Archive for the ‘Erlebnisse’ Category
05.April.2011
Der Tod von Claus 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Es war Montag geworden und nachdem Claus zu Mittag gegessen hatte, kamen am Nachmittag auch Marion und meine Frau ins Krankenhaus. Claus war sehr lebhaft und beim Reden bewegte er seine Arme im altgewohnten “Windmuehlenstil”. Claus hatte immer eine sehr ausgepraegte Art mit den Haenden zu reden. Es ging ihm schon recht gut und nach dem Essen hatte die Aerztin gesagt, dass er morgen in ein normales Zimmer kommen sollte. Wir waren alle recht froh, dass die Krise vorbei war und Claus sich auf dem Weg der Besserung befand.
Meine Frau hatte eine sehr angeregte Unterhaltung mit Claus und Marion “filmte” das ganze, da sie ja ihr neues Handy bekommen hatte. Es war zum ersten mal, dass sie eine Videofunktion im Handy hatte. Den Film haben wir uns noch Jahre danach immer wieder mal angesehen.
Gegen vier Uhr nachmittags wurde Claus unruhig. Er wollte unbedingt nach Hause, was natuerlich nicht moeglich war. Die Aerztin kam und Claus musste ein Beruhigungsmittel nehmen, da er einfach zu aufgedreht war. (weiterlesen…)
Tags: auto, claus, krankenhaus, Mindanao03.April.2011
Der Tod von Claus 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Am fruehen Nachmittag kam Apple ins Krankenhaus. Apple erzaehlte mir zuallererst, dass die Ex von Claus auf der Bank war und versuchte 5.000 Euro vom Konto abzuheben. Als Apple ihr klar machte, dass das ohne die Unterschrift von Claus nicht ginge, war sie ziemlich veraergert und beschimpfte unseren Freund, so dass auch andere Leute auf sie aufmerksam wurden. Anschliessend gingen wir zusammen zum ICU. Zum Glueck waren weder die “Tochter” noch die Ex anwesend und so konnten wir mit Claus alles sehr schnell klaeren. Apple ging zurueck zur Bank und mein Schwager uebernahm den “Dienst” im Krankenhaus. Abends schaute ich wieder bei ihm vorbei und er machte Fortschritte.
Am naechsten Morgen war ich dann wieder im Spital und Claus bat mich die Ex nach dem Geldbeutel zu fragen. Als sie spaeter kam, machte ich das und wurde erwartungsgemaess von ihr angeschnauzt, was mich das angehe. Ich zeigte ihr den Zettel um zu beweisen, dass ich das auf Bitten von Claus machte, aber das beeindruckte sie nicht. (weiterlesen…)
Tags: claus, krankenhaus, Mindanao, philippinen01.April.2011
Der Tod von Claus 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Es war der 28. Oktober 2005 etwa 10 Minuten nach Mitternacht. Ich war noch wach und las. Meine Frau war im Bad um sich fuer das Bett vorzubereiten. Die Kinder schliefen und auch im Nebengebaeude war alles ruhig. Dort schliefen wie immer einige meiner Mitarbeiter.
Ploetzlich ging der Messagealarm an meinem Handy los und ich schaute verwundert auf und fragte mich wer wohl zu solch nachtschlafender Zeit texten wuerde. Ich oeffnete die Nachricht und dort stand ein einziges Wort: “Help!” Die Nachricht kam von Claus, meinem besten und bis dahin auch einzigen “auslaendischen” Freund. Meine anderen Bekannten und Freunde waren alle Pinoys.
Ich dachte kurz nach und wusste, dass ich das ernst nehmen muss, Claus wuerde mit so etwas nie seine Scherze machen. Ich dachte eigentlich zuerst, dass ein Ueberfall oder so etwas stattfinden wuerde, insbesondere da Claus vor zwei Tagen groessere Streitereien mit einem moslemischen Handwerker hatte und die solche Sachen uebel nehmen koennen und eben eine Revanche planen koennten. (weiterlesen…)
Tags: claus, krankenhaus, Mindanao, philippinen26.März.2011
Erwin
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Erwin war der einzige auf ganz Dinagat, der ein Boot hatte ohne Ausleger. Auch nach zwei Jahren wurde er noch oft gefragt, warum das Boot ohne Ausleger denn nicht kentern wuerde. Das Boot war etwa zehn Meter lang und drei Meter breit und er befoerderte ueberwiegend Fracht zwischen den Doerfern am Meer, fuhr aber auch auch gelegentlich nach Surigao City. Passagiere bekam er weniger, da die meisten Menschen dort dem Boot nicht vertrauten.
Nachdem wir unseren Stockyard in Wilson gebaut hatten (siehe hier sind aber fuenf Teile) lieferte Erwin manchmal Chromerz von anderen Eigentuemern an, begann aber dann auch selbst Erz zu kaufen und zu liefern. Mindestens zweimal die Woche kam er und brachte jedes mal so 3-4 Tonnen Erz von zumeist sehr guter Qualitaet. (weiterlesen…)
Tags: betrug, chromerz, dinagat, Mindanao17.März.2011
Geldverleih
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Nun ja, wir waren gerade ein paar Wochen in Cebu City gewesen, als meine Frau mir von den “Money Lendern” erzaehlte, die insbesondere fuer die kleinen Leute im Markt Bargeld zur Verfuegung stellten und dafuer horrende Zinsen nahmen. Zwanzig Prozent pro Monat waren ueblich und die Geldgeber waren in fast allen Faellen Chinesen. Die Inder stiegen erst Anfang der 90er Jahre in dieses Geschaeft ein, kontrollieren es heutzutage aber fast vollstaendig. Meine Frau wollte sich an diesem Geschaeft beteiligen und war gewillt Geld fuer 10% pro Monat zu verleihen, was aber immer noch ein “unverschaemter Zinsatz” war.
Sie ging also auf den Markt in Mabolo – das war damals noch ein sehr kleiner Markt – und fand auch innerhalb der ersten Tage genug Kunden, so dass die ersten 50k recht schnell an die verschiedensten Leute verliehen war, wobei keiner mehr als 1000 Pesos fuer die erste Kreditaufnahmen bekommen konnte. Steigern wollte sie das ganze je nach Zuverlaessigkeit der Rueckzahlung. (weiterlesen…)
Tags: cebu, kredit, philippinen, zahlen16.März.2011
Der Hollaender
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Irgendwann im Sommer 1989 erzaehlte mir jemand, dass sich auf einer kleinen Insel in der Melgar Bay vor Nazareth ein Hollaender niedergelassen haette und jetzt auf eben dieser Insel ein Haus bauen wuerde. Man erzaehlte mir auch, dass es kein Wasser auf der Insel geben wuerde und dass der Hollaender mit Bohrtrupps angerueckt sei.
Ich wunderte mich ein wenig, denn auf einer kleinen Insel ohne Wasser zu leben stellte ich mir nicht so lustig vor. Die Insel hatte die Form eines in der Rundung angespitzten Hufeisen und war etwa 5 Kilometer lang und zwischen einem halben und einem Kilometer breit. Ueber die Insel zog sich im Zentrum eine kleine Huegelkette und auf dieser Huegelkette baute der Hollaender und hatte dabei den Standort des Hauses so gewaehlt, dass man sowohl auf die halb offene Lagune schauen konnte, sowie auf die Melgarbay in Richtung Westen. Sollten allerdings Taifune kommen, dann waere das Haus auf dem Huegel wohl voll im Wind. Ob er von den Handwerkern oder der Gemeinde gewarnt worden war, wusste ich damals aber noch nicht. (weiterlesen…)
Tags: dinagat, insel, Mindanao, wasser08.März.2011
Beeline 4. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Die Probleme mit Cherry, der Kellnerin, nahmen nun echt ueberhand. Sie fuehlte sich so sicher durch ihr Verhaeltnis mit meinem Partner, dass sie nicht nur Anweisungen von mir ignorierte, sondern sogar begann Anweisungen an andere Angestellte zu geben, die dann haeufig den meinen widersprachen. Das konnte und wollte ich mir natuerlich nicht bieten lassen und so knoepfte ich mir Cherry unter vier Augen vor und sagte klipp und klar, dass es so nicht ginge und ich auf ihren Hinauswurf bestehen wuerde, wenn sie sich nicht zusammen reissen wuerde. Das schien erst einmal zu helfen, aber leider nur fuer wenige Tage. Danach begann sie wieder “Chefin” zu spielen und das Personal herum zu scheuchen. Das ging so weit, dass Susann schon kuendigen wollte. Dieses mal beschranekte ich mich nicht auf ein Gespraech unter vier Augen, sondern widerrief Anordnungen von ihr offen und sagte dazu, dass jeder, der ihre “Befehle” befolgt fliegen wuerde. (weiterlesen…)
Tags: beeline, essen, Mindanao, philippinen, Restaurant06.März.2011
Beeline 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Meinem philippinischen Partner gefiel es nun ueberhaupt nicht, dass ich Cherry an die frische Luft gesetzt hatte und wir hatten eine Auseinandersetzung darueber. Meiner Argumentation der Verschwiegenheit wollte er nicht folgen, obwohl er als verheirateter Mann ja nun wirklich kein Kind von Traurigkeit war und gelegentlich auch auf etwas Diskretion angewiesen war um einen grossen Ehekrach zu verhindern. Erst spaeter lernte ich dazu, dass er ein Verhaeltnis mit ihr hatte und sie deswegen unbedingt behalten wollte. Ich gab nach und der erste Bruch war da, denn ich wollte solche Leute nicht einstellen.
Die naechsten Tage entwickelten sich sehr negativ mit Cherry, denn sie liess mich bei jeder Gelegenheit fuehlen, dass sie meinen Partner hinter sich wusste. Ich war auf Dauer aber nicht gewillt mir ihre Frechheiten gefallen zu lassen. Im Moment liess ich es aber darauf beruhen. (weiterlesen…)
Tags: beeline, essen, Mindanao, philippinen, Restaurant08.Februar.2011
Beeline 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Die naechsten Tage ging es natuerlich etwas langsamer als am Eroeffnungstag, aber das Geschaeft lief gut und insbesonders nach der Abendessenszeit waren wir fast immer gerammelt voll. Die Band war gut und die Leute kamen. Es wurde viel getrunken und eben meist Wurstgerichte wurden als Pulutan (Snack) bestellt. Daraufhin boten wir auch einen grossen Wurstteller als Pulutan an und alle Wuerste waren auch ohne Beilagen mundgerecht geschnitten erhaeltlich.
Unter anderem hatten wir Bifflamot mit Fingernudeln auf der Karte, und die “Nudeln” mit Weinsosse ohne das Rind entwickelten sich zum Renner. Bifflamot ist nichts weiter als die Bajuwarisierung von Beuf a la Mode und Fingernudeln sind handgeformte bayrische Kroketten. Langsam veraenderte sich die Karte und weniger gut verkaeufliches verschwand, anderes wurde eben etwas “philippinisiert” wie z.B. der Bayrische Wurstsalt mit Chili, wieder anderes wurde in kleineren Portionen als “Merienda” angeboten. (weiterlesen…)
Tags: beeline, essen, Mindanao, philippinen, Restaurant03.Februar.2011
Beeline 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Nachdem meine Frau und ich Dinagat wegen der massiven Drohungen verlassen hatten (diese Geschichte kommt etwas spaeter), liessen wir uns erst einmal in Cagayan de Oro nieder. Anfeanglich wussten wir nicht so recht, was wir als naechstes machen wollten. Der Manager von Horizon, Ric Serano – unser Chromerzkaeufer – wollte eigentlich ein Restaurant mit Music Lounge aufmachen, aber etwas was es essensmaessig noch nicht gab. Und so schlug ich vor unter anderem Deutsche Kueche anzubieten. Ric stimmte zu und so machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Lokal.
Nach einigen Tagen fanden wir etwas, was ab Mitte Maerz 1990 verfuegbar sein wuerde. Wir nahmen es! Die Miete betrug fuer das ganze Haus 10.000 Pesos im Monat. Unten war das Restaurant mit etwa 12 Tischen und drei Nischen mit etwas groesseren Tischen. Eine kleine Bar gab es auch und eine zwar lange, aber recht grosse Kueche. Oben im ersten Stock waren sechs Zimmer, die man vermieten konnte. (weiterlesen…)
Tags: beeline, essen, Mindanao, philippinen, Restaurant



