Der Tod von Claus 4. Teil

Am naechsten Tag bekam ich einen Anruf vom Beerdigungsunternehmer, der wohl entweder mit der Ex oder mit dem Sohn gesprochen hatte, und der teilte mir mit, dass wir in Zukunft „in charge“ waeren. Ich habe damals natuerlich nicht ausgeschlossen, dass die Bezahlung dabei eine grosse Rolle spielte.

Meist kamen die Leute der Ex erst am Abend und auch die „Tochter samt Mutter“ tauchte erst spaetnachmittags oder Abends auf. Zumindesr gab es an diesem Abend keinen Streit. Selbst als ich bemaengelte, dass ich Saufen und Karten spielen nicht dulden werde, wurde das stillschweigend befolgt.

Zwei Tage spaeter stand die Ankunft des Sohnes auf dem Programm und ich machte mit ihm aus, dass wir ihn vom Flughafen abholen wuerden. Anhand der Passkopie, die er in Zusammenhang mit der Power of Attorney gefaxt hatte, wusste ich ja wie er aussah. Das Flugzeug landete puenktlich und nun sah ich dass auch die Exfrau zum Abholen gekommen war. Das ergab aber kein Problem, da der Sohn nur kurz mit der Ex sprach und dann mit uns in die Stadt fuhr. In der Stadt quartierte ich ihn erst einmal im Sidney Hotel ein. Spaeter am nachmittag trafen wir uns beim Bestatter, der ganz in der Naehe des Hotels wohnte. Danach fuhren wir mit Apple zum Haus von Claus. Der Sohn gab Apple ein altes Wagenrad, dass Claus als Verzierung im Wohnzimmer hatte. Mir gab er auch einige Kleinigkeiten. Ein alter Tisch und ein Beistellwagen (beides echte Antiquitaeten) wurden vorerst bei mir untergestellt, denn die wollte der Sohn nach Deutschland verschiffen lassen.

Am naechsten Tag stand ein Treffen mit der Ex und der „Tochter“ beim Anwalt an. Ein extrajudicial Settlement sollte ausgearbeitet werden. Claus hatte noch ein Schliessfach bei der Bank und das konnte ohne das Settlement nicht geoeffnet werden. Auch die Erbschaft konnte nicht verteilt werden ohne dieses Dokument. Man wurde sich beim Anwalt sehr schnell einig und alle unterzeichneten das Dokument. Gesetzlich hatte die Tochter ja keinen Anspruch, da sie nie legal adoptiert worden war, aber der Sohn erlaubte ihr den gesetzlichen Anteil, da sie ja wie eine Tochter behandelt worden war. Da die Ehe in Deutschland geschlossen worden war, betrug der gesetzliche Anteil der Frau 25%, die restlichen 75% teilten der Sohn und die Tochter. Danach gingen alle zur Bank – ich war bei der ganzen Aktion nicht anwesend – um in das Schliessfach zu schauen. Die Enttaeuschung war sehr gross, denn im Schliessfach fand sich nur der Reisepass von Claus sonst nichts.

Am folgenden Tag war der Gedenkgottesdienst von Claus angesagt. Da er ein Baptist geworden war, wurde der Gottesdienst auch in deren Kirche abgehalten. Der Sarg war vorne aufgebahrt, der Priester hielt eine ergreifende Rede und die Ex und ich sagten auch ein paar Worte.  Anschliessend blieb der Sohn noch eine Weile in der Kirche alleine um eine letzte Zwiesprache mit seinem Vater zu halten. Danach wurde der Sarg, der nun verschlossen war, zum Bestattungsunternehmer fuer die letzte Totenwache zurueck gebracht.

Am naechsten Morgen gegen 5 Uhr frueh wurde der Sarg, begleitet von Tochter, Sohn und Ex, nach Davao zum Krematorium gebracht, wo der Leichnam verbrannt wurde. Die Asche wurde vorerst von der Tochter „verwaltet“, sollte aber die Tage in der Sarangani Bay verstreut werden.

Ich uebernahm nun das Verkaufen der persoenlichen Dinge, die die Erben nicht haben wollte. Davon durfte ich dann alle meine Kosten abziehen und hatte den Rest des Geldes an den gemeinsamen Anwalt zu uebergeben. Der hatte noch einiges zu tun, da der Titel des Grundstueckes nie umgeschrieben worden war und nicht mal ein Kaufvertrag existierte. Also sprach der zu allererst mit Christy, die das Grundstueck an Claus verkauft hatte und die stimmte einem Rueckkauf zu, der dann gleich vertraglich organisiert wurde, da es ansonsten ja keinen Nachweis ueber das Eigentum des Grundstueckes gab. Nun gab es diesen Beweis wenigstens im „Agreement to Repurchase“. Zudem versicherte Christy in schriftlicher Form die ausstehenden Krankenhauskosten zu begleichen, was sie am naechsten Tag per Scheck auch machte. Schliesslich hatte Christy ja S noch ausstehende Schulden von 1,7 Millionen.

Zwei Tage spaeter war es soweit und wir fuhren nach Alabel um ein Boot zu mieten und die Asche von Claus in der Bay zu zerstreuen. Wir fanden  auch ein Boot und da die Wellen ziemlich hoch waren, wollte der Eigentuemer 500 Pesos haben. Der Sohn wollte nicht verhandeln und bezahlte den geforderterten Preis und so fuhren wir los. Meine Frau lieb zurueck aber der Sohn, die „Tochter“ und die Ex waren dabei und mitten in der Bay verstreute das Maedel die Asche im Meer. Die Wellen waren sehr hoch und so kamen wir alle patschnass zum Ufer zurueck Ich musste in Unterhosen nach Hause fahren, da ich mir die Sitze des damals doch neuen Autos nicht versauen wollte.

Damit war Claus endgueltig von uns gegangen, aber die Erbschaftsangelegenheiten insbesonders wegen des Hauses und einiger damit verbundenen Vorkommnisse sollten sich noch lange hin ziehen und da der Sohn mich zu seinem Vertreter bestimmte, hatte ich auch noch lange damit zu tun. Aber das werde ich eines Tages unter dem Thema Christy erzaehlen, denn da war noch sehr viel passiert. Die Gaunereien und Betruegereien, die sich da noch ergaben (die meisten hatten mit Claus nichts zu tun) waren schon jenseits von Gut und Boese. Der Sohn flog am naechsten Tag nach Hause, wir vekauften den Hausrat und etliches an anderen Dingen und bekamen am Ende alle unsere Auslagen fuer Krankenhaus und Beerdigung zurueck und zahlten das uebrige Geld an den Anwalt, der das an die Erben weiter leitete. Waehrend der Verkaufaktion stellte ich fest, dass das noch zu montierende Dach fuer die Garage und den Eingangsbereich fehlte. Spaeter erfuhren wir, dass die Ex das schon abgeholt hatte. Auch die Handpumpe im Garten fehlte.

Claus war tot, aber die „Nachbeben“ sollten noch lange zu spueren sein.

The End!

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