Bacolod und Umgebung

Als wir Anfang April in Mambucal auf Negros gewesen sind, stand auch ein Ausflug nach Bacolod auf dem Programm. Klaus, der uns ja in Mambucal besuchte, wollte uns Bacolod und die naehere Umgebung zeigen. Ausserdem wollten wir von Bacolod aus weiter nach Panay reisen.

Mambucal mit seinen Wasserfaellen, Schlamm- und Schwefelquellen, dem Schmetterlingspark, den Pools und natuerlich den abertausenden von Flughunden hatte uns sehr gut gefallen und so gingen wir nicht sehr gerne, aber wir mussten ja weiter.

Nach dem Mittagessen verliessen wir Mambucal um nach Bacolod zu fahren. Dort wollten wir uns mit Klaus treffen, der auch schon ein Zimmer fuer uns reserviert hatte.

Auf der Fahrt nach Bacolod begleitete uns der Mount Kanlaon auf der linken Seite und da das Wetter gut war, hatten wir eine ausgezeichnete Sicht. Klaus erwartete uns in Bacolod und brachte uns zur Bacolod Pension. Wir hatten ein Zimmer am Court Yard und die Zimmer sind geraeumig und sauber. Mit 480 Pesos fuer das Doppelzimmer mit AC und warmem Wasser im Bad waren sie auch sehr preiswert.

Wir ruhten uns erst ein wenig aus und trafen uns dann um fuenf Uhr mit Klaus und gingen zu Giorgos Restaurant, wo sich an jenem Abend der deutsche Stammtisch traf. Frauen waren damals am Stammtisch „off limits“ und so gingen sie in die Mall zum Geld ausgeben.

Der Abend war sehr nett mit deutschem Essen, das ok war, aber sicher nicht das Gelbe vom Ei. Ich lernte einige nette Leute kennen und spaeter kamen dann auch die Frauen, aber sie setzten sich an einen anderen Tisch.

Gegen neun Uhr war das Treffen beendet und wir fuhren zurueck in die Pension, wo wir noch einen ruhigen Abend verbrachten.

Am naechsten Tag trafen wir uns mit Klaus und seiner Frau nach dem Mittagessen und die beiden zeigten uns einige Highlights von Bacolod.

Wir besuchten zuerst das Museum, aber im Vergleich zum Museum in der Siliman Universitaet in Dumaguete faellt es dann doch sehr ab. Wie ueblich war fotographieren nicht erlaubt. Was aber absolut sehenswert ist in diesem Museum ist die Sammlung von Spielzeugen aus aller Welt. Das ausgestellte Spielzeug ist zum Teil hunderte von Jahren alt und es war auch etliches aus Nuernberg vertreten.

Anschliessend besichtigten wir die Kirche mit dem dazugehoerigen Bischofshaus, wobei letzteres eher enttaeuschend ist. Die Kirche ist beeindruckend von aussen und innen und hat herrliche, bunte und bleiverglaste Fenster mit christlichen Motiven. Auch die Plaza vor der Kirche ist sehenswert.

Danach schauten wir im Department von Tourism vorbei und erkundigten uns nach dem Kaitulari Resort. Da es aber mit Mambucal nicht vergleichbar sein soll, verzichteten wir darauf, dort ein oder zwei Tage zu verbringen. Das Resort liegt noerdlich von Castellana, sollte jemand Interesse haben, dort hin zu fahren.

Das Nachtessen gab es in Giorgios diesesmal mit Frauen und ohne Stammtischbrueder.

Am naesten Tag besuchten wir Silay City. Silay ist sozusagen die alte „Zuckerhauptstadt“ von Negros. Hier lebten frueher viele „Zuckerbarone“ die mit Zuckerrohr reich geworden waren. Man kann daher auch einige schoene alte Haeuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende dort sehen.

Silay liegt etwa 18 Kilometer noerdlich von Bacolod und dort findet man auch den neuen Flughafen. Ausserdem ueberlebten dort etwa 30 alte Haeuser aus der Bluetezeit von Silay.  Auch die Kirche ist sehenswert mit bleiverglasten Fenstern und einer schoenen Kuppel.

Was aber wirklich ein Muss in Silay ist, ist eine Besichtigung des „Balay Negrense“, ein Haus eines Zuckerbarons, bei dem alles noch so erhalten war, wie vor etwa 80-100 Jahren. Das Haus wurde fast vollstaendig renoviert und die Moebel stammen alle aus der Zeit um 1900. Auch die fuer die Renovierung verwendeten Baustoffe entsprachen denen der damaligen Zeit.

Das Haus wurde seit 1973 nicht mehr bewohnt und die Eigentuemer – die Familie Gaston – stellten das Haus Anfang der 90er Jahre fuer eine Renovierung zur Verfuegung,  um sicher zu stellen, dass auf lange Sicht wenigstens ein Haus dieser Art ueberleben wird. Das Haus war unterkellert, etwas das auf den Philippinen sehr ungewoehnlich ist. Allerdings darf man sich die Keller nicht so wie in Deutschland vorstellen; es sind eher alte Gewoelbe fuer zwergwuechsige Menschen.

Alle Fotos im Haus wurden ohne Blitzlicht gemacht, um die einmalige Stimmung zu erhalten und wiederzugeben. Denn das Haus wirkt im inneren eher duester mit scharfen Kontrasten in Fensternaehe, was das Fotographieren extrem erschwerte.

Anschliessend wollten wir einen Schmetterlingsgarten in der Naehe besuchen, aber der war mittlerweile geschlossen worden und sollte auch nicht wieder eroeffnet werden.

Auf dem Rueckweg fuhren  wir noch bei einer alten Dampflokomotive vorbei, die damals bis in die Moderne das Zuckerrohr zu den Muehlen transportierte. Diese Lok steht am Eingang einer Subdivision und sollte eigentlich renoviert werden, aber da kaum Bauplaetze dort verkauft wurden, vergammelt die Lok nun vor sich hin. Das ist sehr schade. Da die Bank alles uebernommen hat und nun stueckweise versteigert, wird es wohl auch in Zukunft niemanden geben, der sich um die alte Lok kuemmern wird.

Am Abend durfte ich dann noch einiges an Kartenmaterial bei Klaus einscannen und anschliessend verabschiedeten wir uns. Ich moechte ihm und seiner Frau auch noch einmal an dieser Stelle danken fuer die gewaehrte Gastfreundlichkeit und die kundige Fuehrung durch Bacolod.

Das letzte Abendessen gab es in Bobs Cafe mit einer grossen Auswahl an Kuchen und Mahlzeiten wie Pasta, Sandwiches und Wuerstel.

Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf die Weiterfahrt nach Panay. Die Montenegro Lines bieten Faehrueberfahrten nach Panay an fuer damals 1275 Pesos fuer das Auto mit Fahrer alle Hafengebuehren inklusive.

Fuer die Fotos: Hier klicken

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