Der SMARTe DSL-Service (Teil 1)

Letzten Sonntag haben wir endlich unsere, um 432  Peso überbezahlte Leistung von  Smart zurückerhalten! Eigentlich nichts besonderes, wenn es denn nicht eine Vorgeschichte dazu gäbe, die aber auch schon soooooo lange Zeit zurückliegt, dass man dafür Aufzeichnungen ausgraben muss, denn das übersteigt sämtliche Gedächtnisgrenzen. Aber der Reihe nach:Vor rund 2 Jahren machten wir in Cebu Urlaub, genau genommen wohnten wir in Talisay, in einem angemieteten Haus. In der Miete war auch eine Landline mit DSL enthalten. Beides von  Globe mit akzeptabler Leistung. Also wollten wir nicht allzuviel experimentieren, Nerven schonen und bestellten bei  Globe nach unserem Einzug in Cebu im letzten Jahr, das gleiche. Aber nachdem wir zuvor schon rund eine Woche bei meiner Schwägerin wohnten und jetzt auch noch eine Woche auf den DSL-Anschluss warten sollte, beschrieben wir dem Vermittler die Dringlichkeit, da unser Übergang von Deutschland nach den Philippinen nur sehr teuer via Handy zu organisieren ist (Umzugsboxen, Behörden, etc.). Aber der Vermittler meinte noch „alles kein Problem“, aber das waren dann auch schon seine letzten Worte, die wir von ihm hörten. Denn da tat sich nichts mehr, aber überhaupt NICHTS! Ich versuchte ihn, bzw. nachdem dies nicht klappte, jemand anderen bei  Globe zu erreichen, mit „Vollmacht zur Beschleunigung“… Jaja ich hör es schon, aber da war ich ein absoluter Philippinen-Frischling. Heute gehe ich solche Sachen anders an, aber Geduld bitte. Wir kommen an diese Stelle zurück, versprochen!

Nun Geduld war zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht meine größte Stärke! Nachdem ich das Gefühl bekam, dass hier alles aus dem Ruder läuft, da kein Schwein erreichbar ist und sich keiner um uns kümmert, lies ich dem Kollegen, der den Vertrag mit uns gemacht hat ausrichten, dass dieser beim nächsten Klobesuch den Vertrag mitnehmen kann und ihn dann einer anderen Bestimmung überführt … oder so ähnlich. Also runter zur Hausverwaltung, denen erklärt, dass  Globe zu lange braucht und fragte ob sie mir nicht einen Laden empfehlen können, wo das schneller geht. „Sir,  PLDT. Please, wait for a while. I call him.“ Innerhalb 1 Stunde war er da. Super! dachte ich zunächst. Die Hausverwaltung schickte ihn hoch in unsere Wohnung und der Mann kam mit Papier und Stift. Klar, der muss ja einen Vertrag machen… also ausfüllen, unterschreiben und dann loslegen. Ich fragte ihn, ob er denn nichts schalten muss, ob denn die Verkabelung schon ok sei, bzw. ob er das denn alles ohne Werkzeug macht? „Sir, I don’t need tools.“ Sehr gut, wohl neueste Technik, alles zentral geschaltet, dachte ich noch, doch dann: er gäbe jetzt den Auftrag bei der  PLDT ab und die würden dann innerhalb 3-5 Arbeitstagen sich bei uns melden. Solch ein Sch… das habe ich doch schon mal gehört! Oder war das ein Dejavu?

Ich flehte ihn an, dass wir den DSL-Anschluß dringend benötigen und er sich doch für uns einsetzen solle, schliesslich sollte ich an der Stelle 1 kompletten Monatsbeitrag als Provision bar an ihn zahlen, der später verrechnet wird. „Sir, our policies!“ meinte er, ein Spruch der bei mir inzwischen im selben Fach landet wie „Oh Sir, I’m sorry. But out of stocks.“ … oder dem „Wala!“ falls das Englisch noch nicht mal dafür reicht … oder einer Wegbeschreibung, falls man jemand nach dem Weg fragt. Eigentlich ein Synonym für „Was willst Du denn? Ich hab keinen Bock, lass mir meine Ruhe!“

Nach 6 Tagen bekamen wir eine Landline. Na besser als Nichts – ich verspürte erste Zeichen einer Anpassung bei mir, denn Bescheidenheit machte sich fast breit. Nur warum eigentlich kein DSL? Bis heute weiß keiner eine Antwort darauf. Täglich kamen neue Vertröstungen, bis sich dann nach etlichen Tagen später, doch einer zur Installation anmeldete. Aber da war es bereits zu spät, mir platzte zuvor der Kragen und ich hatte bereits bei  PLDT das DSL storniert. Aus Begeisterung darüber, blockierte nun aber  PLDT unseren Telefonanschluss und lies uns am langen Arm verhungern.

Bei unserer Englisch-Lehrerin erkundigte ich mich nach der Smart-Telefonnummer, über die man bei ihr den Anschluß gemanagt hatte und erteilte telefonisch den Auftrag. Aber  Smart brauchte dann doch noch eine Unterschrift, also schnell hin und unterschreiben. Ein paar Fragen, Adresse, Telefonanschluß, Betriebssystem … „Linux? Why?“ Boah Mann eyh, da bleibt Dir aber auch gar nichts erspart. Soll ich jetzt an der Stelle mit dem Mädchen, das noch nicht mal weiß wie man Linux überhaupt schreibt, darüber diskutieren, wieso? Blödsinn, ich erkläre ihr dass ich auch Windows drauf habe, dies aber nicht nutze.

Nun immerhin, wenige Tage später kamen dann die von  Smart beauftragten Leute. 2 junge Männer, konnten zwar kaum Englisch, aber Fachleute sind halt rar! Sie setzten den Empfänger, legten das Kabel und wollten dieses gerade in den Computer einstecken, da tillte der Techniker! „APPLE“ schrie er wie von einer Tarantel gestochen (ergänzend sollte man sagen, dass mein Bildschirmhintergrund einen Linux-Pinguin hat, in Form des Macintosh-Apfels mit der Beschreibung „Think Linux“. Meine Frau redete dann auch nochmal auf den Mann ein, das sei kein Mac sondern Linux und ich startete den Rechner bereits mit Windows. Aber es half nichts mehr, der Mann hat schweißgebadet alles zusammengepackt und ist verschwunden… Es folgten unzählige Telefonate mit  Smart, bis wieder einige Tage später, ich glaubs ja fast selbst nicht, ein technisch versierter Smart-Techniker den Funkanschluss auf unserem Balkon in Betrieb nahm. Wollte schon Windows starten, meinte er das sei nicht nötig – klar warum auch? Nach über 4 Wochen bekamen wir wieder „Land unter die Füße“ oder besser gesagt wieder Netzanschluss zum Rest der Welt.

Die erste Zerreißprobe schien überstanden. Lediglich die Mails liesen sich nicht über den normalen Account verschicken, sondern lediglich über Webmail. Irgendwann kam ich dann dahinter, dass wohl nur der Port 487 zum Mailversand genutzt werden kann. Wehe dem der einen Standardprovider für sein Postfach hat, der kann an der Stelle einpacken. Auch das Telefon spinnte hier und da und lies immer wieder mitten im Gespräch die Leitung abreißen. Manchmal war das Telefon auch ganz tot … Einige Wochen später gab es einen heftigen Regen und die Zwischendecke im Flur, wo die Kabel verlegt waren, wurden geflutet. Am nächsten Tag begann die Reparatur und seitdem ging das Telefon wieder zuverlässig.

Monate später, als meine Kinder immer häufiger für die Schule ins Internet wollten, hatte ich dann das Problem, dass  Smart – zumindest damals – für den Tarif keinen Router unterstützte. Deshalb wollte ich einen Linux-Rechner dazwischen stellen, über den dann alle ins Internet gehen. Ich installierte 2 Netzwerkkarten, spielte Linux drauf und stöpselte den Rechner ans Internet an. Da fiel es mir wieder ein, was der „Smart-Linuxspecialist“ sagte, dass nämlich der Zugriff bei  Smart hardwaregesteuert erfolgt, d.h. wenn Du mit anderer Hardware (genau genommen mit einem anderen Netzadapter) startest, wird sofort Dein Account blockiert. Tolle Technologie – supermodern! Half aber nichts mehr, denn es war schon zu spät. Probierte noch den Laptop wieder anzustöpseln, aber keine Chance.

Am anderen morgen wollte ich dann bei  Smart die Hotline anrufen. Hab dann erst mal mein Globehandy zur Seite gelegt, da man nur mit einem Smarthandy „toll free“ dort anrufen kann, die wissen wohl warum. Also ich legte alle Papiere zurecht, Vertragsnummer, Zugangsdaten etc. Dann rief ich an, erklärte was passiert ist, dass der Account blockiert sei, da ich mit geänderter Hardware zugriff … wunderte mich zwar, dass meine Gegenseite keine Zwischenfrage stellte (bin ich nun wirklich nicht gewohnt) und fragte dann, ob er denn meine Zugangsdaten nicht brauchen würde? „Sir, what’s your name?“ Aha, jetzt also doch: Adresse, Geburtstag, Zugangsdaten, Passwort, … der wills aber ganz genau wissen! Nach ein paar Minuten hat er alles verglichen, wobei ich glaube der hat alles neu erfasst.

Dann fragt er, was für ein Problem denn vorliegen würde. Oh nein! Hoffentlich geht das nicht wieder von vorne los. Aber er hat noch nichts erfasst, also beginne ich nochmal von vorne, beschreibe alles und sage am Schluß nochmal dass er einfach den Account neu starten soll. Der denkt aber gar nicht dran, auch nur im Ansatz einen Vorschlag eines dummen Anwenders aufzugreifen. Stattdessen meint er, er würde jetzt an der Leitung warten, während ich bitte die ganze Verkabelung kontrollieren möge, ob alle Stecker drin sind und niemand was durchgetrennt hat. „HÄH ???“ Ich schluck den Ärger runter, für wie blöd hält der mich? Warum sollte ich mit so einem Lackaffen telefonieren und mir dem seine dämlichen Fragen antun, wenn ich das nicht schon längst vorher getan hätte? Sage noch „OK, please wait…“ und gehe zum Kühlschrank. Es ist zwar morgens 10:30 Uhr aber ich glaub ich trink erst mal ein Bier. Mach dann noch ein paar Geräusche, dass der auch glaubt ich sei für ihn aktiv und komme zurück. Es folgen noch ein paar Fragen, bis er dann meint, er müsse den Account jetzt neu starten. „KLAR DU EIERKOPP“, dachte ich, wovon rede ich denn die ganze Zeit! Alles in allem hat das Gespräch 40 !!! Minuten gedauert, der Akku war leer telefoniert, mein Ohr fast angesengt, zumindest glühte es und wofür? Für die Erfahrung, dass man Leuten mit einem Headset auf dem Kopf keine Vorschläge unterbreiten soll …

Aber das Kapitel ist noch nicht zu Ende! Denn mit unserem Umzug mussten wir auch die Telefon- und DSL-Anschlüsse umziehen… (Fortsetzung folgt)

Share This Post
Related Posts
Bild der Woche
Neues von der Entfuehrung von Charlie Rieth
Beeline 2. Teil

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>