Der Tod von Claus 2. Teil

Am fruehen Nachmittag kam Apple ins Krankenhaus. Apple erzaehlte mir zuallererst, dass die Ex von Claus auf der Bank war und versuchte 5.000 Euro vom Konto abzuheben. Als Apple ihr klar machte, dass das ohne die Unterschrift von Claus nicht ginge, war sie ziemlich veraergert und beschimpfte unseren Freund, so dass auch andere Leute auf sie aufmerksam wurden. Anschliessend gingen wir zusammen zum ICU. Zum Glueck waren weder die „Tochter“ noch die Ex anwesend und so konnten wir mit Claus alles sehr schnell klaeren. Apple ging zurueck zur Bank und mein Schwager uebernahm den „Dienst“ im Krankenhaus. Abends schaute ich wieder bei ihm vorbei und er machte Fortschritte.

Am naechsten Morgen war ich dann wieder im Spital und Claus bat mich die Ex nach dem Geldbeutel zu fragen. Als sie spaeter kam, machte ich das und wurde erwartungsgemaess von ihr angeschnauzt, was mich das angehe. Ich zeigte ihr den Zettel um zu beweisen, dass ich das auf Bitten von Claus machte, aber das beeindruckte sie nicht. Immer wieder betonte sie, dass sie die „legale Frau“ sei und ich nur ein Freund, den das eigentlich nichts angehe. Sie verwies mich dann aus dem Krankenhaus und verbat sich jede weitere „Einmischung“. Zu Hause erzaehlte ich das alles meiner Frau und wir waren uns sehr schnell einig mit unserer Einschaetzung. Es ging ihr nur um die Kohle.

Am naechsten Morgen bekam ich einen Anruf vom Krankenhaus und wurde gebeten zu kommen. Claus wollte uns da haben und der Arzt versprach mit der Ex zu reden, die unsere Gegenwart eben nicht haben wollte. Als die EX am spaeten Nachmittag kam, durfte sie Claus nicht sehen und musste warten, bis der Arzt mit ihr gesprochen hatte, was sie weiter veraergerte. Die Schuld daran gab sie natuerlich uns. Claus koenne ja keine Wuensche aeussern, da er eh nicht „zurechnungsfaehig“ sei, meinte sie.

Seit acht Jahren lebten die beiden getrennt. Claus hatte wegen ihrer Familie sein ganzes Geld verloren. (Das waren immerhin 280.000 DM, was 1981, als Claus auf die Philippinen kam, eine Menge Geld war, stand der Dollar doch damals auf etwas mehr als 6 Pesos und die Mark bei etwa 3.50.) Seit der Trennung ging es bei den Kontakten nur um die „adoptierte Tochter“ und sonst nichts. Die Absichten der Frau duerften jedem klar sein, da sie ja schon 50k abgehoben hatte und das auch nur, weil Claus immer noch die gleiche PIN verwendete, wie damals, als sie noch zusammen lebten. Die Kohle lockte und ebenso das neu gebaute, sehr grosse Haus.

Am naechsten Tag eroeffnete Claus‘ Ex meiner Frau, dass sie fuer einige Tage nach Hongkong fliegen wuerde, da sie dort von einer alten Freundin eingeladen worden war. Dies sei ihr sehr wichtig und wir kuemmern uns ja um Claus, so dass ihre Gegenwart nicht benoetigt wurde. Mir sollte es recht sein, aber das liess die Absichten natuerlich in noch klarerem Licht erscheinen. Claus ging es deutlich besser. Er war zwar immer noch im ICU, aber es wurde absehbar, wann er in ein normales Zimmer verlegt wurde.

Nachdem die Frau gegangen war, sprach mich das Krankenhaus auf weitere Zahlungen an. Da ich wusste, dass Claus an Christy ueber 1,8 Millionen verliehen hatte – ich hatte ihn davor gewarnt, da er bei frueheren Krediten an sie „Einzugsprobleme“ hatte – rief ich Christy an und sagte ihr, dass wir dringend 100k fuer das Krankenhaus benoetigten. In der Tat kam Christy dann am spaeten Nachmittag und bezahlte die 100k an das Hospital. Ich war etwas ueberrascht, aber doch recht froh darueber.

Alle Freunde von Claus, neben mir auch Apple und  Alan beteiligten sich am Wachdienst und es war gesichert, dass 24/7 immer jemand da war um im Notfall sofort reagieren zu koennen. Die Apotheke des Krankenhaus war gut bestueckt und so kauften wir nur selten ausserhalb.

Zwei Tage spaeter war es dann so weit; Claus wurde wieder auf Selbstatmung gesetzt und das Rohr entfernt. Als ich ihn besuchte konnte er endlich wieder sprechen, allerdings klang seine Stimme sehr heisser. Das war am Freitag den 2. November gewesen und wir freuten uns alle, dass es mit seiner Gesundheit aufwaerts ging. Selbst die Kinder kamen regelmaessig auf Besuch, da sie in Claus so etwas wie einen vaeterlichen Freund sahen.

Claus aeusserte sich sehr negativ ueber seine Ex, die ihm nicht nur den Geldbeutel geklaut hatte mit 8k drin, sondern auch sofort Geld abhob und versuchte an weiteres Geld zu kommen. Er meinte, dass das nur seine existierende Meinung bestaetigt hatte. Zureck gegeben wurde der Geldbeutel erst sehr viel spaeter, natuerlich leer.

An diesem Freitag sprach auch die Aerztin mit mir und erzaehlte, dass die Lungengeschichte vollkommen in Ordnung sei und dass es ihm schon deutlich besser ginge. Zum ersten mal gab sie eine positive Prognose ab und meinte, dass er wohl am Dienstag oder  Mittwoch in ein normales Zimmer kaeme.

Beim Mittagessen beklagte sich Claus ueber den Frass im Krankenhaus und ich sprach mit der Aerztin, ob wir ihm Essen bringen duerfte und ob ich einen Plan bekommen koennte, was er essen darf und was nicht. Die Aerztin stimmte zu und bereits 30 Minuten spaeter hatte ich eine Liste mit allen „Nono’s. Am gleichen Abend bekam Claus dann von uns sein erstes Essen geliefert. Es gab puerierte Huehnerbrust, Risotto und Kamotetops wie Blattspinat zubereitet. Claus ass zwar nicht allzuviel und immer mit Unterbrechungen, aber man konnte sehen, dass es ihm schmeckte.

So kam das Wochenende und Claus begann mehr und mehr zu sprechen. Seine Erholung wurde fuer jeden offensichtlich. Die Ex war in Hongkong und nicht einmal erkundigte sie sich nach dem Ergehen von Claus. Die „Tochter“ schaute ab und zu herein, blieb aber nie laenger als 30 Minuten.

Am Sonntag vormittag war dann die Ultraschalluntersuchung mit diesem neuen Geraet angesagt. Claus bestand auf meine Gegenwart waehrend der Untersuchung und so war ich von der ersten bis zur letzten Minute dabei. Der Transport zum Untersuchungsraum verlief ereignislos und die Untersuchung – zwar war sie zeitraubend – verlief ohne Komplikationen. Eine Stunde spaeter rief mich die Aerztin um mir zu sagen, dass das Herz und die Arterien von Claus schlecht aussehen wuerden, und wenn er sich erholte hatte, muesse er sicher einen vierfachen By-pass haben. Nun ja, Geld hatte er, also sollte das kein allzugrosses Problem sein.

Fortsetzung folgt

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