Auf einem Balangay

Mein Fuss rutschte laufend  von dem mit Palmblaetter abgedeckten Dach der “Diwata ng Lahi”, als ich versuchte mit einer Kamera – Stativ Kombination auf dem Balangay (ein fruehes philippinisches Boot aus dem 11.  Jahrhundert) zu balanzieren. Jeder ploetzliche Ruck oder Fehltritt haette den Verlust von wertvoller Ausruestung an den maechtigen Meeresgott Poseidon bedeutet. Zu erwaehnen waere wohl noch die Moeglichkeit eines nassen und moeglicherweise verletzen Fotographen. Noch dazu waere ich wohl der erste Mensch der Moderne gewesen, der von einem Balangay ins Wasser gefallen waere, als das Boot in der Mitte der Manila Bay segelte.

Gluecklicherweise war es ein ruhiger Segelturn. Das Balangay glitt durch das Wasser mit zirka 4 Knoten. Ich war in der Lage einen guten Halt fuer meinen Fuss auf der gegenueberliegenden Seite zu finden und beendete meine Shots in einem vollstaendigen  Kreis. Das sind so die spannenden Momente von 360 Grad Panorama Fotographien. Manchmal lebt man “gefaehrlich” in einem Moment voller Angst um dann spaeter damit anzugeben.

Einen Tag bevor das Balangay die Segel setzte fuer die historische Jungfernfahrt durch die Philippinischen Inseln, fand ich schliesslich die Zeit auf ihrer ersten und letzten Uebungssegeltour innerhalb der sicheren, begrenzten Umgebung der Manila Bay mitzufahren. Nachdem ich von Anfang an vom Bau bis zum Stapellauf des Balangays dabei war, fand ich mich mit dem Boot verbunden vom Moment meines Betretens am heutigen Tag. Wie ein Vater, der sein Kind beim heranwachsen beobachtet, war das Boot nun bereit “die Welt zu erobern”, auch mit dem Wissen, dass das Meer manchmal “hart” sein wuerde und mit Stuermen aufwarten wuerde. Ich bin aber zuversichtlich, dass das Boot sein endgueltiges Ziel ihm zum Ruhme erreichen werde.

Wir begannen unseren Trip gegen 10 Uhr morgens bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein mit einer leichten Brise jenseits der Wellenbrecher vom CCP. Die See war ruhig und sah sogar “sauber” aus, ein perfekter Tag zum Segeln.

Unterstuetzt von “Tiririt”, ein motorisiertes Servicebot fuer das Balangay “Diwata ng Lahi”, setzten wir die bunten, Vinta aehnlichen Segel, nachdem wir die richtige Position im Wind erreicht hatten. Von diesem Moment an ist das Boot in seinem Element; es segelte ebensogut wie seine antiken Geschwister aus seiner “gallanten” vergangenen Zeit, in der das Balangay die Philippinischen Meere beherschte. Dieses Unternehmen hofft den Stolz der Filipinos und der Malayischen Rasse auf ihr seefahrerisches Erbe zu erwecken, auf das jedermann stolz sein kann.

Eine Geschichte von Fung Yu, veroeffentlicht im Philippine Daily Inquirer uebersetzt von Kai

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