Armut…wie sollte man das sehen?

Heute gab es mal wieder einen neuen Survey vom SWS (Social Weather Stations) und hier gab es im Vergleich zum Dezember 2009 schockierende Ergebnisse, schockierend zumindest fuer die, die das Land nicht so gut kennen, denn 43% der Bevoelkerung behaupteten, sie haetten nichts zum Essen gehabt in den letzten 3 Monaten. (Gemaess den Nachrichten vor 18 Minuten in ABS-CBN) Um das zu verstehen muss man die Art der Befragung kennen, denn die wurde dieses Mal beim bekannt geben oder  deren Ergebnisse nicht erwaehnt, was eigentlich ansosnsten immer getan wird. Die Frage lautetete eigentlich: Haben Sie einmal oder oefter in den letzten drei Monaten eine Mahlzeit ausfallen lassen muessen?

Nun ich haette dann wohl jedesmal in den letzten 20 Jahren mit ja antworten muessen, obwohl ich ganz sicher nicht arm bin. Aber es gab eben genug Gelegenheiten, wo ich zum Essen einfach keine Zeit hatte, oder wo Umstaende mich am Essen hinderten. .

Das ganze ist eine sogenannte Armut, die selbst eingestuft wird. Ich kenne genug Filipinos, die in der Landwirtschaft taetig sind, aber sich selbst als arm bezeichnenen, da sie kein Bargeld in der Tasche haben, obwohl sie zwei Autos fahren, ein schoenes Haus haben, aber als Landwirte nicht immer „reich in Bargeld“  sind. Schliesslich muessen sie Altschulden abtragen und fuer die neue Pflanzung planen. (Darueber koennte man einen Roman schreiben, aber nicht hier an dieser Stelle.) Man muss solche Aussagen dementsprechend evaluieren!

Niemand – und ich meine das – verhungert auf den Philippinen. Das ist nicht Somalia oder ein anderes extrem armes Land. Das Hauptproblem ist, dass Arme auf den Philippinen erwarten, dass die Regierung es ihnen schuldet, dass man sie „fuettert“. Wenn die Regierung  das nicht macht, gibt es negative Aussagen.

Auch sogenannte Festsstellungen, dass Arbeiter noch nicht mal einen Dollar am Tag verdienen sind laecherlich. Ich kann keinen Hilfsarbeiter finden, der mir unter 5 Dollar am Tag auch nur einen Handschlag macht.  Im Jahre 2000 bin ich noch mit drei Dollar weg gekommen in Bukidnon fuer landwirtschaftliche Arbeiter, aber das ist sehr rural und dementsprechend auch billiger. Aber auch dort muss ich heute mindestens 5 Dollar abdruecken. In den Grosstaedten geht unter 7 Dollar gar nichts und wenn man das Bruttosozialprodukt und das pro Kopf Einkommen anschaut, dann sieht man, dass diese Angaben nicht hinhauen koennen.

Es gibt genug Armut hier, aber das ist alles bei weitem nicht so schlimm, wie in einigen afrikanischen Laendern.

Zumindest muss hier niemand verhungern!

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