Beeline 1. Teil

Nachdem meine Frau und ich Dinagat wegen der massiven Drohungen verlassen hatten (diese Geschichte kommt etwas spaeter), liessen wir uns erst einmal in Cagayan de Oro nieder. Anfeanglich wussten wir nicht so recht, was wir als naechstes machen wollten. Der Manager von Horizon, Ric Serano  – unser Chromerzkaeufer – wollte eigentlich ein Restaurant mit Music Lounge aufmachen, aber etwas was es essensmaessig noch nicht gab. Und so schlug ich vor unter anderem Deutsche Kueche anzubieten. Ric stimmte zu und so machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Lokal.

Nach einigen Tagen fanden wir etwas, was ab Mitte Maerz 1990 verfuegbar sein wuerde. Wir nahmen es! Die Miete betrug fuer das ganze Haus 10.000 Pesos im Monat. Unten war das Restaurant mit etwa 12 Tischen und drei Nischen mit etwas groesseren Tischen. Eine kleine Bar gab es auch und eine zwar lange, aber recht grosse Kueche. Oben im ersten Stock waren sechs Zimmer, die man vermieten konnte. Wir erwarteten von den Zimmern nicht viel, da es doch sehr laut sein wuerde bis nach ein Uhr. Und wir benoetigten auch Zimmer fuer das Live-in Personal.

Da ich selbst eigentlich keine grosse Lust hatte, die meiste Zeit in der Kueche zu verbringen hatte ich die Idee, den Dany vom Frankfurter Hof in Cebu zu holen. Der Karl Heinz hatte das Lokal ja schon laenger an einen Pinoy verkauft und bei meinem letzten Cebu Trip hatte sich Dany nicht sehr gluecklich gezeigt, da das Geschaeft maessig war und der Besitzer immer mit den Gehaeltern hinterher hinkte.

Ich fuhr nach Cebu und traf mich mit Dany und der war Feuer und Flamme etwas neues zu machen und so stimmte er zu am 1. April nach Cagayan zu kommen. (Er kam wirklich und machte keinen Aprilscherz draus)

Mitte Maerz begannen wir dann auch mit den ganzen Aenderungen, die uns so vorschwebten. Zuerst strichen wir die Aussenmauer neu und brachten oben eine Linie an, die aus lauter deutschen und philippinischen Fahnen im Wechsel bestand. Dann malten wir einen Koch neben den Eingang, der eine Pergamentrolle hielt, auf der so die einzelnen Leistungen und Informationen geschrieben waren. Und ein Paar Donald Duck Figuren verzierten die Mauer, unter anderem ein aergerlich aussehender Donald, der gerade ein Schild anbrachte, auf dem stand „Post no Bills“.

Im Inneren Bereich wurde neu gestrichen und eine Video Kamera installiert, denn die Gaeste sollten von Zeit zu Zeit und in den Pausen singen koennen und sich dabei eben selbst im Fernseher sehen koennen. Neue Tischtuecher wurden gekauft und alles auf Vordermann gebracht. Wir brauchten auch einen Backofen, da es nur die ueblichen Gasbrenner gab in der Kueche. Alles in allem gaben wir etwa 100k aus bis alles stand. Auf mich entfielen dabei 40K.(wegen der damaligen 60:40 Regelung)

Am 1. April kam Dany und wir begannen eine Speisekarte zusammenzustellen und die entsprechenden Gerichte vorzukochen und portionsweise einzufrieren. Eine Woche werkelten der Dany und ich in der Kueche. Gleichzeitig verhandelten ich mit den Bier- und Softdrinklieferanten fuer freie Kuehlschraenke und mit Magnolia fuer Gefriertruhen.

Am 15. April eroeffneten wir heimlich still und leise und am 2. Mai sollte die grosse Eroeffnungsparty stattfinden, zu der auch namhafte Politiker eingeladen worden waren unter anderem Pimentel und Emano.

Die ersten Tage waren dann doch ruhig, da die ganze Werbung ja auf den zweiten Mai hin zielte, aber unter den Expats sprach es sich schon herum, dass es ein neues Restaurant gab mit vernuenftigem Essen. Wir backten sogar unser eigenes deutsches Brot.

Wir hatten das Restaurant anfaenglich nur abends offen, aber nach der Eroeffnung wollten wir auch Mittags aufmachen.

Der zweite Mai kam und wir trafen zuerst einmal alle Vorbereitungen fuer das Bueffet. Dort konnte man sich fuer 100 Pesos bedienen so oft man eben wollte. Hauptsaechlich wurde Essen serviert, das schnell nachzukochen war. Deutsche Wuerste bezogen wir von Saentis in Manlia, aber alles andere kam aus lokaler Produktion.

Gegen sieben Uhr fuellte sich der Laden und ab acht Uhr stellten wir im Garten Tische auf, da drinnen alles gerammelt voll war. Wir hatten eine Band zusammengestellt mit guten Musikern und Saengern, unter anderem den stadtbekannten Borge Makale am Saxophon und Manuel Peralta, der Folksinger, fuellte die Pausen. Aber die Gaeste wollten eben auch singen – dafuer war ja die Kamera und der Fernseher da – und so konnten sich die Saenger am ersten Tag erst einmal gehoerig ausruhen. Auch Nene Pimentel und Vicente Emano sangen was das Zeug hielt. Gesoffen haben die beiden auf Kosten des Hauses auch nicht schlecht.

Das Bueffet wurde etliche Male neu aufgefuellt und das Lokal war proppenvoll von der ersten bis zur letzten Minute. Die Stimmng war sehr gut und auch Ric und ich mussten singen, ob wir wollten oder nicht. Naja entgegen meiner Erwartung gingen die Gaeste nicht nach Hause als ich sang. Sie konnten also schon einiges ab bezueglich meines  „unmusikalischen Laerms“.

Nach ein Uhr hoerte die Band zu spielen auf und es dauerte noch fast bis drei Uhr, bis der letzte Gast gegangen war.

Ric und ich tranken noch eine Rum mit Cola zusammen und waren voller Erwartung, was die naechsten Tage bringen wuerden.

Fortsetzung folgt

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1 Comment
  • Reply

    Autsch! Das wird in die Hose gehen. Ich weiss zwar noch nichts von dem, was kommen wird. Aber die Voraussetzungen sind gegeben.
    Du hattest ja vorher nie im Gastgewerbe gearbeitet. Theoretisch wissen wir ja alle, wie es sein sollte, aber praktisch?
    Dein Mut erstaunt mich. Chromerz, Getränketransport, Fischerei usw. und nie aufgegeben. Chapeau.

    Ich hoffe, du wirst bal Zeit finden, um uns mitzuteilen, wo und wie und warum dein Restaurant plötzlich Probleme hatte.

    In der Zwischenzeit räume ich den Schlamm aus dem Haus.
    waebi

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