Der raetselhafte Goldschwund

Ich bin ja nun seit ueber 25 Jahren verheiratet und wir hatten keine Eheringe, da ich das nicht wollte. Der Grund dafuer war einfach; meine erste Ehe ging trotz Ringe in die „Hosen“, also wollte ich keine Ringe. Meine Frau wollte Ringe hat es aber akzeptiert und es wurde nach unsere Eheschliessung nie ueber die Ringe gesprochen. Als die Silberhochzeit nahte wollte ich eigentlich eine kirchliche Hochzeit mit Ringen und allem Pipapo nachholen, aber leider klappte nicht alles so wie ich es wollte, da es Probleme innerhalb ihrer Familie gab, so dass sie nicht alle Familienteile haette einladen koennen, da die miteinander zerstritten waren. (Der Streitgrund war sehr schwerwiegend) Also entschied sie sich – nicht wissend, was ich genau plante – unsere „Silberhochzeitsparty“ abzusagen. Ich fand das sehr schade, denn nun gab es nur eine Party im engeren Familienkreis und die krichlichen Heiratsplaene waren „gestorben“. Die Ringe wurden aber trotzdem getauscht und passten natuerlich nicht ohne vorherige Anprobe. Nun hatte leider mein Stammjuwelier seinen Laden schon laenger dicht gemacht und wir fanden keinen anderen. Der Juwelier in Surigao, den meine Frau anhand einer Reise dorthin besuchte, wollte nur mit Massen die Ringe nicht aendern und so liess ich das letzte Woche hier in Gensan machen, nachdem wir dort einen Juwellier entdeckt hatten.

Der Juwelier meinte dann nach Vorlage der Ringe, dass es etwa 30 Minuten dauern wuerde um sie kleiner zu machen und zu gravieren. Ich liess die Ringe dort und ging zum Shakeys gegenueber. Nach dreissig Minuten ging ich zurueck, aber die Ringe waren noch nicht fertig. Er schwenkte gerade einen Ring in einer „geheimnisvollen Fluessigkeit“ die immer „goldener“ wurde. Als ich fragte, was er da mache, meinte er, er wuerde die Ringe reinigen. Nun ja, ich bin ja kein Fachmann und so ging ich in den Supermarkt ein paar Kleinigkeiten kaufen. Als ich zurueck kam schaute ich mir die Ringe an und war zufrieden mit der Arbeit. Die beiden raus geschnitten Goldabschnitte waren in einem extra Tuetchen. Ich bezahlte und ging. Am Abend gab ich dann die Ringe meiner Frau zur Begutachtung und siehe da, sie sah etwas, das ich nicht gesehen hatte. Sie meinte die Ringe seien nun schmaler als vorher. Ich schaute mir die Ringe an und meinte, dass sie wohl recht haben koennte. Ich kramte die Rechnung heraus und checkte das Gewicht, das dort angegeben war. Dann wog ich die Ringe mit den Abschnitten auf meiner kleinen elektronischen Waage und stellte einen Gewichtsunterschied von 2,2 Gramm fest. Ich war ganz schoen sauer festzustellen, dass ich mal wieder „abgegenschert“ worden war. haette es eigentlich besser wissen muessen, muss aber dazu sagen, dass ich wegen des Schwenkens in der Fluessigkeit nicht misstrauisch geworden war.

Am naechsten Tag ging ich mit den Ringen zurueck in die Juweliersabteilung der Mall, wo ich die Ringe gekauft hatte. Die hatten dort leider keine Reparatur dabei, deswegen konnte ich die beim Kauf nicht schon anpassen lassen. Sie hatten genau die gleichen Ringe und deren Gewicht stimmte mit dem Gewicht auf meiner Rechnung ueberein. Als wir dann die Breite ueberprueften, stellten wir fest, dass die Ringe einen knappen Milimeter schmaler waren als vorher. Und sie waren auch in der Dicke geschrumpft. Auch die Details auf der Ringoberflaeche waren im direkten Vergleich weniger deutlich. Da war  mir der Beschiss klar und ich erzaehlte, was geschehen war. Da der Juwelier seinen Laden in der gleichen Mall hatte, rief die Verkaeuferin ihren Supervisor und liess mich die ganze Geschichte nochmal erzaehlen. Der ging dann anschliessend mit mir zum Juwelier und stellte ihn zur Rede. Der Juwelier wies natuerlich jeden Verdacht zurueck und meinte er haette die Ringe genauso bekommen wie sie jetzt aussehen wuerden. Ein echter Gegenbeweis war natuerlich nicht zu erbringen. Trotzdem rief der Supervisor die Security und befahl ihnen den Laden zu durchsuchen. Sie fanden auch eine klare Fluessigkeit, die der Juwelier als Reinigungsfluessigkeit bezeichnete. Die gelbe Fluessigkeit vom Vortag war nicht mehr da. Als ich den Typen fragte, wieso die Fluessigkeit gestern so gelb geworden war, meinte er das kaeme vom „Schmutz“. Wieso allerdings neue Ringe so verschmutzt sein sollten verstand ich dann doch nicht. Leider war hier auf den ersten Blick nicht mehr zu machen.

Am Abend rief ich einen philippinischen Freund an, der widerum einen Freund hatte, der in hoeherer Position bei der Polizei arbeitete. Dieser meinte jedoch auch, dass es sehr sehr schwer sein wuerde, einen derartigen Diebstahl oder Betrug – er wusste nicht mal, wie er das strafrechtlich einordnen sollte – zu beweisen. Wir sollten also mal wieder die Gelackmeierten sein.

Drei Tage spaeter rief mich der Polizist an um mir mitzuteilen, dass derartige Beschwerden ueber Juweliere in den letzten Jahren schon haeufiger landesweit aufgetaucht seien. Angeblich sollten auch einige Pawnshops diese „Goldschwundmethode“ betreiben. Aber man wisse eben nicht wie das gemacht wuerde.

 

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1 Comment
  • marcathiómest
    Reply

    Moin
    Um die Substanz handelt es sich um Königswasser das Gold und Platin auflöst. Das in dem Wasser gelösten Gold kann extrahiert werden und danach weiter verkauft werden. Dieser Trick ist alt (vor dem 2. Weltkrieg).

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