Das Bett – Made in Philippines (Teil 1)

Als wir im vergangen Jahr als Auswanderer in Cebu City ankamen, haben wir zum Glück sehr schnell eine Wohnung in einem Condominium gefunden, das in der Nähe der beiden Schulen der Kinder liegt. Das hat wirklich sehr gut funktioniert. Die Wohnung hielt europäischen Maßstäben stand (hinsichtlich Sicherheit, Sauberkeit, Fläche, usw.) hat aber auch ihren Preis (Mietpreis vergleichbar zu Deutschland). Aber ich möchte uns allen den Übergang nicht schwerer machen als er ohnehin schon ist und da kommt dann die Wohnung gerade recht, zumal es sich um eine kurzfristige und zeitlich limitierte Lösung handelt.

Von der Ausstattung her hatte jedes Zimmer eine eigene Aircon (die wir allerdings kaum nutzten) sowie Fliegenschutzgitter und ist somit Moskito- und Kakerlakenfrei (das Dengue-Fieber, das mich im Vorjahr befiel, lauert mit Schrecken noch im Hinterkopf). Die Möbel und Elektrogeräte sind fast komplett vorhanden, neu und brauchbar (Reiskocher, Mikrowelle, Herd mit Abzugshaube, Waschmaschine, Kühlschrank, Wasserspender, Fernseher mit SkyCable, Betten mit super Matratzen – „Kreuzschmerzen frei“, Schränke, schöner großer Glas-Eßtisch, Wohnmöbel, 2 Bäder mit warmem Wasser und Whirlpoolbadewanne etc.). Zur Anlage gehört auch ein Swimmingpool mit Whirlpool, ein Sportraum mit 2 Tischtennisplatten, ein Fitnesstudio und Sauna, Garage, Aufzug, hauseigene Wasser- und Notstromversorung, usw.

Auch der Servicegrad ist ok, so kommt 1x wöchentlich die Putzfrau, der Müll wird abgeholt (steht höchsten ein paar Minuten vor der Tür), die Guards bewachen rund um die Uhr die Anlage (ca. 70 Wohnungen auf 5 Etagen in 2 Gebäuden) und lassen ohne Idenditätsnachweis keinen durch.

Aber die Möblierung machte uns, als nach einigen Wochen unser Inventar aus Deutschland angeliefert wurde, sehr zu schaffen. So hatten unsere beiden Jungs zwar ein eigenes Zimmer und jeder sein eigenes Bett, aber das wars dann auch schon in Sachen Platz im Kinderzimmer. Warum nur hat der Hauseigentümer solch irrsinnig großen Betten aus China mitgebracht, wo 2 Matratzen mit jeweils 120 cm Breite und 202 cm Länge nebeneinander liegen und das Bett selbst am Kopfteil rund 2 m hoch ist? Ich weiss es nicht, aber für ein Kinderzimmer brauchen wir was anderes. Das einzige was hilft, ist dieses Doppelbett abschlagen lassen und was eigenes aufstellen.

Da die Matratze aber hervorragend war, nicht nur in der Verarbeitungs-Qualität, sondern auch in den Liege-Eigenschaften, wollten wir die gerne weiter verwenden. Denn das mit Abstand teuerste an einem Bett ist nun mal die Matratze, sofern es was vernünftiges sein soll und die Matratze ist eben das wichtigste am Bett, gerade für Kinder im Wachstum. Ob die hier überhaupt vertrieben werden, war auch nicht klar, also wollten wir die weiterverwenden, denn im Mietpreis bezahlten wir die ohnehin mit.

Naja, so zogen wir denn los in Sachen Bettkauf. Nach ein paar Tagen Orientierung, mussten wir uns dann aber doch eingestehen, 120 cm Matratzenbreite ist schon exotisch – das wird es wohl nicht fertig zu kaufen geben und schon gar nicht als Etagenbett, wie wir es wollten. So kamen wir zur Einsicht, dass man das anfertigen lassen muss.

Da aber so viele Menschen hier ohne – oder zumindest ohne zählbare – Arbeit sind, dachte ich da hörst Du Dich ein wenig um und irgendeiner baut Dir das bestimmt. Doch – weit gefehlt! Alle die wir fragten, zuckten die Schulter und verwiesen auf irgendwelche Handwerker im Stadtteil Colon (alter Stadtteil in Cebu). Plötzlich kannte keiner jemanden, der in diesem Gewerbe arbeitet oder vielleicht selbst so was bauen könnte. Wenn Du nach einer Tätigkeit fragst, die nicht mit körperlicher Arbeit verbunden ist, dann kann man sich kaum retten vor Interessenten. Vielleicht habe ich diesem Augenblick die falsche Brille auf, aber ich bekam den Eindruck, dass ich niemanden wegen schweißtreibender Arbeit hier mehr fragen brauche…

Fortsetzung folgt

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