamotten einfach wieder angezogen.  Zwischenzeitlich hatte  Vicky Monika gewaschen und dabei festgestellt, dass diese keine Unterwaesche trug und auf erstauntes Fragen hin von ihr bestaetigt bekam, dass das bei ihnen so ueblich sei. Auch der Saeugling war gebadet worden und trug zum erstenmal in seinem jungen Leben richtige Windeln, von denen die Muellers ansonsten auch nichts hielten.

Nach dem Abendessen, das fuer die Muellers in gewohntem Rahmen ablief,  begann Claus nun doch etwas zu bohren und meinte sie muessten schon erzaehlen, was sie in den letzten Wochen und Monaten gemacht hatten, da er dem Immigration Chef ja was sagen muesste in den naechsten Tagen. Helmut begann zu erzaehlen. Nachdem sie Gensan letztes Jahr verlassen hatten, fuhren sie bis nach Surallah und wanderten von dort in die Berge. Von weitem sahen sie einen groesseren See mit einer kleinen Ortschaft und da sie ohne Zivilisation leben wollten, machten sie einen grossen Bogen um den See. (vermutlich Lake Sebu) Sie waren dann immer bergan gelaufen und kamen am zweiten Tag ihrer Wanderung an einen kleinen Bergsee in dessen Umgebung sie sich niederliessen. Da sie kein Zelt hatten, wurde aus Astwerk und Blaettern erst einmal eine Art „Huette“ gebaut in der man schlafen konnte. Grass und Laub bildeten die Matratze. Dort oben hatten sie gutes Trinkwasser, es gab Fische im See und mit Hilfe von Schlingen gelang es ihnen gelegentlich auch Kleinwild zu fangen. So lebten sie dort einige Monate mehr recht als schlecht bis bei Monika die Wehen begannen. Nun Eva hatte ihre Kinder ohne Aerzte zur Welt gebracht also konnten sie das auch. Sie hatten Glueck, dass die Geburt ohne weitere Komplikationen verlaufen war, und Monika gebar ein gesundes Maedchen. Sie nannten das Baby Simone. Drei Wochen nach der Geburt wurde die Muttermilch weniger und reichte nicht mehr fuer das Baby. Sie waren nun gezwungen etwas zu tun und Helmut zog los um unten in dem Ort am See um Hilfe zu bitten. Der Buergermeister fackelte nicht lange und schickte einige Maenner zum Lake Maugham hoch – so hiess der See an dem die Muellers gelebt hatten – um den Rest der Familie abzuholen. Am naechsten Tag wurden sie nach Surallah gebracht und fuhren von dort mit dem Jeepney nach GenSan. Dort mieteten sie sich in der anfangs erwaehnten Huette am Strand ein, bis eben die Nachrichten ueber sie durch die Radiostationen zu geistern begannen.

Claus war ueber soviel Naivitaet sein Leben fuehren zu wollen erst einmal geschockt und sprachlos.

Fortsetzung folgt….

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