Auf der Bondoc Halbinsel – Luzon

Vor unserer Fahrt auf die Bondoc Halbinsel hatten wir in Mauban in Quezon uebernachtet. Obwohl die Sonne schien am Morgen – was nach dem miesen Wetter vom Vortag erfreulich war – begann der Tag nicht sehr begeisternd. Meine Frau zerschlug aus Versehen eine kleine Vase  und dafuer mussten wir 250 Pesos „abdruecken“. Eine solche Vase kann man in jedem Ramschladen sicherlich fuer unter 50 Pesos kaufen. Der Preis war also echt ueberzogen.

Wegen der stuermischen See mussten wir auch unseren geplanten Ausflug nach Cagbalete streichen. Die Insel soll sehr schoen sein, aber da ueberall in Mauban Plakate haengen, auf denen Strandgrundstuecke auf Cagbalete angeboten werden, wird es wohl mit der Schoenheit bald vorbei sein.

Danach fuhren wir los. Nachdem die Strasse nach Atimonan nicht existierte, fuhren wir ueber Pagbilao Richtung Sueden. Wir erreichten den Transphilippine Highway und fuhren dort nach Osten bis wir an die Abzweigung nach Padre Burgos kamen. Dort bogen wir rechts ab und befanden uns auf dem Weg zur Bondoc Halbinsel.

Die Bondoc Halbinsel liegt im Sueden von Quezon und ist ein Teil dieser Provinz. In der Mitte zieht sich eine ausgedehnte Huegelkette entlang der Halbinsel nach Suedosten und schwing am Ende der Halbinsel Richtung Sueden. Die Menschen auf Bondoc leben in erster Linie von der Fischerei und der Landwirtschaft, wobei sich diese hauptsaechlich auf Kopra und Reis beschraenkt. Ueber die Besiedlungsgeschichte von Bondoc habe ich nichts im Internet gefunden und die Menschen dort konnten uns auch nichts genaueres erzaehlen. Allerdings hat die Halbinsel in neuerer Zeit fuer Schlagzeilen gesorgt. So ist die NPA (New Poeples Army), der bewaffnete Arm der kommunistischen Partei der Philippinen, sehr aktiv auf der Halbinsel. Besonders in der Gegend um San Narciso finden haeufig Gefechte zwischen Regierungstruppen und den Rebellen statt. Der Kongressman von Bondoc fiel unangenehm auf, als er im Le Cirque in New York im letzten jahr die Rechnung fuer das Dinner fuer die Praesidentin und der gesamten Begleitung bezahlte. Das waren immerhin etwa 20000 US Dollar. Die haette er wohl besser fuer seinen Distrikt verwendet, gehoert die Bondoc Halbinsel doch zu den aermsten Gebieten des Landes. Hier herscht nicht das philippinische Gesetz, hier herrscht das Gesetz der Grossgrundbesitzer und der Rebellen. Und beide fackeln nicht lange, wenn man ihnen nicht gehorcht.

Zum ersten Mal hielten wir an einem Strand bei Padre Burgos an. Dort gibt es auch zwei Resorts, wenn jemand hier die idyllische Ruhe geniessen will. In Agdangan kann man den auffaelligen Turm des Luminous Cross Sanctuary’s bewundern.

Nun erst kamen wir auf die eigentliche Halbinsel. Was einen verwundert sind die Strassen. Wir hatten Piste erwartet, da diese auf der Karte als untergeordnete Strassen und Pfade eingezeichnet sind, aber man findet wunderschoene breite und betonierte Strassen mit einer vorbildlichen Ausschilderung. Das sieht man sonst sehr selten hier im Land. Allerdings sind die Strassen nicht sehr „touristenfreundlich“. Dichter Bewuchs und Erdwaelle behindern zumeist die Fernsicht. Es dominieren zur linken die sanften Huegel der Halbinsel, die bis oben mit Kokosnusspalmen bewachsen sind. Auf der rechten Seite kann man gelegentlich das Meer sehen, da die Strasse leider nicht immer am Ufer entlang fuehrt.

Als wir in Unisan ankamen, assen wir dort in einer gut besuchten Carenderia unser Mittagessen. Das Essen war sehr gut und spottbillig. Die Frau des Eigentuemers kam von den Visayas und war erfreut eine Landsfrau zu treffen. Auf Grund einer ausgedehnten Unterhaltung mit der Dame und deren Mann dauerte unser Lunch Break fast zwei Stunden.

Wir fuhren weiter, denn wir wollten unser Tagesziel Mulanay noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Einige Kilometer vor Mulanay fuehrt die Strasse direkt am Meer entlang und dort gab es sehr viele und alte Mangroven.

Es gibt zwei Unterkuenfte in Mulanay. Ein halb verfallene Lodge und eine Pension namens Friends Jann. Das Zimmer kostete mit TV und Klimaanlage immerhin 750 Pesos, was fuer eine derart laendliche Gegend ganz schoen teuer war. Wir checkten ein und meine Frau legte sich etwas aufs Ohr und ich machte einen Rundgang durch den Ort. Ich fand es sehr nett von ihr, dass sie sich fuer mich ausruhte nach der ganzen Fahrerei.

Der Ort ist ganz nett und auch sehr geschaeftig. Es gibt eine kleine alte Kirche und einen schoenen ockerfarbenen Sandstrand. Aber es gibt keinerlei touristische Einrichtungen. Davon ist diese Gegend noch verschont geblieben und deswegen sind die Menschen hier auch noch sehr nett und unverdorben.

Es gibt ein einziges Restaurant am Ort – Splits Pizza – aber leider schliessen die um sieben Uhr und wir kamen zu spaet. Die drei Carenderias am Ort hatten nichts mehr und so gab es nur Sardinen aus der Dose und Kraecker.

Auf dem Zimmer gab es auch keinen Tisch und es war schon schwierig meine Reiseeindruecke nieder zu schreiben.

Am naechsten Morgen waren wir wieder mal frueh auf Achse und fuhren auf die Ostseite der Bondoc Halbinsel.  Die Durchquerung fand auf ebenso guten Strassen statt wie die Fahrt nach Mulanay selbst. Auf kurvenreicher Strecke ging es durch die Huegel. Leider hatte man selten gute Sicht denn die Kokosnusswaelder (Haine kann man das nicht mehr nennen) verdecken die gute Aussicht. Nach 22 Kilometern kamen wir an die Kueste und fuhren einige Kilometer nach Sueden um uns San Narciso anzusehen.

San Narciso ist ein nettes Staedtchen, das auf einer eigenen kleinen Halbinsel liegt. Zwischen Bondoc und dieser Halbinsel ist eine langgestreckte sehr stille Bucht. Da es in Bucht kaum Stroemung gab und die Stadt ihre Abwaesser ungeklaert ins Meer leitete roch es schon sehr schlecht und wir hielten uns dann auch nicht laenger am Meer auf.

Wir fuhren wieder Richtung Norden, obwohl wir nur einen Teil der Halbinsel gesehen hatten. Leider existiert keine Rundstrasse im Sueden der Halbinsel und denselben Weg zurueck fahren, den wir gekommen waeren, wollten wir eigentlich nicht. Ab Abuyon fuhren wir dann auf recht guter Piste weiter in Richtung Lopez am Transphilippine Highway.

Aber Piste oder nicht, auch hier war die Ausschilderung vorzueglich. Jede Kurve, jede Bodenwelle wurde ueber Verkehrzeichen angekuendigt. Hier koennte so mancher Gouverneur von einer anderen Provinz etwas lernen! Hier habe ich auch zum ersten Mal auf den Philippinen das internationale Schild fuer „Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung“ gesehen.

In Buenavista bogen wir nun auf eine Strasse in Richtung Lopez ab und als wir die Gemeindegrenze zwischen Lopez und Buenavista erreichten wurde die Strasse zur uebelsten „rough road“ ohne jede Instandhaltung. Tiefe Loecher und Furchen zeichneten die „Strasse“ aus. Da kann man dann doch die Prioritaeten verschiedener „Mayors“ erkennen.

Wir waren froh als wir in Lopez ankamen und assen unser verspaetetes Mittagessen in  Rospans Lodge und Restaurant direkt am Highway. Das  Essen ist gut und empfehlenswert; der Bicol Express brennt „zweimal“.

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