Bantayan – alles halb so schlimm 3. Teil

Auf dem Rückweg zu unseren Zimmern, führt unser Weg am Generatorhäuschen vorbei. Die Zunge will was fragen, erhält aber vom Gehirn ein Redeverbot: „Psst, Urlaub …, geben ihr Bestes …,“ Ach so! Wir gehen schweigend weiter. Wir entschliessen uns den Tag mit Spielen zu verkürzen: Schach, Rommee, Kniffel, etc. wir sind vorbereitet! Nach dem Mittagessen, fordert unser Ältester mich zu einer Runde Billiard heraus. Warum nicht! Also wir spielen eine Weile, ich bin gerade dran, da … was war denn das? Ich fasse mit der Hand in mein Haar, Vogelscheiße! Uns ist zwar aufgefallen, dass in den Deckenbalken Vögel nisten, auch dass die Bedienung morgens erst mal den verschi… Boden reinigt und den Schutzüberzug vom Billiardtisch nimmt. Aber sowas empfinde ich als Mist! Innerlich koche ich, von wegen Urlaub und alles halb so schlimm! Ich breche das Spiel ab und gehe erst mal Duschen. Ich ekle mich noch Stunden danach.

Nach dem Duschen gehe ich erst mal zur Rezeption. Da wir keinen Fernseher auf dem Zimmer haben, will ich dort mal schauen, wie denn die Wetterprognose lautet. Die sieht aber gar nicht gut aus, denn da scheint sich ein Typhoon zu entwickeln. Meine Frau meint auch, dass es wenig Sinn macht bei Regen hier auf besseres Wetter zu warten, gerade wenn sich noch ein Typhoon zusammen braut. Wir entschliessen uns zur Abreise am Folgetag. Aber wir erreichen unseren Fahrer nicht und müssen doch noch einen Tag dranhängen.

Am anderen Morgen steht überall das Wasser. Der Eingangsbereich des Resorts steht unter Wasser. Auch in die Zimmer ist der Regen eingedrungen.

Als wir dann am nächsten Tag den Rückweg antreten, bemerken wir, dass die Fähre bereits im Hafen mächtig schaukelt. Ich denke mir nicht soviel dabei, immerhin sind wir ja in 1 Stunde an unserem Auto! Auf der Fähre sehen wir dann noch den belgischen Restaurant-Betreiber, bei dem wir am Vortag gegessen haben. Mit Frau und Kind geht er die Treppe hoch, „besserer Ausblick“ meint er. Irgendwann fragen dann die Kinder, ob das Schaukeln normal sei? Also wenn ich die Farbänderung in deren Gesicht so anschaue, dann sicher nicht. Trotzdem versuche ich sie zu beruhigen und erkläre, dass das Wetter wohl ein wenig Bewegung ins Meer bringt, das Schiff aber mit sowas kein Problem hat!

Endlich ist es so weit, wir legen ab! Doch das Schaukeln wird kräftiger. Meine Frau bekommt wohl auch Angst und meint: „ob der Kahn das aushält?“ Vor allem schwindlig sei ihr. Ich schau mich um und denke, da gibt’s wohl keinen dem es hier besser geht. Der Belgier kommt die Treppe mit einer Plastiktüte runter und macht eindeutige Handbewegungen: „ah ja, Reihermann und Söhne“. Ich will mich erst gar nicht damit auseinandersetzen, besser wird mir davon auf keinen Fall! Ich versuche mich abzulenken und überlege noch, ob es besser sei mit den Augen einen Punkt auf dem Schiff zu fixieren oder in der Ferne einen Punkt zu suchen. Inzwischen kommt der Belgier wieder die Treppe runter, „richtig!“ mit ‚ner Tüte „Reihermann“ zum Entsorgen …

Das Schiffsklo bekommt zwischenzeitlich eine Frequentierung, die es nicht mehr schafft. Leute mit merkwürdigen Gesichtsfarben drängen sich in einer Schlange davor. Während ich noch so beobachte, erwischt mich eine Welle von oben, die über die Seitenwand des Schiffes schlug. „Ach Du Schei… , hoffentlich säuft die Fähre nicht ab, wenn schon die Wellen auf das Schiff hochschlagen!“ Mir wird ganz anders. Meine Augen suchen bereits das rettende Ufer, von dem sie auch nahezu nicht mehr weichen. Wahrscheinlich ging in den Menschen, die damals auf der Titanic waren, während man dort „Näher mein Gott zu Dir …“ spielte, Ähnliches vor …

Wir sollten es dann doch noch unbeschadet erreichen, auch wenn wir noch eine ganze Weile zur Erholung brauchten. Aber, das war ja Urlaub. Also, alles halb so schlimm …

Übrigens, ganz im Vertrauen: während ich am Anreisetag noch ziemlich angespannt war, verspürte ich am Folgetag bereits eine absolute Gelassenheit, fernab von Telefon, Zeitung, Fernsehen, Internet, email, Auto, Verkehr, usw. Es gibt nur einen Urlaub, wo ich ähnlich entspannt drauf zurück blicke, vor 20 Jahren im „Club Med“: ohne Bargeld, Telefon, Fernseher & Co. – die absolute Erholung!

The End

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