Beeline 2. Teil

Die naechsten Tage ging es natuerlich etwas langsamer als am Eroeffnungstag, aber das Geschaeft lief gut und insbesonders nach der Abendessenszeit waren wir fast immer gerammelt voll. Die Band war gut und die Leute kamen. Es wurde viel getrunken und eben meist Wurstgerichte wurden als Pulutan (Snack) bestellt. Daraufhin boten wir auch einen grossen Wurstteller als Pulutan an und alle Wuerste waren  auch ohne Beilagen  mundgerecht geschnitten erhaeltlich.

Unter anderem hatten wir Bifflamot mit Fingernudeln auf der Karte, und die „Nudeln“ mit Weinsosse ohne das Rind entwickelten sich zum Renner. Bifflamot ist nichts weiter als die Bajuwarisierung von Beuf a la Mode und Fingernudeln sind handgeformte bayrische Kroketten. Langsam veraenderte sich die Karte und weniger gut verkaeufliches verschwand, anderes wurde eben etwas „philippinisiert“ wie z.B. der Bayrische Wurstsalt mit Chili, wieder anderes wurde in kleineren Portionen als „Merienda“ angeboten. Man lernt ja schliesslich sich den Gaesten anzupassen.Auch Eisbecher verkauften sich sehr gut, obwohl Ric eigentlich meinte, das wuerde nicht gehen.

Und da der normale Tagesablauf eigentlich nichts besonderes bot, will ich damit auch nicht laenger langweilen. Aber natuerlich passiert so das ein oder andere in einem solchen Restaurant und ich will nun ein paar solcher Erlebnisse erzaehlen.

Wo ist mein Mann?

Eines Tages tauchte eine dicke Schweizerin auf und schaute sich aufmerksam um. Es war fast elf Uhr abend, das Lokal war voll und da die Essenszeit vorbei war, war die Beleuchtung eher daemmrig, damit die Leute sich auf die Buehne mit der Band und den Saengerinnen konzentrieren konnten. Die Schweizerin schaute ueberall in die Nischen, ihre Augen schweiften ueber das Lokal und ich ging auf sie zu; fragte sie, ob sie jemanden suche, oder ob ich ihr einen Platz anbieten koenne?  Sie winkte ab und meinte sie wolle nur noch ein paar Minuten schauen.

Also schaute sie, aber nach 20 Minuten wurde mir das zu doof und ich meinte sie koenne den Eingangsbereich doch nicht so blockieren und meinte, dass man von der Bar aus einen ganz guten Ueberblick habe. Also setzte sich die gute an die Bar. Der Stuhl „aechzte“ verdaechtig, als sie ihre guten 100 Kilo darauf platzierte. Sie bestellte einen Rum mit Cola und trank, aber vergass nicht eine Sekunde das Lokal aus den Augen zu lassen. Mir war klar, dass sie jemanden suchte. Als Ric spaeter kam, fragte er mich nach einigen Minuten, wer denn die „Tusnelda“ sei und was sie wolle, weil sie gar so kritisch schauen wuerde. Ich zuckte die Schultern, da ich keine Ahnung hatte, wen sie suchen wuerde. Etwa eine halbe Stunde spaeter rief sie Susan, eine der Kellnerinen und begann sie auszufragen. Nach einigen Minuten begann sie aergerlich zu werden und ich mischte mich ein: „Kann ich ihnen behilflich sein Ma’am?“

„Ja,“ antwortete sie, „ich suche meinen Mann.“

„Tut mir leid Ma’am, ich kenne ihren Mann nicht, aber da sie Ihn nicht sehen, koennen wir davon ausgehen, dass er nicht hier ist.“

Diese Antwort befriedigte sie wohl nicht, denn sie kramte in der Handtasche und wedelte mir mit einem Fote vor der Nase rum. Ich sah mir das Foto genauer an und erkannte den Typen, der fast taeglich zu fortgeschrittener Stunde auftauchte mit ein oder zwei Maedels am Arm. Nun es ging auf 12 Uhr zu, und er koennte also jeden Moment auftauchen. Dieses Drama wollte ich mir nicht antun, und so sagte ich, dass ich ihn nie gesehen habe. Sie zuckte die Schultern und verlangte die Rechnung. Ich fertigte sie so schnell wie moeglich ab, da ich die Frau aus dem Lokal draussen haben wollte, bevor ihr „luesterner Goettergatte“ auftauchte. Sie ging, drehte sich nochmal um und wurde in dem Moment von Ihrem Mann, der rein kam, ueber den Haufen gerannt. Da sass sie nun auf ihrem dicken Hintern und fing an ihren Gatten anzuschreien. Das Maedel das hinter ihm eintrat, verzog sich sofort auf die Toilette. Zum Glueck hatte sie das nicht mit bekommen. Aber Cherry, eine der Kellnerin meinte nun, dass es wohl Krach geben wuerde, da der Alte ja sehr oft mit Maedels hier war. Ich haette sie erdolchen koennen, denn natuerlich hoerte sie das und begann Cherry auszufragen. Ich zwinkerte Cherry verzeifelt zu doch die Klappe zu halten, aber die plapperte wie aufgezogen. Nun ging der Streit zwischen den beiden los, es wurde geschrien was das Zeug haelt. Alle Intervenierungsversuche, den Streit bitte woanders auszutragen, verliefen im Sand. Die Handtasche knallte gegen den Kopf des Ehemannes und der revanchierte sich mit einer soliden Watschen. Ric drohte nun die Polizei zu rufen, aber das stoerte die beiden ueberhaupt nicht. Das ganze artete schon in ein echtes „Freistilringen“ aus, wobei sie auf Grund ihrer Gewichtigkeit die Vorteile zu haben schien. Die philippinischen Gaeste feuerten die beiden an und schon wurden die ersten Wetten abgeschlossen, wer denn wohl Sieger wuerde. Das eine Auge des Mannes begann bereits zuzuschwellen, aber der schlug fleissig zurueck. Endlich kam die Polizei und machte dem Kampf ein Ende, indem sie beide mit auf die Wache nahm.

Nachdem wir geschlossen hatten, ermahnte ich Cherry, doch bitte die Diskretion zu wahren und keinerlei Informationen ueber Gaeste auszugeben, egal ob Ehepartner oder nicht. Aber da kam ich an die falsche, denn sie meinte nur, dass Frauen wohl zusammenhalten muessten, und dass ihr das egal sei mit der Diskretion. Nunja ich setzte  Cherry deswegen auf die Strasse, denn solche geschwaetzigen Kellnerinnen kann man nicht brauchen.

Fortsetzung folgt

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