Die Duenen von Ilocos Norte – Luzon

Laoag in Ilocos Norte ist das Handelszentrum von Nordluzon und zudem durch die Marcos Familie bekannt geworden, wenn auch das Marcos Museum in Batac beheimatet ist. Fuer Mitglieder des Marcos Clans, die politische Ambitionen haben, sind die Ilocos Provinzen immer noch der grosse Stimmenlieferant.

Auf unserer Rundreise verbrachten wir eine Nacht in Laoag City. Die Stadt selbst hat wohl nicht allzuviel zu bieten, allerdings gibt es in der Umgebung von Laoag allerlei zu sehen, wobei die Duenen eher am wenigsten besucht werden.  Spitzenreiter duerften hier wohl die Kirche von Paoay,  Malacanang Palace of the North und Fort Ilocandia sein. Wir schauten vorbei, aber unser Hauptinteresse galt den Duenen.

Nach einem guten Fruehstueck am morgen und einem kurzen Trip zum ATM der Metrobank machten wir uns auf den Weg, um die Sandduenen von La Paz zu sehen. Man sollte vielleicht wissen, dass die Duenenlandschaften in Ilocos Norte einmalig auf dem ganzen Archipel sind und man nirgendwo aehnliches entdecken kann. Um so unerverstaendlicher erschien es uns, zu sehen und vor allem auch zu riechen, was auf uns zu kam.  Als wir die Duenen erreichten fiel sofort auf, dass die meisten der groesseren Duenen dicht bewachsen waren und man so gar nicht zu Beginn den Eindruck hatte, in einer Duenenlandschaft zu sein.  Auf einer einspurigen Sandpiste fuhren wir nun in diese schoene Landschaft hinein. Schon nach wenigen Kilometern bemerkten wir, dass es sehr schlecht roch – ja zum Teil sogar stank – und wir wunderten uns ueber die Herkunft der unangenehmen Gerueche.  Einige hundert Meter weiter sahen wir die Ursachen: Lastwagen kippten den Muell unkontrolliert in die Duenenlandschaft.  Die steife Brise vom Meer verwehte dann allen leichteren Abfall – insbesondere auch Plastiktueten – und verteilten ihn ueber der Landschaft.  Fotos ohne Muell zu machen ist fast unmoeglich.  Das schlimme dabei ist, dass man den Abfall nicht konzentriert an einer Stelle ablaedt, sondern ihn ueber die ganzen Duenen verstreut. Ein Rettungsaktion ist in diesem fruehen Stadium sicher moeglich, aber je laenger gewartet wird um so mehr Muell faellt an und der aus dem organischen Anteilen entstehende Kompost wuerde selbst nach einer Reinigungsaktion die Struktur dieser schoenen Duenenlandschaft fuer immer veraendern.  Strenge Strafen gegen die Umweltsuender sollten helfen ein Bewusstsein zu erwecken fuer den Schutz der Natur.  Aimee Marcos betonte in vielen Reden und Ansprachen wie sehr sie fuer Umweltschutz ist. Nun hier hat sie die Chance vor der eigenen Haustuere aufzuraeumen und ein gutes Beispiel zu geben.

Wir bewegten uns weg von den Muellhalden und liefen in Gebiete der Duenen die die Lastwaegen nicht erreichen konnten.  Aber auch hier dominierten Plastiktueten und Styropor die Landschaft.  Trotzdem ist die Landschaft sehenswert und man kann nur hoffen, dass die Muellhalden entfernt werden.

Nachdem wir die Duenen von La Paz gesehen hatten, fuhren wir zurueck nach Laoag und machten uns die paar Kilometer auf den Weg nach Paoay, das in erster Linie fuer seine alte Kirche bekannt ist. Diese Kirche ist wohl das absolut klassischste Beispiel fuer den sogenannten Erdbeben Barock . Man kann die wuchtige Bauweise auf den Fotos sehr gut sehen. Die Kirche steht auch auf der Liste des Unesco Welt Erbes. Begonnen wurde der Bau  1704, aber es sollte weitere 190 Jahre dauernd, bis das Gotteshaus fertig geworden war.  Die Waende der Kirche sind 1,67 Meter dick und 24 massive Stuetzen geben dem Gebaeude die Stabilitaet auch bei Erdbeben nicht einzustuerzen. Der Kirchturm steht getrennt vom Gebauede und wurde 1793 erbaut. Er diente in der Vergangenheit auch als Wachturm.

Mittagessen gab es dann gegenueber der Kirche im La Hernancia, ein gutes Restaurant mit philippinischen Gerichten und auch brauchbarer Pasta zu akzeptablen Preisen.

Von Paoay ging es dann weiter zum gleichnamigen See,  der aber nichts besonderes ist und einen extra Ausflug dorthin wohl nicht lohnt. Wir wollten dann das bekannte „Malacanang of the North“ besuchen, das mal eine Marcos Residence war, aber leider war Montag und wegen allgemeiner Reinigung geschlossen. Wir durften noch nicht mal in den Park zum Fotographieren.

Wir fuhren dann weiter zum National Monument der Duenenwelt, allerdings ist dort in der Gegend nicht das typische zu sehen was man von Duenen wohl erwartet.  Fast alles ist ueberwachsen z.t. von Waeldern und man ist wohl eher enttaeuscht.  Die gelegentliche typische Sandduene in dieser Ecke entlockt einem dann schon ein Aaah.

Allerdings findet man dann echt tolle Duenen in der Naehe des Suba Beach.  (Der Strand ist nicht ausgeschildert und man muss den Schildern des MJB Guesthouse folgen um dorthin zu kommen) Wer allerdings die echte Duenenwelt in Richtung Currimao sehen will, muss wohl eine Stunde am Strand entlang laufen um zu den wirklich schoenen Duenen zu kommen; bei Sonne im tiefen Sand ist das ein wahrhaft schweisstreibender Spaziergang.  Das taten wir uns aber nicht an und fuhren dann oberhalb vom Guesthouse einer Fahrspur nach, die uns dann bald Richtung Duenen brachte.  Ploetzlich endete die Fahrspur im Sand und wir fuhren nun querfeldein im Sand weiter auf die Duenen zu.  Hier musste der Gelaendegang im tiefen Sand schwer arbeiten. Der Sand ist locker und baut vor den Raedern einen Sandwall auf,  der dem Auto haerteste Arbeit abverlangt. Aber die Fahrt hat sich dann doch gelohnt, denn nun hatten wir am Ende doch noch echte Sandduenen gesehen. Diesen Ausflug am Suba Beach kann man nur waermstens empfehlen.

Es gibt einige aermliche Huetten in den Duenen, die von Negritos bewohnt werden. Die einheimischen kleinen „Schwarzen“ sind leider sehr scheu und verstecken sich vor der Kamera. Aehnliches Verhalten konnte ich auch bei Negritos um den  Mount Pinatubo herum und in der Sierra Madre beobachten.

Nach unserem Ausflug in die Duenen fuhren wir dann wieder auf normalen Strassen nach Currimao. Hier gibt es einige sehr interessante Felsformationen im Meer zu bewundern. Diese Formationen ziehen sich einige Kilometer hin zurueck zum Strand mit den Sandduenen. Es waere interessant zu erfahren wie sich die Uebergaenge zwischen Felskueste und Duenen dort gestaltet auf dieser kleinen Halbinsel. Diese Ecke ist unbewohnt und koennte nur vom Meer aus erreicht werden.  Ein Resort entlang des Weges wird wohl bald eroeffnen, aber ob sie erfolgreich sind bleibt zu bezweifeln, da diese Formationen noch sehr unbekannt sind und in keinem Reisefuehrer erwaehnt werden.

Von dort fuehrte uns der Weg dann nach Vigan, wo wir im Bailey Park Hotel eincheckten fuer diese Nacht.

Zu den Fotoshier klicken

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