Beeline 4. Teil

Die Probleme mit Cherry, der Kellnerin, nahmen nun echt ueberhand. Sie fuehlte sich so sicher durch ihr Verhaeltnis mit meinem Partner, dass sie nicht nur Anweisungen von mir ignorierte, sondern sogar begann Anweisungen an andere Angestellte zu geben, die dann haeufig den meinen widersprachen. Das konnte und wollte ich mir natuerlich nicht bieten lassen und so knoepfte ich mir Cherry unter vier Augen vor und sagte klipp und klar, dass es so nicht ginge und ich auf ihren Hinauswurf bestehen wuerde, wenn sie sich nicht zusammen reissen wuerde. Das schien erst einmal zu helfen, aber leider nur fuer wenige Tage. Danach begann sie wieder „Chefin“ zu spielen und das Personal herum zu scheuchen. Das ging so weit, dass Susann schon kuendigen wollte. Dieses mal beschranekte ich mich nicht auf ein Gespraech unter vier Augen, sondern widerrief Anordnungen von ihr offen und sagte dazu, dass jeder, der ihre „Befehle“ befolgt fliegen wuerde.

Cherry war stinksauer und bezeichnete mich vor versammelter Mannschafts als ein „piece of shit“. Ich warf sie unverzueglich hinaus und liess den Guard sogar das Packen ihrer Sachen ueberwachen. Sie drohte mir natuerlich mit der „Rache“ ihres Liebhabers, aber ehrlich gesagt war mir das so langsam egal.

Keine zwei Stunden spaeter kam Ric und wollte die genauen Umstaende wissen. Nachdem er mit mir und den Angestellten gesprochen hatte,  sah er ein dass ich gar nicht anders konnte als sie sofort zu feuern. Allerdings war unser Verhaeltnis nie mehr so, wie es gewesen war.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit schien Cherry im Hintergrund zu hetzen, denn nun wurde einfach alles hinterfragt und es tauchten sogar Zweifel an meiner Ehrlichkeit auf, die allerdings nie belegt werden konnten, da es keine Unehrlichkeit meinerseits gab. Zudem begannen sich die Unterschiede bezueglich Managements zu zeigen, denn alles was vorher gut und richtig war, schien auf einmal verkehrt zu sein.

Immer oefter gab es Auseinandersetzungen mit Ric, die zwar nie in einen richtigen Streit ausarteten, aber schlicht und einfach sehr zermuerbend waren. Das Verhaeltnis zwischen uns beiden wurde immer schlechter. Und im Hintergrund schien Cherry zu sitzen und ihre Intrigen nicht nur zu spinnen sondern auch zu geniessen.

Einies Tages war dann einfach der Punkt erreicht, an dem ich klipp und klar zu Ric sagte, dass es so nicht weiter gehen kann. Ich schlug eine Trennung vor und Ric griff es auf, wobei nur die Modalitaeten geregelt werden mussten. Aber das war nicht so einfach, denn keiner wollte Beeline aufgeben. Am Ende einigten wir uns auf das Los. Der Verlierer wuerde Beeline verlassen und der Gewinner hatte eine Woche Zeit den Verlierer auszuzahlen gemaess den Berechnungen des Steuerberaters. Die Verlosung wurde in bei einem Notar gemacht. Die Muenze, die geworfen werden sollte, stammte aus dem Geldbeutel seiner Sekretaerin und sie wurde vm Steuerberater geworfen, damit keiner von uns beiden irgendwie Einfluss nehmen konnte. Ich gewann die Wahl der Muenzseite und durfte waehlen und entschied: „Kopf“…. Es war sehr ruhig geworden beim Notar als der Steuerberater die Muenze hoch warf und beim runter fallen mit beiden Haenden auffing. Als er seine Hand dann aufmachte war der Kopf unten und ich hatte verloren.

Ich akzeptierte das ohne ein weiteres Wort und wir begannen die Einzelheiten unserer Trennung schriftlich niederzulegen. Danach wurde das alles von der Sekretaerin des Notars getippt, wir lasen es nochmal durch, unterschrieben und der Notar brachte sein Siegel an. Damit war das Kapitel Beeline fuer mich erledigt.

Als wir zurueck ins Restaurant kamen informierten wir die Angestellten. Die waren ueberhauptt nicht gluecklich. Dany, Anita und Susan kuendigten auf der Stelle und verliessen Beeline.

Eine Woche spaeter bekam ich mein Investment und etwas Gewinn ausbezahlt. Cherry, die geglaubt hatte, sie kaeme als „Boss“ zurueck, musste draussen bleiben, weil das Teil unserer Abmachung war, bevor wir die Muenze warfen.  Das war im Oktober 1990 gewesen.

Im Februar 1991 schloss Ric Beeline, da er pleite war. Er hatte halt geglaubt, dass er Beeline fuehren koennte und nicht vor Ort sein muesse. Am  Ende waren die Gaeste eben ausgeblieben, denn ein Restaurant benoetigt schon einen Boss, der zumeist anwesend ist. Zudem gab es nur noch philippinische Kueche seit meinem Ausscheiden, und davon gab es halt viele Restaurants.

The End

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1 Comment
  • Reply

    Déjà vu.
    Du hättest diesen Beitrag vor 20 Jahren posten sollen. Vielleicht wären dann ein paar Newbies weniger auf die Nase gefallen.
    Pinoy Staff scheint in den Augen der Longnoses inkompetent und ignorant zu sein. Du betätigst, deren Sensibilität.

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