Bye bye Deutschland

Bevor jetzt irgend jemand auf die Idee kommt und denkt, der böse Stevaro macht ja alles in den Philippinen nur schlecht bzw. sieht nur das Schlechte, den kann ich beruhigen. Denn ich werde in Kürze mal ein paar positive Highlights hier reinstellen (denn die gibt es auch!), andererseits Euch mal hier einen „deutschen Spiegel“ vorhalten.

Da ich regelmässig n-tv lese, bekomme ich manchmal mit, was in Deutschland doch für „Gasköppe“ unterwegs sind. Und jedesmal, wenn ich mich dann mal wieder über einen Pinoy ärgere, weil der z.B. nicht „rechts von links“ unterscheiden konnte oder sonst etwas „undeutsches“ fabrizierte, dann lehne ich mich zurück, danke dem lieben Gott für die Weisheit Deutschland „bye bye“ gesagt zu haben und hoffe mit der restlichen Umgebung auch noch klarzukommen.

Übrigens zum Thema „miteinander klarkommen“: da gehören immer zwei dazu und ich möchte lieber nicht hören, was denn manche Pinoys so über mich denken …

Aber zurück zu n-tv, hier 2 Beispiele, die doch das „Problem der deutschen Gesellschaft“ kurz, aber heftig aufzeigen:

1. Auf höchster Ebene (Anm.: Bundesregierung und Bundesrat, sind ja nur ein paar hundert Leute!) haben die im vergangenen Jahr, in ihrer Weisheit, ein Einsehen mit dem Pöbel (der sie ja wieder wählen soll) und genehmigten ihm ein Feiern über die Schallmauer von 22:00 Uhr hinaus.
Mein Gott geht es Euch in Deutschland gut: keine größeren Probleme wie Arbeitslosigkeit, ein Wirtschaftskrise, etc. NEIN, alles paletti, bis auf das Volk das nicht nach 10 Uhr feiern darf. Oh ihr Götter des Berliner Olymp, wir danken Euch für Eure Güte und Weitsicht – und Eure tolle Geldverschwendung, die das Volk ja gerne wieder rein arbeitet und gerne statt in Rente zu gehen, noch ein paar Jährchen für Euch dranhängt! (Bitte künftig in Eure Dankesformel mit aufnehmen!)

2. Was ist in Deutschland ein „Brüll-Kind“? Nix einfacher als das, fragst Du Polizei: ein autistisches Kind, das schreit (Frage: welches Kind schreit nicht? Richtig: die nächste Züchtung in Deutschland schafft das garantiert!) und sich als Argument zur Beschäftigung der Gerichte verwenden lässt und als Mittel um Streitwerte zu definieren … Aber zum Glück gibts n-tv, sonst wäre ich irgendwann gestorben, ohne zu erfahren was ein „Brüll-Kind“ ist und was man damit macht?

Aber das müsst ihr selber lesen:

Freitag, 23. Mai 2008
Lärmschutz außer Kraft
Nächtliche Fußballfeste erlaubt

Die Fußballfans in Deutschland sollen bei der bevorstehenden Europameisterschaft (EM) wie bei der WM vor knapp zwei Jahren späte Spiele auf Großleinwänden im Freien verfolgen können. Der Bundesrat billigte eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung, die Ausnahmeregelungen beim Lärmschutz für die Dauer der EM vom 7. bis 29. Juni in Österreich und in der Schweiz vorsieht. Damit werden die liberaleren Schutzvorschriften für Sportstätten, die Veranstaltungen „von herausragender Bedeutung“ auch noch nach 22.00 Uhr zulassen, auf die „public-viewing-Bereiche“ auf Marktplätzen und anderswo ausgedehnt.

Die Verordnung bestätigt den Fans „ein erhebliches öffentliches Interesse“. Menschen in Deutschland, die die Spielorte in den Nachbarländern Österreich und Schweiz nicht besuchen können oder die keine Eintrittskarten für die EM-Spiele erhalten haben, könnten so in größerer Gemeinschaft mit anderen die Begegnungen „live“ verfolgen. Bei der WM 2006 war die Verordnung pünktlich zum 1. Juni in Kraft getreten und am 31. Juli wieder ausgesetzt worden.

Wer’s nicht glaubt, hier steht der Quatsch:
http://www.n-tv.de/sport/Naechtliche-Fus…icle269641.html

oder hier:

Freitag, 06. März 2009
Schadenersatz?
Brüll-Kind in der Nachbarschaft

Mit Verweis auf ein schreiendes behindertes Kind in der Nachbarschaft hat ein Polizist im westfälischen Raesfeld nachträglich Rabatt auf seine Eigentumswohnung einklagen wollen. Das Landgericht Münster schmetterte die Forderung jedoch ab. „Ob ein krankes Kind in der Nachbarschaft einen Sachmangel einer Immobilie darstellt, ist sehr problematisch und zweifelhaft, gerade vor dem Hintergrund von Toleranz und der Integration Behinderter“, begründete der Vorsitzende der Zivilkammer, Georg Bischoff, das Urteil (Aktenzeichen: 08 O 378/08).

Der 55-jährige Kläger hatte mehr als 12.000 Euro Schadenersatz vom vorherigen Besitzer der Wohnung verlangt. Das hätte knapp zehn Prozent des Kaufpreises entsprochen. Er sei 2007 nichtsahnend vom Ruhrgebiet aufs Land gezogen, um seine Ruhe zu haben. Nun fühle er von der „Geräuschen und Schreiattacken“ des zehnjährigen autistischen Nachbarsjungen gestört.

„Der Lärm nervt enorm“, sagte der Kläger. „Meistens dauerte er von 15.00 Uhr, wenn der Junge nach Hause gebracht wurde, bis nach 21.00 Uhr an. Die Ruhe war ein Kaufargument, ich kann so nicht leben.“ Er sehe das als Wertminderung. Sein Anwalt bezeichnete das Schreien des Jungen als „Sachmangel“. Der Vorbesitzer der Wohnung, ein 53 Jahre alter Sozialarbeiter, hatte 14 Jahre in der Wohnung gelebt: „Der Junge schreit schon mal, aber kein Nachbar hat sich beschwert.“

Original nachzulesen, hier:
http://www.n-tv.de/ratgeber/immobilienkr…ticle59451.html

Noch ein kleiner Nachtrag zum Polizisten:
Seine Argumentation „Die Ruhe war ein Kaufargument, ich kann so nicht leben“ ist natürlich schon sehr überzeugend, denn wenn er SO nicht leben kann, wieso sollte er mit 12.000 Euro Rabatt leben können oder wollte er sich die als Ohrenschützer umbauen lassen? Aber vielleicht wollte er das Geld auch dem Kind für einen Wegzug geben? Eigentlich glaube ich es ja nicht, aber es gibt bestimmt auch positivere Einstellungen, die klar die gute Absicht erkennen … Die Vorstellung, dass Polizisten mit so einer Logik unterwegs sind und einen „beschützen“ sollen, den Rest erspar ich mir lieber …

„Lieber Gott, schenk dem Polizisten doch bitte ein paar philippinische Karaokesänger als Nachbarn, das beruhigt ihn sicher wieder und dann muss er auch nicht anderen Menschen so viel unnütze Arbeit machen. Sollte das nicht gehen, dann versuchs doch bitte mal mit einem großen Spiegel, dass er darin mal nachschauen kann, wo denn seine „Sachmängel“ liegen …
Amen!

Ach so und bevor ich es vergesse, lass mich bitte NIE mehr in Deutschland leben MÜSSEN, denn da gibts es ja noch viel mehr solcher Leute, die wir ja auch auf unserer ehemaligen Nachbarschaft hatten und wie man an den Leuten des vielbeschäftigten Bundesrats sieht.

Also nix für ungut und nochmals:
Hallelujah – äh … Amen!“

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2 Comments
  • Kai
    Reply

    Hallo Michael….
    danke fuer die Blumen und wir werden uns Muehe geben die Webseitem weiter zu verbessern. Morgen beginnt eine neue Geschichte ueber einen Expat, der einige selten „bloede“ Erfahrungen machen durfte.

  • Michael
    Reply

    sehr schön geschrieben.macht wirklich spass hier zu lesen einen weiteren leser habt ihr sicher.

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