Die Abra – Kalinga Road – Luzon 1. Teil

Schon immer wollte ich die Kordilleren in der einen oder anderen Richtung durchqueren und all zu viele Moeglichkeiten das zu machen, gibt es leider nicht. Eine Nord – Sueddurchquerung scheitert an fehlenden Strassen, die Kabugao mit dem noerdlichen Highway verbinden. Es bleibt also nur eine West – Ostdurchfahrt und auch da gibt es nur zwei Moeglichkeiten: Man kann ueber Cervantes die kuerzere Variante fahren, oder man faehrt die Abra – Kalinga Road, die zum abenteuerlichsten gehoert, was die Philippinen an Autoreisen ermoeglicht. Bereits im Vorfeld muss man sagen, dass ohne Gelaendewagen keine der beiden Durchquerungen moeglich ist. Aber auch mit einem gelaendegaengigem Fahrzeug ist es keine Spazierfahrt.

1. Tag: Die Anreise

Nach einer kurzen, aber heftigen fiebrigen Erkrankung meiner Frau, die uns einige Tage in Vigan festgehalten hatte, ging es am morgen des 29.5.2008 dann los. Wir fuhren nach Bangued, der Hauptstadt von Abra und dem Beginn dieser Strasse, die quer durch die Kordillieren fuehrt. Zuerst geht es nach Osten und spaeter biegt die Strasse nach Sueden ab, um bei Lubuagan auf den „Highway“ Bontoc – Tuao zu treffen.

Wir fuhren auf der Kuestenstrasse von Vigan nach Sueden und obwohl man hier inmitten der Zivilisation ist, hat man viele gute Aussichten auf das Meer und die Berge.

Kurz bevor man die Einmuendung des Abra Rivers erreicht, sieht man auf der rechten Seite einige schoene Felsen in der See und bereits von hier kann man den Fluss auch im Meer deutlich erkennen. Kilometerweit erstreckt sich das lehmige Wasser des Abras ins Meer hinaus und die Farbabgrenzung vom schmutzigen graugruen zum tiefen blau der See ist sehr klar. Kurz danach kommt man dann an die neue Bruecke ueber den Abra River, in dessen Tal wir nun nach Bangued fahren wuerden.

Im fruchtbaren Schwemmland des Flusses sieht man ueberall Reisanbau und auf fast allen Feldern waren geschaeftige Bauern am werkeln. Diese Reisfelder sollten uns etliche Kilometer auf der linken Seite begleiten. Die Strasse ist gut ausgebaut und wir kamen zuegig voran. Noch vor der Mittagszeit kamen wir in Bangued an und assen in einer Carenderia zu Mittag.

Um zwei Uhr brachen wir auf, denn wir wollten eigentlich in Lagangilang uebernachten, um einige Kilometer zu sparen, denn wir wussten, dass die Fahrt nicht einfach sein wuerde und Zeit zu einem Faktor werden koennte. Es gibt dort keinerlei Pensionen und die einzige Moeglichkeit zu uebernachten ist im Gaestehaus des Institutes of Science and Technology. Dort angekommen erfuhren wir, dass man nur bei Vorausbuchung unterkommen kann. Auch reden mit Engelszungen half nichts; keine Buchung, keine Uebernachtung. Sollte jemand eines Tages diesen Trip machen wollen, dann daran denken zu buchen.

Und so fuhren wir zurueck nach Bangued, um uns dort ein Quartier zu suchen. Wir erkundigten uns nach Uebernachtungsmoeglichkeiten, aber die waren denn doch sehr duenn gesaeht. Ein neues Hotel in Tayum war uns viel zu teuer. Die Nacht haette dort 3000 Pesos gekostet. Das empfohlene Tiungan Inn war eine schmierige und schmuddlige Absteige. Und auch das King David Hotel wollte 1200 Pesos fuer 12 Stunden haben. Es wird wohl Zeit, dass das Department of Tourism diese Praktiken abstellt.

Auch an der Zufahrt zum Park gab es ein neues Hotel, aber auch das verlangte Preise jenseits von gut und boese. Aber dort wollten wir sowieso nicht uebernachten, denn irgend ein lokaler Politiker uebernachtete dort und es wimmelte nur so von Soldaten im Kampfanzug und bis an die Zaehne bewaffnet. Zudem ist es allgemein bekannt, dass in Abra schnell und scharf geschossen wird. Am Ende landeten wir im Gaestehaus der Diozoese. Dort kostete ein Zimmer mit AC 750 Pesos aber mit Geneinschaftsbad. Von den Uebernachtungen her gesehen ist Bangued kein billiges Pflaster. Bei der Diozoese moechte ich noch darauf hinweisen, dass nur kirchlich verheiratete in einem Zimmer schlafen duerfen.

Wir checkten ein und danach wollten wir die verbleibenen Stunden mit Tageslicht nutzen und erforschten Bangued, allerdings gibt es nicht allzuviel zu erforschen. Das Beste ist der Viktoria Park, von dem aus man einen guten Blick ueber die Stadt und das Flusstal hat. Anschliessend fuhren wir noch an den Abra River. Dort konnte man eine Art Faehre bewundern, die schon ihresgleichen sucht. Auf einigen Bootskoerpern waren Bretter genagelt worden und darauf parkten die Fahrzeuge. An die tolle Faehre bei Tuao kam sie aber nicht hin. Die war noch um einiges primitiver. Eine Besonderheit, die insbesonders Filipinos interessieren duerfte, gibt es aber: Einen Jollibee auf Raedern!

Unterwegs fragten wir auch bei der Polizei nach der Befahrkeit der Abra – Kalinga Road, aber ausser einem sueffisanten Laecheln kam keine Antwort.

Da es bei der Diozoese eine Curphew gab, mussten wir frueh schlafen gehen.

Morgen kam dann der grosse Tag mit einer Fahrt auf der beruechtigten Abra – Kalinga Road.Aber wir hatten niemanden getroffen, der die Strasse bis Lubuagan durchgefahren war. Wir wussten also nicht unbedingt, was da auf uns zukam.

Die Fotos werde ich dann zusammen mit dem dritten Teil einstellen.

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