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	<title>Phil-Life.net &#187; Erlebnisse</title>
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		<title>Taxifahrt nach Surigao</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 13:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war im Februar 2003 gewesen. Wie jedes Jahr war meine Immigrationgebuehr faellig und damals konnte man nicht bei jeder Immigration bezahlen, sondern musste dort hin, wo man gemeldet war. Ich war zwar nun seit vier Monaten permanent in General Santos und hatte mich auch dort auf der Immigration angemeldet, aber ich musste mich in Surigao, wo ich immer noch mit dem Hauptwohnsitz gemeldet war auch abmelden und die noetigen &#8220;Transferpapiere&#8221; besorgen, was in diesem Falle hiess, Copien aller Unterlagen, die sich dort im Laufe der Jahre angesammelt hatten.  In unserer Zeit in Bukidnon war ich dort nur mit Zweitwohnsitz gemeldet, denn die Beamten auf der zustaendigen Behoerde in Cagayan de Oro waren eine einzige Katastrophe und korrupt bis auf die Knochen. Damals hatte mir Surigao diese Loesung vorgeschlagen. Der Imigrationbeamte in Gensan sah es etwas anders und wollte eben, dass ich mich dort mit dem Hauptwohnsitz melde. <span id="more-2267"></span></p>
<p>Auf dem Weg nach Surigao hatte ich in Davao uebernachtet und bereits am Nachmittag mit einem Taxifahrer ausgemacht, dass wir am naechsten Morgen nach Surigao fahren, dort uebernachten und am folgenden Tag zurueck nach Davao. Der ausgemachte Preis waren 4000 Pesos plus Benzin fuer Hin- und Rueckfahrt. Der Taxifahrer besorgte noch am Nachmittag eine Genehmigung der LTO, damit wir unterwegs keine Problem bekaemen, da er sich ja ausserhalb der erlaubten Fahrstrecken bewegte.</p>
<p>Am naechsten Morgen machten wir uns recht frueh auf die Reise, da ich Nachtfahrten auch als Beifahrer nicht so gerne habe. Wir kamen zuegig voran, bis auf die Strecke zwischen Monkayo und Prosperidad, die damals eine einzige Baustelle war und das Fahren echt zur Qual machten. Aber es half nichts, wir mussten da durch. Ansonsten verlief die Fahrt voellig normal ohne eine einzige Kontrolle und wir kamen gegen 5 Uhr nachmittags in Surigao City an.</p>
<p>Ich uebernachtete im Tavern Hotel und der Taxifahrer bei Bekannten in der Stadt und wir machten aus uns morgens um acht beim Hotel zu treffen. Am Abend hoerte ich eine Weile den Musikdarbietungen im Hotel zu, machte einen Spaziergang durch die Stadt und war ansonsten frueh zu Bett gegangen.</p>
<p>Am naechsten Morgen war ich bereits gegen sieben Uhr aufegstanden und habe dann nach meinem &#8220;Kaffeefruehstueck&#8221; auf den Fahrer gewartet, der auch puenktlich kam. Wir fuhren zur Immigration, aber da waren die Verantwortlichen noch nicht da. Wir mussten also bis neun Uhr warten bis die Herren sich in ihr Buero bequemt hatten. Ich bezahlte zuerst mal die jaehrlichen Gebuehren und bekam meine Quittung, als es dann aber um die Kopien fuer die Immigration stellte sich der Beamte quer.  Das ginge nicht und Gensan muesste die schriftlich anfordern. Nun sie wurden ja schon zwei Monate vorher schriftlich angefordert, ohne dass es je einen Reaktion gegeben hatte, und ich wiess freundlich darauf hin und legte eine Kopie vor. Nun ja, langer Rede kurzer Sinn, nach einem Telefongespraech mit Gensan wurden die Kopien gemacht, die ich dann immerhin mit dem stolzen Preis von zehn Pesos pro Stueck bezahlen durfte. Aber es waren ja nicht viele und ich war froh, dass ich sie hatte.</p>
<p>Gegen elf Uhr kamen wir dann endlich weg von Surigao. In Cabadbaran assen wir Lunch und fuhren weiter in Richtung Bayugan. Einige Kilometer vor Bayugan hielt uns die LTO an um zu kontrollieren. Neben den ueblichen Papieren zeigte der Fahrer auch die LTO Genehmigung fuer den Trip nach Surigao vor. Und nun begann es; die LTO Beamten meinte, dass die Genehmigung nur fuer die Hinfahrt gelten wuerde, obwohl drin stand, dass sie fuer hin und zurueck galt. Aber hier argumentierte die LTO, dass eine Genhmigung nur einfach ausgestellt werden duerfe.  Und wir haetten eine neue von Surigao benoetigt. Daher muessten wir nun 3000 Pesos Strafe bezahlen. Man koenne es aber auch mit 500 Pesos so unter dem Tisch regeln. Wir weigerten uns irgendwelche Bestechungsgelder zu bezahlen und ich schrieb mir die Namen der LTO Mitarbeiter auf und machte Fotos von ihnen sowie ihrem Fahrzeug, was sie erboste und sie bestanden darauf, dass ich ihnen das Handy geben muesse. Das machte ich natuerlich nicht und sagte klar ohne einen &#8220;Fight&#8221; wuerden sie es nicht bekommen. Einer der Beamten winkte dann ab und nachdem sie dem Fahrer eine vorlaeufige Fahrerlaubnis ausgestellt hatten &#8211; den Fuehrerschein hatten sie kassiert &#8211; durften wir weiter. Ich wies noch einmal nachdruecklich drauf hin, dass ich mich bei der naechsten LTO Stelle beschweren wuerde, was sie mit einem Lachen quittierten.</p>
<p>Wir fuhren weiter und in Bayugan erkundigten wir uns nach der LTO in der Annahme, dass das die zustaendige LTO sei. Der Boss war nicht da und so mussten wir eine Stunde warten. Als er kam und wir den Vorfall schilderten wurde er sehr boese auf seine Kollegen, die aber von der LTO in Butuan waren. Er rief ueber Funk an und fragte nach, aber da hatten die Leute ihren Standort schon verlassen und waren auf dem Weg nach Butuan. Sie sagten, wenn wir den Fuehrerschein wollten, muessten wir nach Butuan kommen und die Strafe bezahlen. Nun war der Leiter erst recht sauer und rief deren Boss in Butuan an. Auch der war ueber diese Bestechungsaufforderung nicht gluecklich und versprach, die Leute sofort mit dem Fuehrerschein nach Bayugan zu schicken.</p>
<p>Eine knappe Stunde spaeter rief er an und sagte seine Mitarbeiter seien auf dem Weg und wuerden den Fuehrerschein bringen. In der Tat tauchten die drei Leute eine Stunde spaeter auf und uebergaben den Fuehrerschein mit wortreichen Entschuldigungen dem Fahrer. Mich uebersahen sie vollkommen und ignorierten mich. Der Boss vom LTO intervenierte nun seinerseits und zwang die drei sich auch bei mir fuer ihr Fehlverhalten zu entschuldigen, was die drei aber partout nicht machen wollten. Als der Chef Druck machte, winkte ich ab und meinte, dass eine Anzeige bei der Polizei moeglicherweise mehr Erfolg haben koennte. Das beeindruckte die drei auch nicht weiter und so bedankten wir uns beim Boss der LTO und fuhren weg, um sofort die dortige Polizeidienststelle aufzusuchen.</p>
<p>Auf der Polizei wurden wir nach dem Erzaehlen der Geschichte an den Chef verwiesen, der sich nochmals alles anhoerte und die Beamten anwies, alles aufzunehmen. Nach der Aufnahme bekamen wir eine Kopie des Auszuges aus dem &#8220;Police Blotter&#8221; und machten uns auf den Weg.</p>
<p>Es war bereits 10 Uhr abends als wir endlich in Davao ankamen. Ich bedankte mich beim Fahrer und gab ihm noch ein Trinkgeld. Dann trennten sich unsere Wege.</p>
<p>Drei Monate spaeter las ich dann in der Zeitung, dass eben jene drei LTO Mitarbeiter erschossen worden waren und die NPA (New Peoples Army) die Verantowrtung auf sich nahm und aussagte, dass die drei wegen wiederholter Korruption von einem ordentlichen &#8220;Volksgericht&#8221; zum Tode verurteilt worden waren.</p>
<p>So etwas hatte ich natuerlich nicht erwartet&#8230;..</p>
<p>The End</p>

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		<title>Ein Ausflug nach San Pablo</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 03:37:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war am Karfreitag 1988, als ich zusammen mit Toto, einem Cousin meiner Frau, einen Trip nach San Pablo machte, da ich Gorio versprach, dass ich vor Ostersonntag Geld fuer die Mitarbeiter bringen wuerde. Meine Frau und ihre gesamte Familie warnten uns, dass wir nicht fahren sollten, da es Karfreitag sei und da wuerde immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war am Karfreitag 1988, als ich zusammen mit Toto, einem Cousin meiner Frau, einen Trip nach San Pablo machte, da ich Gorio versprach, dass ich vor Ostersonntag Geld fuer die Mitarbeiter bringen wuerde. Meine Frau und ihre gesamte Familie warnten uns, dass wir nicht fahren sollten, da es Karfreitag sei und da wuerde immer etwas passieren und man sollte unter keinen Umstaenden das Haus verlassen, es sei denn, man ginge in die Kirche. Natuerlich lachte ich ueber einen solchen Aberglauben und Toto als junger Mann wollte wohl nicht nachstehen und fuer aberglaeubisch gehalten werden und er lachte mit. Seinem Gesicht sah ich aber an, dass er eher skeptisch war.</p>
<p>Wir bereiteten alles vor, fuellten Benzin nach und checkten den Motor. Normalerweise fuhr Ramon das Pumpboot, aber er war ja auch aberglaeubisch und so oblag es Toto und mir das Ding zu fahren. Kurze Trips hatte ich ja schon oefter gemacht, aber nach San Pablo waren es doch fast drei Stunden.<span id="more-2262"></span></p>
<p>Das Wetter war wunderschoen, die Sonne schien und das Meer war sehr ruhig. Trotz der Proteste, die auch am Anlegesteg weiter gingen, fuhren wir los. Wir umrundeten die kleine Halbinsel am Eingang der Melgar Bay und hatten einen wunderschoenen Blick nach Norden. Ausser einigen Schoenwetterwolken war nichts besonderes am Himmel zu sehen.</p>
<p>Der Weg fuehrte uns an den steilen Kliffs bei Bababuaya vorbei und kurz darauf durchquerten wir die flussaehnliche Passage vor San Roque, die durch eine vorgelagerte Insel gebildet wird.  Kaum kamen wir aus dieser geschuetzten Ecke heraus, als ein Sturm los brach. Innnerhalb von Minuten waren die Wellen 4-6 Meter hoch und der Wind pfiff uns um die Ohren. &#8220;Subasko&#8221; rief Toto und wir begannen mit unserem kleinen Pumpboot die Wellen zu manoevrieren. Wie auf einer Achterbahn ging es rauf und runter, aber bis dahin lief alles noch recht gut trotz der Wellen und des Windes. Diese kleinen Boote sind seetuechtiger als man glaubt. Wir kamen in die Naehe das zweiten Strandes hinter San Roque und wir hatten Glueck, da die Wellen von Norden kamen und wir wunderschoen die Naturgewalten ausreiten konnten. Aber kurz bevor es in die Bucht von San Pablo geht, gibt es eine sehr starke Stroemung und es brachen sich dort sehr hohe Kreuzseen, die wir mit unserem kleinen Boot nie geschafft haetten. Zur rechten hatten wir steile Felsklippen und ob wir es bis zum naechsten Strand schaffen wuerden, war mehr als fraglich. Zudem wuerden wir dann im Falle eines Abbiegens nach recht die Wellen voll von der Seite bekommen. Wir fuhren langsam weiter und naeherten uns der Unterbrechung in der Felswand.  Dann sahen wir rechts den etwa einen Kilometer langen Strand liegen, aber die Wellen waren noch hoeher geworden, so dass an ein Anlaufen des Strandes nicht zu denken war. Immer naeher kamen wir an die Kreuzseen heran, die die Menschen auf Dinagat als &#8220;Sea Witch&#8221; bezeichnen. Ploetzlich trat ein ganz kurzer Stillstand des Windes ein und Toto steuerte das Booot nach rechts und gab Gas. Wir schaukelten bedenklich, aber schon waren wir ueber die Brecher vor dem Strand hinweg und liefen auf das Ufer zu. Ich warf den Anker aus, als dass Boot von einer grossen Welle erfasst wurde und wir wurden auf den Strand geworfen. Das Seil das den Anker hielt riss dabei. Wir sprangen aus dem Boot und zogen es vollends auf den Sand. Toto fiel auf die Knie und sprach eine Dankesgebet.</p>
<p>Anschliessend erklaerte er mir, dass diese ploetzliche Stuerme, die wie aus heiterem Himmel losbrechen, in Surigao haeufig vorkommen koennen und so manches Fischerboot ging dabei verloren. Der einheimische Name fuer diese Stuerme ist Subasko.</p>
<p>Der Gewittersturm tobte noch zirka 30 Minuten weiter und da es regnete wie aus Eimern, waren wir natuerlich pitschnass. Aber selbst als der Sturm sich legte, konnten wir nicht sofort weiterfahren, da die Wellen nach wie vor viel zu hoch waren. Wir mussten etwa drei Stunden warten, bis sich das Meer soweit beruhigt hatte, dass wir losfahren konnten. Wir schoben das Boot zurueck ins Wasser, ich warf den Motor an und wir steuerten aus der Bucht heraus. Die Wellen waren immer noch hoch genug aber machbar. Ploetzlich begann der Motor zu stottern und ich konnte ihn nur mit ach und krach am Laufen halten, allerdings war unsere Geschwindigkeit auf Fussgaengertempo gefallen.</p>
<p>Wir bogen nun rechts ab mit unserem stotternden Motor, und da setzte er ganz aus. Wir waren dreissig Meter von einem hohen Felsen entfernt und dort war ein winziger Strand, kaum groesser als ein Handtuch. Toto sprang ins Wasser und schwamm zu dem kleinen Strand. Dann zog er das Boot am Ankertau zu sich und wir waren an dem kleinen Strand angekommen. Ich begann die Zuendung zu zerlegen und reinigte alle Teile in Benzin. Mit meinem Taschenmesser kratzte ich die Oberflaeche vom &#8220;Contact Point&#8221; blank und baute alles wieder zusammen. Beim ersten Versuch sprang der Motor an, aber sobald ich etwas Gas gab, starb er ab.</p>
<p>Ich wiederholte die Prozedur mit dem gleichen Ergebnis. Langsam wurde es dunkel, die Flut kam herein und wuerde den kleinen Strand ueberspuelen  und so entschlossen wir uns die letzten zwei Kilometer nach San Pablo zu fahren, aber eben nur sehr langsam.  Das Boot kroch nur so dahin, aber sobald ich ein wenig mehr Gas gab, begann der Motor zu stottern, nahm ich das Gas weg, lief er wieder rund.</p>
<p>Gorios Haus war nur etwa 20 Meter vom Anlegesteg weg und hundert Meter vor dem Steg, starb der Motor endgueltig ab. Ich schrie mehrfach &#8220;Gorio, Gorio&#8221; und tatsaechlich, er hoerte uns und kam heraus. Als er unsere Lage erkannte, setzte er sich in sein Baruto, paddelte zu uns und zog uns zum Pier. Letztendlich waren wir in San Pablo angekommen.</p>
<p>Bei Goria gab es dann ein Abendessen und wir mussten unsere Story erzaehlen. Nach einigen Bieren gingen wir dann um elf Uhr schlafen.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Nasuli</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 06:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht viele haben von Nasuli in Bukidnon gehoert und eigentlich gibt es auch keinen Grund dieses kleine Sitio &#8211; ein Ortsteil von Bancud &#8211; zu kennen. Aber trotzdem hat Nasuli einen Bekanntheitsgrad erreicht, der sich dann im Internet schon niederschlaegt, auch wenn nicht alle Ergebnisse mit dem Summer Institute of Linguistics (SIL) in Verbindung gebracht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht viele haben von Nasuli in Bukidnon gehoert und eigentlich gibt es auch keinen Grund dieses kleine Sitio &#8211; ein Ortsteil von Bancud &#8211; zu kennen. Aber trotzdem hat Nasuli einen Bekanntheitsgrad erreicht, der sich dann im Internet schon niederschlaegt, auch wenn nicht alle Ergebnisse mit dem Summer Institute of Linguistics (SIL) in Verbindung gebracht werden. Etliche Hits fuehren zu persoenlichen Webseiten oder Fotos von Menschen, die in diesem Institut arbeiten. Denn SIL Philippines hat seinen Sitz an diesem Ort. Und hier wurde die Bibel und andere christliche  Schriften in die verschiedenen philippinischen Sprachen uebersetzt, was aber die wenigstens Pinoys wissen, auch wenn sie die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen. Dazu kommt, dass zahlreiche linguistische und antropologische Buecher von den Mitarbeitern der SIL geschrieben wurden. Insgesamt wurden mehr als 3500 Buecher publiziert. Alles in allem  zaehlte das SIL 162 verschiedene philippinische Sprachen.<span id="more-2251"></span></p>
<p>Diese Uebersetzungen werden von Freiwilligen aus aller Welt gemacht, die sich dann fuer viele Jahre in Nasuli niederlassen und eng mit den Menschen zusammen arbeiten muessen, in deren Sprache die Bibel uebersetzt werden soll. Denn bevor es eine Uebersetzung geben kann, muss erst einmal ein Woerterbuch dieser Sprache geschaffen werden, was etwa 10-15 Jahre dauert und ein Zusammenleben des Linguisten mit den Menschen, deren Sprache studiert und niedergeschrieben wird, erfordert. Erst danach erfolgt die eigentliche Uebersetzung der Bibel. Zwischendurch werden natuerlich auch das Woerterbuch sowie antropologische Buecher ueber diese Menschen und Staemme geschrieben.</p>
<p>Das Summer Institute of Linguistics kam in den fruehen 50er jahren auf Einladung des damaligen Praesidenten Ramon Magsaysay auf die Philippinen. Die fruehen  &#8220;Ankoemmlinge&#8221; waren Dr. Richard S. Pittman, Howard McKaughan and Vivian Forsberg, wobei wir letztere sehr gut kennen, denn sie war auch in den 90er Jahren noch dabei und ist trotz ihres hohen Alters immer noch aktiv. Mrs. Forsberg hat Buecher ueber die Manobos geschrieben und ihre Werke ueber die T&#8217;boli haben ihr unter Fachleuten einen sehr guten Ruf verschafft, wobei hier aber noch eine nette Anekdote zu erwaehnen ist: Sie war eine sehr ehrgeizige Frau und sie blieb all die Jahre unverheiratet, da sie ganz in ihrer Arbeit aufging und ihre gesamte Zeit den Menschen widmete, deren Sprache sie studierte. Aber trotzdem kam die Liebe noch zu ihr, denn im stolzen Alter voon 75 Jahren verliebte sie sich und heiratete.</p>
<p>Das SIL Philippines hat auch einige Auszeichnungen bekommen unter anderem den Ramon Magsaysay Award im Jahre 1973. 2003  gab die philippinische Post eine Briefmarkenserie heraus, die der Arbeit der Freiwilligen gewidmet war. Im Jahr 2004 kam der PAARL  Award dazu.</p>
<p>Als die ersten Linguisten auf Mindanao ankamen, liessen sie sich in Nasuli nieder, das im zentralen Bukidnon, etwa 15 Kilometer suedlich von Malaybalay gelegen ist. Und das Gelaende, auf dem gebaut wurde liegt auch landschaftlich sehr schoen. Auf dem Grundstueck  ist eine grosse Karstquelle, die einen kleinen See bildet und sehr tief ist. Das Wasser ist kuehl und laedt zu einem erfrischenden Bad ein. Diese Quelle ist von uralten Baumbestaenden umgeben und <a href="http://www.phil-life.net/galerie/?album=2&amp;gallery=30" target="_self">hier</a> koennt hier Fotos dieser Karstquelle sehen. Die drei Fotos nach dem Swimming Pool sind von dieser Quelle. Ueberhaupt findet man noch viele alten Baeume auf dem Gelaende, die ansonsten von Siedlern gefaellt worden waren. Zudem hat Nasuli einen Airstrip, auf dem ich einmal sogar die Landung eines Learjets beobachten konnte. Das SIL hatte einige Flugzeuge, die ihre Mitarbeiter in die entlegensten Gebiete geflogen haben.</p>
<p>Wir selbst hoerten zum ersten Mal von Nasuli und dem SIL in den ersten Wochen unserer farming Jahre. Und ich habe natuerlich einen potentiellen Markt fuer unsere Gemuese dort gesehen. Also fuhr ich im April 1991 nach Nasuli und wir begannen ab Mai regelmaessig zu liefern, wobei die Lieferungen groesser wurden und einiges angepflanzt wurde nur fuer Nasuli wie zum Beispiel Rhabarber und Schwarzwurzeln. Man konnte dort sicher keine Reichtuemer verdienen, aber es wurde ein solides Standbein und hat uns insbesondere nach unseren ersten Fehlernten sehr geholfen.Meine erste Verhandlung mit Mr. Herschelmann, dem damaligen Administrator, verlief positiv. In der Vergangenheit hatten sie bereits philippinische Lieferanten fuer Gemuese gahabt, aber bei denen lief es immer nur fuer einige Wochen und danach hoerten sie wieder auf. Nun wir versprachen regelmaessig einmal die Woche zu kommen und unser Gemuese zu bringen.</p>
<p>Diese Lieferungen habe ich immer selbst gemacht mit einigen wenigen Ausnahmen und lernte damals viele Mitarbeiter des SIL kennen und schaetzen. Unter ihnen war auch Frau Behrens, eine Deutsche. Mit Sarah Paquette verband uns eine recht gute Freundschaft.</p>
<p>Bei unserer ersten Lieferung kamen zwar recht viele Kunden, aber es blieb am Ende doch eine Menge uebrig. Also habe ich ein Bestellsystem eingefuehrt und alles wurde in der Farm vorgepackt und dann packte ich 2-5 Kilo einer jeden Gemuesesorte dazu, und so waren wir immer so gut wie ausverkauft, wenn es wieder nach Hause ging.</p>
<p>Wir lieferten also regelmaessig nach Nasuli, oefters begleiteten mich in spaeteren Jahren meine Kinder die liebend gerne mit den anderen Kindern dort spielten und auch regelmaessig in der Karstquelle geschwommen sind.</p>
<p>Zudem lernte ich eine Menge neues dort, so zum Beispiel, dass die Blaetter von roten Beeten sich sehr gut  fuer ein Blattgemuese eignen und ausgezeichnet schmecken.</p>
<p>Jedes Jahr fand eine Konferenz statt und dann waren alle SIL Mitlglieder anwesend, die auf den Philippinen arbeiteten und daneben auch sehr viele Gaeste, so dass unsere Verkaeufe in diesen drei Wochen wirklich in die Hoehe schnellten und wir mindestens  dreimal die Woche liefern mussten, manchmal auch oefter. Das war fuer mich sehr interessant, weil man viele neue Menschen kennen lernte, die wiederum zum Teil aus  Kulturkreisen stammten, die mir neu waren.</p>
<p>Wenn ich heute durch Bukidnon fahre, versaeume ich es selten dort vorbei zu schauen und die wenigen Menschen zu besuchen, die geblieben sind, denn die meisten Projekte sind beendet, und es halten sich nur noch die auf, deren Arbeit noch keinen Abschluss gefunden hat. Und dieses Jahr soll Nasuli endgueltig geschlossen werden. Was dann daraus wird bleibt abzuwarten.</p>
<p>Wer mehr ueber SIL wissen will, kann sich <a href="http://www.sil.org/asia/philippines/index.html" target="_self" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.sil.org/asia/philippines/index.html?referer=');">hier</a> informieren.</p>

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		<title>Otto und Arno</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 07:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo und wie genau Otto und Arno sich kennen gelernt haben ist mir eigentlich nicht so klar, ausser dass es in Malaybalay gewesen sein muss. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Arno bei einem Filipino am noerdlichen Ortsausgang von Malaybalay fuer kurze Zeit gewohnt hatte und ich von dort eine SMS bekam, dass ihn angeblich die Tochter eines bekannten Parlametarier aus einer Moslemprovinz besucht hatte, auf die er schon lange &#8220;gesponnen&#8221; hatte. Wobei es bei ihm nie so klar war was Wahrheit oder einfach nur &#8220;Story&#8221; war. Einige Tage spaeter bekam ich dann eine SMS, dass er sich mit Otto zusammengetan hatte und ich warnte ihn vor diesem Schmarotzer, da ich den ja nur allzugut kannte.</p>
<p>So zogen die beiden also los von Malaybalay, da seine damalige Freundin mit der er auch ein Kind hatte nichts mehr von ihm wissen wollte, weil er eben auch schon mal gewalttaetig werden konnte, insbesondere wenn Alkohol im Spiel war. Durch die Text Messages die er mir regelmaessig schickte, schien es den beiden nur ums Saufen und um Maedels zu gehen, was mir aber bei Otto nichts neues war. <span id="more-2222"></span></p>
<p>Sie zogen also im noerdlichen Mindanao umher, bis ich eben kurz vor Weihnachten eine SMS bekam in der Arno sich 10.000 Pesos von mir borgen wollte, was ich natuerlich verweigerte, da ich ja alle Auslagen, die ich fuer ihn hatte nie zurueck bekommen habe obwohl er versprach diese zu ersetzen, wenn der Vater Geld schicken wuerde, was auch regelmaessig geschah. Aber als der dann mit einer anderen Frau zusammen zog, war es fuer Arno mit dem warmen Regen aus Deutschland vorbei.</p>
<p>Er erzaehlte, dass sie angeblich in Gingoog in einer kleinen Pension Schulden haetten, die sie unbedingt bezahlen muessten sonst gaebe es Aerger mit der Polizei. Der Vater wuerde aber erst in zwei Wochen etwas schicken und er wuerde mich dann bezahlen. Nach meinem klaren Nein war er zwar erst einmal sauer, erzaehlte aber anschliessend, dass das meiste von seinem Geld fuer die Maedels von Otto drauf ginge. Ich meinte er solle dem Otto eben klar machen, dass es genug sei, wenn er die Pension bezahle und das Essen. Das gefiel ihm wohl weniger, denn es kam erst einmal keine Antwort mehr.</p>
<p>Am heiligen Abend erkundigte sich dann die Mutter telefonisch bei mir nach Arno, aber ich konnte ihr nichts weiter sagen als ihr vom letzten Kontakt von vor zwei Tagen zu erzaehlen und ich versuchte den Arno auch selbst noch anzurufen, aber dessen Handy war aus. Ein paar Tage spaeter erzaehlte er mir dann am Telefon, dass er Weihnachten auf der Polizeistation verbracht habe. Dort sollten er und Otto bleiben bis die Schulden bezahlt worden waeren. Es sei aber eine sehr merkwuerdige &#8220;Haft&#8221; gewesen, da er im Ort herum laufen konnte und dabei auch oft eine Polizeijacke trug. Ich konnte mir eigentlich nicht so recht vorstellen, dass die Polizei ihn in &#8220;halber Uniform&#8221; durch das Staedtchen ziehen lasse.</p>
<p>Nun, der Vater schickte Geld, die Schulden wurden bezahlt und sie gingen zurueck in die Pension, wo Arno mit einer Prostituierten zusammen im Zimmer lebte. Diese Frau hatte sich spaeter auch einmal bei mir gemeldet und mir ziemlich viel von den damaligen Geschehnissen erzaehlt. Aber sie hatte nie geschnallt, dass der Arno mental krank war.Meine Nummer hatte sie vom Arno bekommen.</p>
<p>Einige Zeit verbrachten sie auch in Cagayan de Oro, wo sie dann auch einmal mit einem Maedel wegen &#8220;nicht bezahlens&#8221; eine Riesenstreiterei hatten, was dazu fuehrten, dass sie die Pension wechselten und die Tirson Neri Street, besser bekannt als Divisoria, mieden. Natuerlich war Otto der Uebeltaeter, denn Arno war ja nach wie vor mit der Frau aus Gingoog zusammen.</p>
<p>Otto wusste genau, dass Arno nicht ganz normal war, aber er nuetzte den Drang von Arno nach einem &#8220;Freund&#8221; aus. Denn schliesslich hatte er keinerlei Einkommen und dass er in Malaybalay eine &#8220;Frau mit Tochter&#8221; hatte liess ihn kalt. Nun die zwei Kinder mit Elda hatten ihn ja auch kalt gelassen.</p>
<p>Einer der Vorfaelle die Arno mit Otto erlebte involvierte die Witwe eines Polizisten, die etwa 30 Kilometer ausserhalb von Cagayan lebte und dort ein Haus hatte. Diese Frau hatte die beiden in ihr Haus eingeladen, allerdings nicht nur aus Gutmuetigkeit, sondern auch weil sie als verwitwete Mitvierzigerin Sex vermisste und sich von den beiden ein amouroeses Abenteuer versprach. Es gab zwar Sex fuer die Dame, aber das ganze endete mit einer bitteren Entaeuschung, als sie Otto eines nachts mit ihrer Helferin ertappte. Diese wurde natuerlich sofort entlassen, aber sie glaubte Ottos Beteuerungen, dass er hier der Verfuehrte gewesen sei. Einige Tage spaeter machte sich Otto eines nachts davon nicht ohne die Dame vorher um ihren Schmuck zu erleichtern. Am naechsten Morgen was dann Arno erst einmal der Gelackmeierte, denn er hatte von Ottos Plaenen natuerlich keine Ahnung. Auf der anderen Seite schuetzte er Otto, indem er der Polizei eine falsche Nummer gab. Einige Tage spaeter trafen sich die beiden wieder und das Geld, das Otto fuer den Schmuck bekommen hatte war angeblich schon ausgegeben.</p>
<p>Da Otto 1999 einen Schlaganfall hatte, war er halbseitig gelaehmt und ging mit einer Kruecke. Darueber werde ich ein anderesmal genauer schreiben.</p>
<p>Otto benutzte seine Kruecke nicht nur zum gehen und ich hatte schon einige Male gehoert, dass er die Kruecke jemanden ueberzog, wenn ihm etwas nicht passte. Und ich wusste ja aus Erfahrung, dass das immer dann vor kam, wenn man nicht tat, was er wollte.</p>
<p>Die Freundin von Arno war mittlerweile wieder nach Gingoog gefahren, da sie ja auch Kinder hatte, um die sie sich kuemmern musste. Nun waren die beiden eben wieder einmal los gezogen und hatten zwei Maedels kennen gelernt. Und prompt gab es Streit bei der Frage wer nun mit wem&#8230;.  Und um den Streit nicht ausarten zu lassen, nahm Otto kurzerhand seine Kruecke zu Hilfe und verpruegelte den Arno nach Strich und Faden, wobei auch die Brille kaputt ging, die er unbedingt brauchte, da er schon extrem kurzsichtig war.  Und er fand sich dann auch im Krankenhaus wieder und brauchte mal wieder Geld, das er aber von mir nicht bekam.</p>
<p>Aber zumindest gingen ihm nun die Augen auf, was fuer ein Mensch der Otto eigentlich sei. Ohne ihn nach dem Krankenhausaufenthalt  wieder zu treffen,  zog Arno nun nach Cebu weiter.</p>
<p>Zumindest wusste er danach, dass meine Warnungen vor Otto nicht unbegruendet gewesen seien.</p>
<p>Otto erzaehlte spaeter einem gemeinsamen Bekannten die Geschichte, der sie wiederum mir erzaehlte, und da klang alles ganz anders, denn nun war angeblich der Arno auf ihn los gegangen und er musste sich wehren. Aber da ich Otto ja kannte, glaubte ich kein Wort davon. Schliesslich weiss ich ja, dass er ein notorischer Luegner ist und zudem Gewalt kein Fremdwort fuer ihn ist.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Meine Erfahrungen mit Korruption</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 08:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist ja den allgemein bekannt, dass Korruption und Bestechung auf den Philippinen blueht, so wie eben in allen Laendern, die frueher mal eine spanische Kolonie waren. Wenn man dann eben hier lebt, dann ergeben sich auch Situationen,  in denen das Gegenueber bestochen werden will. Und ich werde hier einige Geschichten erzaehlen, die zeigen, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja den allgemein bekannt, dass Korruption und Bestechung auf den Philippinen blueht, so wie eben in allen Laendern, die frueher mal eine spanische Kolonie waren. Wenn man dann eben hier lebt, dann ergeben sich auch Situationen,  in denen das Gegenueber bestochen werden will. Und ich werde hier einige Geschichten erzaehlen, die zeigen, wie sehr Bestechung zum philippinischen Alltag gehoert.</p>
<p><strong>Nur eine &#8220;Fastbestechung&#8221;</strong></p>
<p>Es war im Dezember 1987 und wir waren noch nicht allzulange im Chromerzgeschaeft taetig, als ich meine erste wirkliche Begegbung mit Bestechung hatte. In der Vergangenheit hatten wir schon einige Pumpboats geladen, wobei hier aber niemand kommt um zu kontrollieren und das einzige was man sich abholen muss, ist die Freigabe von der Coast Guard. (Wasserpolizei) Hier hatte ich zum ersten Mal den Begriff SOP gehoert, konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Aber dazu kommen wir heute noch.<span id="more-2209"></span></p>
<p>Wir wollten unser Erz also laden und der LCT (eine Bezeichnung, die auf die militaerischen Landungsboote des 2. Weltkrieges zurueck geht) Dulce Amor war am Vorabend in Donna Helene eingetroffen. Der Onkel meiner Frau hatte in den Tagen zuvor bereits alle Papiere besorgt und sprach ebenso von SOP Zahlungen, die er geleistet hatte. Wir begannen am morgen nach der Ankunft des Schiffes zu laden. Alles wurde manuell gemacht und ein Beauftragter vom Barangay zaehlte die Saecke, die verladen wurden, denn selbstverstaendlich bekam das Barangay 50 Centavos pro Sack und auch die Town kassierte den gleichen Betrag noch einmal. Der erste Tag ging vorbei und wir hatten ueber die Haelfte des Erzes geladen, womit es auch fest stand, dass wir die drei Tage, die wir zum Laden hatten, nicht ueberschreiten wuerden. Wenn man die Vorgabezeit nicht einhaelt, musste man Verspaetungsgebuehren bezahlen &#8211; die sogenannte Demurrage &#8211; die sich damals auf stolze 25.000 Pesos pro Tag beliefen.</p>
<p>Gegen nachmittag kamen dann zwei Soldaten auf dem Motorrad angefahren, das heisst ich dachte es seien Soldaten, denn sie trugen Dschungel Tarnanzuege, aber es handelte sich um Polizisten der PC. (Philippine Constabulary) Die PC war eine Polizeieinheit, die fuer die nationale Sicherheit zustaendig war und die lokale Polizei nannte sich INP. (Intergrated Philippine Police) Die waren dann fuer Sicherheit und Ordnung in den Ortschaften und Staedten verantwortlich. Die PNP, die wir heute kennen und die beide Truppen vereinigte, wurde erst etwas spaeter ins Leben gerufen.</p>
<p>Nun ja die Burschen schauten eine Zeit lang dem Laden zu und wollte dann die Papiere sehen, die ich ihnen zur Pruefung uebergab. Sie kontrollierten die Papiere und dann Begann das Reden, es sei ja in drei Tagen Weihnachten und da habe man endlich frei und koenne zur Familie auf das Festland, aber die Kinder haetten halt gerne Weihnachtsgeschenke und so weiter. Mir war nun voellig klar, worauf es hinaus laufen sollte. Ich stellte mich &#8220;taub&#8221;. Sie sprachen mit Alex meinem Schwager und der erklaerte mir, dass es ueblich sei, dass man eben SOP bezahle insbesondere an Weihnachten. Nun ja ich bezahlte den Herren einige Biere, aber weiter wollte ich nicht gehen. Fuer mich war Bestechlichkeit damals etwas verabscheuenswuerdiges insbesondere da man diese Art von Bestechlichkeit in Deutschland kaum kennt.  Da gibt es Korruption hauptsaechlich nur auf hoechster Ebene. Trotz der Biere drucksten sie herum und meinten auf Englisch, dass sie eigentlich die Ladung aufhalten sollten, da ich keine SOP bezahlen wolle. Fuer mich war der Hauptunterschied der, dass wir Papieren hatten und andere, die luden hatten eben keine und bezahlten. Ich sagte Alex, dass er ihnen das doch bitte verstendlich machen solle. Alex erklaerte es ihnen und so rueckten sie ab ncht ohne lautstark zu bemerken, dass ich eben die Sitten noch nicht kennen wuerde.</p>
<p>Indays Onkel erklaerte mir am abend auf mein Draengen hin, was SOP bedeuten wuerde; es heisst also nicht &#8220;Son of a P(B)itch&#8221; sondern schlicht und einfach &#8220;Standard Operation Procedure&#8221;, eine blumige Umschreibung fuer Bestechung.</p>
<p><strong>Erbschaftssteuer</strong></p>
<p>Als wir 2003 das Haus kauften, in dem wir leben, musste eine ganze Menge Papierkram erledigt werden, bevor wir uns an die Bezahlung machten. Es begann damit, dass die Grundsteuer seit ueber 20 Jahren nicht mehr bezahlt worden war. Also mussten wir erst alles mit der Stadt regeln, wobei saemtliche von uns bezahlten alten Steuern vom Kaufpreis abzuziehen waren. Als neachster Schritt stand dann das BIR mit dem &#8220;Capital Gain Tax&#8221; bevor und als alles berechnet war, wollten die neben den 63.000 Pesos Tax auch noch eine Nachzahlung von 166.000 Pesos fuer Erbschaftssteuer. Das Grundstueck und das Haus waren eben auf beide Eheleute eingetragen und die Frau war 1993 verstorben. Damals haette der Ehemann etwa 3.000 Pesos Steuer bezahlen muessen, wenn er den Tod auf dem Finanzamt gemeldet haette. Das hatte er aus Unwissenheit nicht gemacht und nun war der Betrag wegen Zinsen und Strafen auf diese horrende Summe angewachsen. Meine Steuerberaterin wusste Rat und so erkundigte sich der Eigentuemer in Legaspi City nach den Steuern, was rechtens war, da er dort seit fuenf Jahren lebte.</p>
<p>Einige Tage spaeter faxte er mir einen Brief und die Bedingungen dort waren wesentlich humaner. Sie wollten 25.000 Pesos haben, aber die Quittung wuerde ueber weniger lauten. Der Rest waere fuer die involvierten Beamten.  Ich schickte also das Geld (das wiederum vom Kaufpreis abgezogen werden sollte) und zwei Wochen spaeter kam ein grosser Umschlag mit LBC, der alle Papiere enthielt. Offiziell wurden 500! Pesos Erbschaftssteuer bezahlt und 24.500 Pesos wanderten in die Taschen der Beamten. Das ist natuerlich ein tolles Verhaeltnis von Steuer zu Bestechungsgeldern. Kein Wunder wenn dem Staat das Geld an allen Ecken und Enden fehlt.</p>
<p>Demnaechst geht es dann mal weiter mit anderen Geschichten ueber Korruption, die eines der groessten Probleme im Land darstellt.</p>

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		<title>Minny 4. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.</p>
<p>Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. <span id="more-2193"></span>Hinweise auf das abgehende Schiff wurden ignoriert und ich war stinksauer. Ich sagte klar, dass ich die Frachkosten fuer die Kresse nicht bezahlen werde, sondern nur das andere, sollten wir das Schiff nicht erreichen. Das war dem Fahrer und seinen Helfern egal. Gegen 7.10 kamen sie dann in die Bodega zum abladen, aber das Schiff war puenktlich gewesen und weg. Ich verweigerte wie angekuendigt einen Teil der Bezahlung. Eine halbe Stunde spaeter kamen die Leute vom Lastwagen mit dem Kagawad &#8211; der ja Minny&#8217;s Bruder war &#8211; um den verweigerten Teil einzufordern. Der Kagawad schrie mich an und sein Bodyguard gab mir einen Stoss,  so dass ich in einen Haufen Paprikaschoten fiel. Ich bezahlte zaehneknirschend und warf danach die Kresse demonstrativ in den Muell, da sie am naechsten Tag nicht mehr geliefert werden konnte. Die Kresse war hitzeempfindlich und wuerde bis zur Ankunft am Montag Morgen gelb geworden sein.</p>
<p>Als ich zu Hause war erzaehlte ich alles meiner meiner Frau, die aber nur sagte, dass auch dieser Kagawad eines Tages bezahlen wuerde. Drei Jahre spaeter ist dem Kagawad sein Haus abgebrannt und ich durfte mal wieder schadenfroh sein. Zum Glueck kamen keine Menschen ums Leben.</p>
<p>Weitere zwei Jahre spaeter erzaehlte mir Bebot, dass die Sache mit dem nicht abladen von Minny ausgegangen sei und ihr Bruder dabei half.  (Interessant ist hierbei, dass Bebot der Sohn von Minny war, aber im &#8220;Suff&#8221; erzaehlt man halt so manches, das man ansonsten besser nicht erwaehnt.)  Minny wollte, dass wir den Kunden verlieren wuerden und die Kresse an sie liefern muessten, da sie jemanden in Manila hatten, der die Kresse kaufen wollte.</p>
<p>Eines Tages spielten wir Karten in der Bodega um Geld, aber nur kleine Betraege. Was allerdings am Rande des Kartenspiels passierte war nicht so klein, denn die Zuschauer begannen zu wetten, wer das naechste Spiel gewinnen wuerde und da wurden dann auch bis zu 1000 Pesos gewettet. Ploetzlich kam die Polizei und nun rannten alle wie verrueckt davon. Ich war der einzige der sitzen blieb und so nahm mich die Polizei mit auf die Wache und wollte mich wegen illegalem Gluecksspiel anzeigen. Als ich erzaehlte, dass wir nur um kleine Betraege gespielt hatten, war das Thema natuerlich schnell vom Tisch. Aber bei dem Gespraech erfuhr ich dass der Kagawad angerufen hatte und von dem &#8220;Gluecksspiel&#8221;  berichtet hatte. Auch hier erfuhr ich von Bebot, dass es ein weiterer Versuch war mich zu vertreiben, der allerdings nicht geklappt hatte. Nach meinen Erfahrungen in Dinagat war das alles recht harmlos fuer mich.</p>
<p>Der Prozess gegen Minny ist in der Berufung und wenn es schnell geht, wird er in zwei bis drei Jahren wohl entschieden sein, wobei aber die letzte Instanz noch offen waere, sollte sich eine der Parteien fuer diesen Weg entscheiden. Ich habe noch Kontakt zu einigen Leuten in Agora, aber Minny habe ich seit meinem Wegzug nicht mehr gesehen, auch wenn ich bei jedem Cagayan Besuch meine Bekannten treffe. Dabei erfahre ich dann auch immer, was so abgeht in Agora.</p>
<p>Agora hat sich veraendert und wurde umgebaut. Viele der alten Bodegainhaber sind nicht mehr da. Ronny ist mittlerweile verstorben. Aber Minny ist immer noch dort machte auch weiter mit ihrer &#8220;Tour&#8221;, aber heute fallen nur noch sehr wenige auf sie herein. Ihre Bodega ist meist leer und die &#8220;guten Geschaefte&#8221;  gehoeren der Vergangenheit an.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Minny 3. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;. Nun standen wir da und hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;.</p>
<p>Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen,  ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. <span id="more-2187"></span></p>
<p>Minny war stinksauer! Wir beratschlagten uns und entschlossen uns Proben nach Australien zu schicken. Erneut entstanden hohe Kosten. Wir verschickten die Proben mit DHL und bereits vier Tage spaeter kamen die Analysen per Fax herein. Die Ergebnisse waren unveraendert, alle Ergebnisse waren weit unterhalb des von der WHO gesetzten Standards.  Wir baten die Firma mit den Orginaldokumenten doch auch die WHO Standards und Bestimmungen beizulegen.</p>
<p>Zwischenzeitlich gab es Diskussionen in den Medien ueber das natuerliche Vorhandensein von Formaldehyd in Pflanzen. Professoren der Universitaeten beteiligten sich, aber die Antworten vom NBI waren unveraendert. Es gaebe kein Formalin in Pflanzen, wenn es nicht kuenstlich beigebracht werden wuerde. Auch die Standards der WHO wurden abgedruckt, allerdings von auslaendischen Behoerden, da die philippinischen Stellen die nicht kannten. Jede Behoerde tat sich wohlwollend mit Ignoranz hervor, aber das NBI &#8220;uebertraf &#8221; alle.</p>
<p>Nachdem die orginalen Dokumente aus Australien angekommen waren, betrieb der Anwalt von Minny eine einstweilige Verfuegung, dass die vom NBI aufgestellten Behauptungen falsch waeren und die Medien sowie das NBI und andere Behoerden verpflichtet waeren, die Tatsachen zu veroeffentlichen. Die Artikel in den Zeitungen waren hitzig geworden. Die meisten schlugen sich auf die Seite der philippinischen Akademia, nur wenige hielten es mit den Behoerden. Der Richter gab der einstweiligen Verfuegung statt. Das NBI wehrte sich als einzige Behoerde weiter. Die anderen hatten sich scheinbar &#8220;schlau&#8221; gemacht und sich auf die Seite der Farmer geschlagen. Nun wurde das Justizminiterium eingeschaltet, das die Verfuegung &#8220;verschwinden&#8221; lassen sollte. Aber auch dort hatte sich Wissen statt Vermutung verbreitet und die Verfuegung blieb bestehen.</p>
<p>Das NBI gab nach und sollte nun zumindest fuer eine Weile schweigen. Die Gemueter beruhigten sich und innerhalb einer Woche hatten Verkauefe fast wieder Normalitaet erreicht.</p>
<p>Sechs Monate spaeter griff der Sun Star von Cebu das Thema wieder auf und sprach von kontaminierten Gemueselieferungen aus Negros und von Dalaguete. Das NBI in Cebu City bestaetigte diese Lieferungen und deren Analysen. Noch am gleichen Abend machte ich mich per Schiff nach Cebu auf und um neun Uhr morgens war ich im Buero des Sun Stars. Dort wurde ich an die Verfasserin des Artikels verwiesen, eine junge Dame, die die Tochter eines bekannten Kongressmannes war, dessen Namen eher an Pizza erinnert als an Politik. Ich traf mich mit ihr zumMittagessen, erklaerte die Situation, belegte alles mit unseren Dokumenten und stellte die &#8220;Gretchenfrage: &#8220;Sind die Analysen quantitativ oder qualitativ gemacht worden?&#8221; Die Antwort lautete erwartungsgemaess, dass sie das nicht wuesste. Daher fuhren wir zum NBI und dort bekamen wir unsere Antwort. Wahrscheinlich kann sich ein jeder diese Antwort denken. Schliesslich konnten sie vorher keine quantitativen Analysen machen, warum sollte das heute anders sein.</p>
<p>Am naechsten Tag hatte die junge Reporterin einen Artikel dazu geschrieben, der ueberwiegend auf meinen Unterlagen basierte und der die Sachlage klar stellte. Diese Mal hielt sich das NBI zurueck, und damit schien das Thema endgueltig erledigt. Erst 2002 kam es in Luzon mal wieder hoch und vor einigen Wochen ein drittes Mal, aber dieses Mal in Bezug auf importiertes chinesisches Gemuese. Das Langzeitgedaechtnis der Behoerden hier scheint etwas kurz zu sein. Allerdings artete es nie mehr in eine Panik aus so wie 1994.</p>
<p>Das war die andere Seite von Minny, denn sie hatte damals alles finanziert und insgesamt bestimmt etwa 250.000 Pesos &#8220;verpulvert&#8221;.</p>
<p>Aber wenden wir uns wieder der ersten Seite zu. Es dauerte nicht sehr lange und wir wurden wiederholt von Farmern gefragt, was sie machen sollten, Minny wuerde ihr Gemuese nicht bezahlen. Antwort ausser auf Klage hinzuweisen, wussten wir auch keine.</p>
<p>Mitte 1995 waren die Preise fuer Eisbergsalat in ungeahnte Hoehen geschossen. Ein Kilo kostete in Manila ueber 400 Pesos im Grosshandel, und der bezahlte fuer gute Ware bis zu 380 Pesos das Kilo. Wir hatten etwa einen halben erntereifen Hektar Eisbergsalat. Unsere erste Ernte (die erste Ernte ist immer eine der kleinsten) erbrachte 650 Kilos und der Manila Haendler bezahlte abzueglich Flugkosten netto 355 Pesos das Kilo. Wir waren happy. Wir blieben drei Tage in Cagayan und benachrichtigten Rico die naechste Ernte zu schicken. Die Ernte kam aber nicht an und ich fuhr mit Inday nach Maagnao um zu heraus zu finden was los sei. Dort angekommen, erzaehlte Rico, dass die Leute von Minny hier gewesen seien. Sie sagten, sie kaemen in unserem Auftrag, und sollten den Salat abholen. Rico schrieb gewissenhaft auf, was sie ernteten und uebergab uns die Liste. Es waren 2200 Kilos gewesen. Ich fuhr sofort nach Cagayan, und konfrontierte Minny, die meinte, dass sie einen Kunden hatten, der die Ware dringend braeuchte, und sie wuerde mir 60 Pesos fuer 800 Kilos bezahlen. Ich fuehlte mich total verarscht. &#8220;Ja der Rest sei alles verfault gewesen und die Preise seien seit vorgestern gefallen,blah blah blah&#8230;..&#8221; versuchte sie zu erklaeren. Ich nahm den Scheck nicht an und wendete mich statt dessen an einen Anwalt.</p>
<p>Der bereitete eine Anzeige vor, da es ja offensichtlicher Diebstahl und Betrug war. Aber die Polizei weigerte sich die Anzeige entgegen zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Klage zwar, aber nachdem Minny ihr &#8220;Counter Affidavit&#8221; abgeliefert hatte, wies er die die Klage ab und meinte das sei eine zivile Sache. Minny hatte natuerlich X  Zeugen, die aussagten, dass ich den Auftrag zum abholen gegeben haette und ihr den Verkauf ueberliess. Natuerlich waren es lauter Familienmitglieder, die das beschworen.</p>
<p>Nun lief es also auf eine Privatklage hinaus.  Und die zog sich und zog sich und wurde in der ersten Instanz irgendwann 2006 fuer uns entschieden, Minny ging in die Berufung  und seitdem laeuft sie immer noch. (So eine Klage hier ist wie ein VW Kaefer, nur dass das &#8220;Laufen&#8221; des Kaefers eine angenehme Sache war)</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 2. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die &#8220;Formalinpanik&#8221; auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen &#8220;haltbar&#8221; zu machen.</p>
<p>Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. <span id="more-2183"></span>Ororama entschloss sich Proben ziehen zu lassen und diese im Labor des NBI (National Bureau of Investigation) untersuchen zu lassen. Einige Tage spaeter kamen die Ergebnisse und sie waren erschuetternd. Alle Proben waren positiv fuer Formaldehyd, die schaedliche Chemikalie, die zu 37% in Formalin enthalten ist, mit Ausnahme unseres Eisbergsalates.  Insbesondere in unserem Falle war es unverstaendlich, da wir keinFormalin verwendeten und da wir auch in erster Linie nur mit eigenem Gemuese handelten.</p>
<p>Innerhalb von drei Tagen tauchten NBI Agenten in Agora auf um dort direkt Proben zu ziehen. Auch im Cogon Markt waren die Agenten aktiv. Wieder waren alle gezogenen Proben positiv. Unser Eisbergsalat war diesmal beim Test nicht dabei.</p>
<p>Minny jammerte, dass sie fast kein Gemuese mehr verkaufen konnten, aber es ging nicht nur ihr so, sondern anderen Haendlern ebenso. Wir waren natuerlich total uninformiert und es gab auch kein Internet zuum recherchieren so wie heute. Ich ging also zu der Xavier Universitaet, wo ich einen der Lehrer sehr gut kannte (das waren fast alle Jesuiten) und bat um die Erlaubnis deren Buecherei verwenden zu duerfen, die ich auch bekam. Einer der dortigen Chemie Lehrer mit einigen Studenten halfen mir bei der Suche, aber viel kam dabei nicht heraus. Das einzige positive was wir lernten, war, dass eine qualitative sowie eine quantitative Analyse haette gemacht werden koennen. Was tatsaechlicht analysiert wurde vom NBI wussten wir nicht und so fragte ich einfach nach. Im NBI Labor erfuhr ich dann, dass nur eine qualitative Analyse gemacht worden war, die auch Formalingehalt von 5 Teilen pro Milliarde  (5ppb) nachweisen koenne. Wieviel Formaldehyd die Proben nun tatsaechlich enthielten, wussten die Agenten nicht.</p>
<p>Zurueck bei Minny erzaehlte ich was ich soweit herausgefunden hatte und nun bat ich sie in Deutschland anrufen zu duerfen, um weiteres zu erfahren. Ich rief drei Freunde in Deutschland an, die daraufhin recherchierten und eines der Ergebnisse zwei Tage spaeter war, dass fast alle Obst und Gemuesesorten natuerliches Formaldehyd enthielten und die WHO damals den Standard auf 40 ppb (parts per billion) gesetzt hatte. Damit war uns nun klar, dass eine qualitative Analyse gar nichts anderes als positiv sein konnte.</p>
<p>Am gleichen Nachmittag kamen um die 20 Agenten nach Agora und nahm ueber 40 Leute zur Vernehmung mit. Ich war einer der &#8220;Erwaehlten&#8221; und ich machte im NBI meine Aussage, wobei der Kernpunkt war,  dass ich weder jemanden kennen wuerde, der Formalin zur Praeservierung verwenden wuerde, noch jemals davon gehoert haette. Mein Hinweis auf das natuerliche Vorkommen von Formalin sowie auf die Tatsache, dass die Menge des enthaltenen Formalins weder hier noch in Manila untersucht worden war, wurde geflissentlich ignoriert.</p>
<p>Zwei Tage spaeter stand dann im Goldstar Daily zu lesen, dass ich angeblich gesagt haette, dass ich schon wuesste, wer Formalin verwenden wuerde, aber das erst zu einem spaeteren Zeitpunkt sagen wuerde. Ich regte mich furchtbar darueber auf und marschierte sofort zum Goldstar und verlangte den Editor in Chief zu sprechen, was mir auch gewaehrt wurde. Dem erklaerte ich die Sachlage und liess ihm die Kopie meiner Aussage lesen, auf die ich bestanden hatte, obwohl man mir sagte, das sei nicht ueblich. Der machte ganz schoene Augen und rief zuerst den Reporter zu sich, der den Artikel geschrieben hatte. Der bestaetigte die Behauptung, dass der NBI Agent das so gesagt habe. Der Editor versprach g;lich fuer den naechsten Tag eine Korrektur in seiner Zeitung und er werde ebenso auf das natuerliche Vorkommen hinweisen und das NBI fragen, warum keine quantitative Analyse gemacht worden war.</p>
<p>Der Mann hielt Wort und am naechsten Tag stand es berichtigt in der Zeitung, wobei das NBI ziemlich schlecht weg kam wegen der Unterlassungen sowie wegen der falschen Zitate.</p>
<p>Nachdem wir das gelesen hatten,  beschloss Minny, dass wir nach Manila fliegen wuerden auf ihre Kosten und dort alle Proben untersuchen lassen wuerden sowohl qualitativ, als auch quantitativ.Wir gingen also bei allen Haendlern vorbei und zogen Proben. Alles in allem schleppten wir ueber 200 Proben mit nach Manila.</p>
<p>Am naechsten Morgen flogen wir los und da Minnys Leute sich bereits erkundigt hatten, wussten wir auch zu welchem Labor wir mussten. Dort gaben wir unsere Proben ab &#8211; das war teuer und kostete ueber 100k wegen der Menge &#8211; und nun mussten wir drei Tage warten, um alle Ergebnisse zu bekommen. Endlich war es soweit und alle Proben erwiesen sich qualitativ als positiv und quantitativ als weit unter dem von der WHO gesetzten Standard. Wir freuten uns natuerlich und feierten an diesem Abend. Am nachsten Morgen flogen wir zurueck nach Cagayan und informierten zu allererst die Haendler und danach fuhren wir zum Goldstar, wo wir die Ergebnisse vorlegten. Der Editor kopierte die gesamten Analysen und schrieb einen flammenden Artikel, in dem er wuetend die Behoerden angriff und ihnen vorwarf, dass sie inkompetent seien und nicht einmal sich entsprechend informierten, sondern stattdessen eine landesweite Panik hervor riefen. Am folgenden Tag war eine fast genaue Abschrift im Inquirer und einer der Kolummnisten griff das NBI &#8220;for sloppy investigation&#8221; an. Die anderen Zeitungen uebernahmen die Berichterstattung und Jaime, der Editor vom Goldstar, hatte einen &#8220;Field Day&#8221;, denn ueberall stand dabei: &#8220;Mit freundlicher Genhmigung des Goldstar Daily&#8221;.  Jaime und ich sind danach gute Freunde geworden.</p>
<p>Man sollte nun glauben, dass alles ausgestanden war, aber Pustekuchen, so leicht liess sich das NBI nicht einschuechtern.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 1. Teil</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 09:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Jahre 1991  hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es hier nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahre 1991  hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es <a href="http://www.phil-life.net/2010/04/21/es-gruent-so-gruen-1-teil/" target="_self">hier</a> nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen Haendlern und Bodegainhabern unterhalten und mich am Ende fuer Ronny entschieden, da sie den ehrlichsten und auch interessiertesten Eindruck machte.</p>
<p>Als unsere Lieferungen dann begannen, waren wir auch regelmaessig in Agora. Dort ging es sehr geschaeftig zu und in kurzer Zeit lernten wir all die anderen Bodegabesitzer kennen. Einige schaetzte man sehr, andere waren weniger interessant und so entwickelten sich Beziehungen zu den einzelnen Leuten. <span id="more-2177"></span></p>
<p>Eine andere wichtige &#8220;Einrichtung&#8221; in Agora waren die &#8220;Buayas&#8221; (das ist Visaya fuer Krokodil), und die traf man immer an. Vom fruehen Morgen bis in die Nacht hinein versuchten sie Gemuese zu kaufen und anderweitig wieder mit Gewinn an den Mann zu bringen. Dabei war man nicht immer ehrlich und zog den einen oder anderen schon mal ueber den Tisch. Es gab aber auch ehrliche Buayas.</p>
<p>Eine der groessten Haendlerinnen war Minny, deren Bruder Kagawad (Stadtrat) in Cagayan war. Ihre Bodega war immer voll mit Gemuese, denn neben dem Handel betrieb die Familie auch eine Farm in Alanib. Zudem lieferten sie waehrend der Saison auch sehr viel Gemuese nach Manila, denn waehrend der Regenzeit konnten die Kordillieren nicht produzieren und Preise fuer Gemuese aus Mindanao schossen nach oben. Dann wurde Minnie sehr geschaeftig und war laufend in den Bergen unterwegs um Gemuese zu kaufen. Die ganze Familie half mit den Betrieb am Laufen zu halten und sie waren eigentlich ein Musterbeispiel einer erfolgreichen, philippinischen Familie.</p>
<p>Wir hatten verschiedene Erlebnisse mit ihr, die ich hier so nach und nach erzaehlen moechte.</p>
<p>Als ich sie am Anfang kennen lernte hatte ich einen sehr positiven Eindruck. Sie und ihr Mann Tano waren nicht nur freundlich, sondern auch immer zu Scherzen aufgelegt und man verbrachte ganz gerne Zeit mit ihnen. Sie fragte auch nie nach unserem Gemuese, sondern akzeptierte die Tatsache, dass wir einfach direkt auslieferten und in Agora selten etwas verkauften.</p>
<p>Eines Tages lernte ich einen anderen Bodegainhaber namens Pedro besser kennen. Auch er war sehr fleissig und selten in seiner Bodega anzutreffen, die dann immer von seinem Sohn gefuehrt wurde. Und dieser Pedro erzaehlte mir, dass Minny eine Betruegerin sei und die ganze Familie das unterstuetzen und auch decken wuerde. Nun konnte ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen, denn mir waren sie immer sehr freundlich und zuverlaessig erschienen. Gelegentlich hatten wir von ihr sogar Gemuese gekauft und wenn ich mal reklamieren musste, wurde das prompt erledigt. Und so erzaehlte ich das dem Pedro. Der meinte nur, dass ihre Freundlichkeit ihre &#8220;Geheimwaffe&#8221; sei und ploetzlich wuerde sie wie eine Schlange zuschnappen, und bumm sass man da und hatte einige 10.000 Pesos in den Sand gesetzt.</p>
<p>Nun ja, solche Redereien koennen hier alles moegliche bedeuten. Sie koennen wahr sein oder sie koennen aus Neid heraus entstanden sein. Ich nahm mir vor, das ganze sehr genau zu beobachten und Geschaefte mit Minny weitgehend zu vermeiden.</p>
<p>Fuer lange Zeit hoerte ich nun nichts mehr ueber Minny, bis ich eines Tages mit meiner Frau bei Fely in der Carenderia sass und dort wurde Inday von einer Frau angesprochen, die ihr einiges erzaehlte. Es ging um Minny und es ging um Betruegereien. Eine ihrer bevorzugten Methoden schien zu sein, Farmer bereits vor der Ernte anzusprechen, ihnen eine kleine Vorauszahlung zu machen und dann wenn die Ernte kommt, hinzufahren und alles abzuholen, aber danach mit vielen faulen Ausreden nicht mehr zu bezahlen.</p>
<p>Es war wohl 1993 geworden, als meine Frau zum ersten Mal einen Geschaedigten traf und es sozusagen aus erster Hand erfuhr, denn genauso, wie es die Frau damals in der Carenderia geschildert hatte, ist es abgelaufen. Der Geschaedigte war ein kleiner Farmer und es drehte sich bei ihm nicht mal um Unsummen, sondern um nur 7000 Pesos, was fuer ihn eine Menge Geld war, insbesondere wenn man bedenkt, dass die naechste Ernte seiner Paprikaschoten noch 3 Monate ausstand und er nicht mehr wusste, wie er die spritzen und kultivieren sollte ohne Geld.</p>
<p>Das fand ich jetzt natuerlich ganz besonders schofel, einen kleinen Farmer ueber den Tisch zu ziehen und ich nahm mir vor Minny darauf hin anzusprechen. Einige Tage spaeter war es soweit und ich war alleine mit Minny in ihrem Buero.</p>
<p>&#8220;Sag mal, Minny,&#8221; begann ich, &#8220;wir haben da einen Farmer aus Kolambugan getroffen, und der erzaehlte, dass du seine Pakrikas nicht bezahlt hast. Warum denn das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nun die Dinger faulten innerhalb von zwei Tagen, da sie nicht ordentlich gespritzt worden waren und ueberall die Larven der Fruchtfliege im inneren herum krochen. Die waren halb verfault, als sie in Manila ankamen und wurden natuerlich nicht bezahlt. Auf der Fracht bin ich auch sitzen geblieben,&#8221; antwortete sie und ich konnte diese Argumantation nicht widerlegen. So wuerden wir die Wahrheit wohl nicht heraus finden.</p>
<p>Solche Geschehnisse wie mit diesem Farmer haeuften sich nun und immer oefter hoerten wir von solchen Geschichten. Auch einige Buayas begannen nun bei uns &#8220;auszupacken&#8221;, da man sich ja nun schon laenger kannte.</p>
<p>Immer oefter brachte ich die Sprache auf solche Geschehnisse bei Minny, und jedesmal hatte sie eine andere Ausrede parat. Jedesmal war es absolut plausibel was sie sagte und es war ihr wohl kaum beizukommen.</p>
<p>Einige der Geschaedigten hatten auch bei der Polizei reklamiert und bekamen nur zu hoeren, dass das wohl eine Privatsache war und ueber eine normale Zivilklage zu regeln sei. Nicht bezahlen in solchen Faellen war ja kein Betrug, erzaehlte die Polizei den Geschaedigten. Die Ware sei eben nicht in Ordnung gewesen.</p>
<p>So konnte sich die &#8220;gute Minny&#8221; immer aus der Affaere ziehen.</p>
<p>Aber es wohnten zwei Seelen in Minny&#8217;s Brust, und damit geht es im zweiten Teil erst einmal weiter, bevor wir wieder Detektiv spielen durften.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Ein Mitglied einer &#8220;hoch angesehenen Familie&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 12:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder kennt die  &#8220;angesehene Familie&#8221; spaetestens seit dem Maguindanao Massaker am 23.  November 2009. Dort sollen sie angeblich 57 Menschen auf grausamste Art und Weise ermordet haben, darunter auch 34 Journalisten und ansonsten andere politische Opponenten und eben auch fuenf &#8220;Passanten&#8221;, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ich selbst hatte im September 1989 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder kennt die  &#8220;angesehene Familie&#8221; spaetestens seit dem Maguindanao Massaker am 23.  November 2009. Dort sollen sie angeblich 57 Menschen auf grausamste Art und Weise ermordet haben, darunter auch 34 Journalisten und ansonsten andere politische Opponenten und eben auch fuenf &#8220;Passanten&#8221;, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ich selbst hatte im September 1989 das zweifelhafte &#8220;Vergnuegen&#8221; eines ihrer Familienmitglieder kennen zu lernen.</p>
<p>Wie der geneigte Leser dieses Blogs mittlerweile weiss, waren wir zu der Zeit im Chormerzgeschaeft gewesen und hatten auch recht ordentlich verdient dabei. Wir haben unser Erz nicht nur mit LCTs geliefert, sondern auch mit groesseren Pumpboats, die zwischen 20 und 40 Tonnen laden konnten. Eines Tages, als wir gerade mit dem Ausladen fertig waren &#8211; der Lagerplatz der Firma Horizon war in Cugman, Cagayan de Oro &#8211; tauchten zwei Maenner in Militaeruniform auf. <span id="more-2168"></span>Der eine stellte sich als Major Dagalanggit vor und der andere als Capain Ampatuan, wobei letzterer sofort betonte einer bekannten Familie in Maguindanao anzugehoeren. Die wollten unsere Ladepapiere kontrollieren. Ich warf ein, dass sie dazu kein Recht haetten als Militaer, denn das sei Sache der Polizei oder des Bureau of Mines. Das gefiel den beiden ueberhaupt nicht und eh ich mich versah, flog ich in einen Haufen sandiges Erz. Als ich aufstand hatte einer der beiden seine Pistole auf mich gerichtet. Ich liess mich aber nicht unterbuttern und verlangte die Ausweise zu sehen. Ohne Ausweise, die beweisen wuerden, dass sie wirklich Militaer und nicht als Militaer auftretende NPA, wuerde ich gar nichts vorzeigen und mich an die Polizei wenden. Nun das war wohl ein Fehler, denn der eine &#8211; ich kann mich nicht mehr erinnern ob Ampatuan oder Dagalanggit &#8211; kam naeher und presste mir seine Waffe unter das Kinn. Naja ich bin zwar kein Feigling, aber hier rutschte mir das Herz dann doch in die Kniekehlen. Ich gab nach und holte die Papiere vom Boot.</p>
<p>Nach dem Kontrollieren der Papiere, meinten sie, dass die unvollstaendig seien und die Ladegenehmigung vom Militaer fehlen wuerde. Davon hatte ich noch nie etwas gehoert und es hatte auch keine der beteiligten Behoerden jemals erwaehnt, dass diese Papiere noetig seien. Ich vermutete sofort, dass hier etwas konstruiert werden solle um an Bestechungsgeld zu kommen. Und es dauerte auch keine fuenf Minuten, da meinte der eine, dass man das aber mit einer finanziellen Zuwendung auch guetlich loesen koenne. Lorenzo, genannt Insong, der dabei war, sagte diese &#8220;Zuwendung&#8221; dann auch zu. Sie wollten 20000 Pesos haben, aber so hoch war der Reingewinn von einer Pumpboat Ladung nun auch wieder nicht, dass man das bezahlen koennte. Am Ende bezahlten wir 10000 Pesos und die beiden zogen befriedigt ab, nicht ohne zuvor anzukuendigen, dass sie wiederkommen wuerden.</p>
<p>Diese Situation machte uns natuerlich ganz ungluecklich, ging doch der ganze Gewinn fuer die Bestechung drauf. Wir beratschlagten und entschlossen uns in Zunkunft nachts zwischen zwei und vier Uhr auszuladen und danach das Boot an den Pier nach Agusan zu schicken. So wuerden sie wohl nicht mitbekommen, dass wir Erz angeliefert hatten. Gelegentlich koennte man ja auch ein Boot tagsueber ankommen lassen und bezahlen um diese &#8220;Aasgeier&#8221; zufrieden zu stellen.</p>
<p>Wir machten es so und es ging gut fuer etwa zwei Monate. Aber die beiden waren sehr unzufrieden mit ihrem Geschaeftsverlauf, da sie nur einmal im Monat etwas kassieren konnten und handelten nun ihrerseits. Details dazu schreibe ich aber spaeter, da ich der Geschichte nicht vorgreifen will.</p>
<p>Eines Abends, als ich bei Insong im Haus war, stuermten die beiden Soldaten ploetzlich mit gezogenen Waffen ins Haus. Insongs Kinder waren geschockt und begannen zu weinen. Seine Frau, die ja von den beiden wusste, ging mit den weinenden Kindern ins Schlafzimmer. Die beiden setzten sich ohne zu fragen an den Tisch, knallten ihre Pistolen hin und begannen wortlos zu essen. Sie bedienten sich mit den Fingern. Insong und ich sahen mit grossen Augen zu. Der Tisch war fuer das Abendessen bereits gedeckt gewesen. Als die beiden fertig waren verlangten sie Bier. Insong schickte seinen Aeltesten zum Store um die Ecke. Noch immer sagten sie nichts. Nachdem sie das Bier getrunken hatten und mehr verlangten, rueckten sie mit der Sprache heraus. Sie seien ueber unsere Nachtankuenfte informiert worden und wollen nun 200000 Pesos haben fuer die nicht bezahlten 10000 Pesos  pro Shipment.  Sie hatten den Nachtwaechter von Horizon bedroht und der konnte seinen Mund natuerlich nicht halten, da er um sein Leben fuerchtete. Ich machte dann unmissverstaendlich klar, dass wir solche Geldmengen nicht besaessen. Sie drohten, dass sie einen von uns beiden sofort als Beispiel erschiessen wuerden, wenn wir nicht mit der Kohle rueber kaemen. Aber wir hatten ja nur ein paar tausend in der Tasche, schliesslich hatten wir seit fuenf Lieferungen noch kein Geld bekommen und warteten auf die Ankunft desselben. Ich erklaerte die Situation und am Ende gaben sie sich mit den 8000 zufrieden, die wir in der Tasche hatten. Sie gaben uns eine Woche Zeit um die restlichen 200000 Pesos zu bezahlen, die 8000 seien nur ein Unkostenbeitrag, da sie ja wieder kommen muessten.</p>
<p>Wir berieten an jenem Abend bis in die Nacht hinein was wir tun koennten. Aber es gab nichts zu tun. Eine Anzeige wuerde im Sande verlaufen und die zwei total gegen uns aufbringen und so entschloss ich mich den Chef von Horizon zu informieren und ihn um Rat zu fragen.</p>
<p>Am naechsten Tag rief ich dann vormittags in Manila an und schilderte Rolly die Vorfaelle. Rolly d. G. war der Chef von Horizon. Er sah da ueberhaupt kein groesseres Problem &#8211; &#8220;gelobt&#8221; sei der, der in diesem Land die richtigen Beziehungen hat &#8211; und er versprach, alles innerhalb von 48 Stunden ins Reine zu bringen. Ich solle ihn also in zwei Tagen wieder anrufen.</p>
<p>Das machte ich dann auch zwei Tage spaeter und Rolly erzaehlte mir am Telefon, dass er seinen guten Freund General XY&#8230;. angerufen hatte, und der habe das Problem bereits geloest. Die beiden seien zur Stunde bereits nach Luzon unterwegs, da sie in die Kordillieren versetzt worden waren.</p>
<p>In der Tat haben wir nie mehr von dem &#8220;sauberen Erpresserpaar&#8221; gehoert!</p>

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	<li><a href="http://www.phil-life.net/2009/12/25/3-tote-in-gensan-durch-feuer-im-kracherladen/" title="3 Tote in Gensan durch Feuer im &#8220;Kracherladen&#8221; (Dezember 25, 2009)">3 Tote in Gensan durch Feuer im &#8220;Kracherladen&#8221;</a> (0)</li>
	<li><a href="http://www.phil-life.net/2010/02/03/abstimmung-beim-besucher-award/" title="Abstimmung beim Besucher-Award (Februar 3, 2010)">Abstimmung beim Besucher-Award</a> (0)</li>
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