Die Kirche und die Empfaengnisverhuetung

Das Bevoelkerungswachstum auf den Philippinen ist ein echtes Problem. Es gibt viel zu wenig Einkommensmoeglichkeiten um eine staendig wachsende Bevoelkerung zu ernaehren. Deshalb gehen sehr viele Filipinos ins Ausland um dort zu arbeiten, da im Inland nicht nur die Loehne niedriger sind, sondern auch die Arbeitsmoeglichkeiten sehr begrenzt sind. Hinzu kommt das kontraktuelle Arbeitsverhaeltnis, das von den meisten Firmen genutzt wird und das bietet dann eben nur fuer knappe sechs Monate Arbeit, und ist  immer mit der Angst verbunden, ob ein neuer Vertrag angeboten wird oder nicht. Eine Familienplanung, wie sie seinerzeit Praesident Ramos angestrebt hatte und auch erfolgreich durchzog ist mehr als noetig. Bedauerlicherweise hatten sich seine Nachfolger der Kirche gebeugt und das Thema ignoriert, denn die Kirche ist gegen jede Form der kuenstlichen Empfaengnisverhuetung und erlaubt nur natuerliche Familienplanung, was in fast allen Faellen zu weiteren Schwangerschaften fuehrt.

Nun hat Praesident Aquino mit einer Aussage, die noch dazu im Konjunktiv getaetigt worden war, einmal mehr einen wahren Sturm entfacht, der viele katholische Gruppen und natuerlich die Bischoefe der Kirche sofort in einen akuten „Alarmzustand“ versetzte. Dabei sagte er nur, dass er es jeder Familie selbst ueberlassen wolle, fuer welche Art der Geburtenkontrolle sie sich entscheiden und dass der Staat moeglicherweise den Armen helfen wuerde, empfaengnisverhuetende Mittel bereit zu stellen. Das ist natuerlich selbst im Konjunktiv nicht mit den „Lehren“ der katholischen Kirche konform und musste zu Protesten fuehren, die dann auch prompt kamen. Wenn Reaktionen bei anderen Problemen auch immer so schnell kaemen, ginge es Land und Leuten wohl einiges besser.

Ueber 100 katholische Gruppieren haben alle Arten von Protesten gegen die Familienplanung angekuendigt. Die Bischoefe haben Gespraechsbereitschaft gezeigt, aber gesagt, dass der Praesident auf sie hoeren muss. „Muss“ sagten sie und wohin das fuehren wuerde, duerfte jedem klar sein. Die Bereitschaft der Regierung ein aehnliches Programm wie seinerseits Ramos durchzuziehen, soll schon in den Anfaengen untergraben und erstickt werden und das dazu gehoerige Gesetz soll dann wieder schoen in der „runden Akte“ verschwinden. Einige der „Sektenfuehrer“ sehen sogar eine Gefahr fuer die philippinische Familie. Ich bin eher der Meinung, dass sie eine Gefahr fuer den „Klingelbeutel“ sehen! Man versucht nun kuenstliche Empfaengnisverhuetung als eine Art von „Abtreibung“ darzustellen, die ja gemaess der philippinischen Verfassung verboten ist. Auch eine Moeglichkeit die Tatsachen zu verdrehen und mir scheinen die Kirchenfuerste in dieser Beziehung den Politikern um nichts nachzustehen. Gemaess einer Aussage der Kirche soll die Fuehrung des Landes die Wirtschaft sanieren und nicht das Problem verringern indem man das Bevoelkerungsachstum kontrolliert. Ich glaube das beides wohl Hand in Hand gehen muss; nur eine Seite zu verfolgen duerfte wohl wieder nur der beruehmte Tropfen auf dem heissen Stein werden. Die Kirche will auch verstaerkt gegen solche Aktionen angehen, indem sie bis auf Barangay Ebene den Glaeubigen die Tiefe ihrer Suenden in Bezug auf Verhuetung verstaerkt klar machen will. Zudem hat einer der Bischoefe sogar die Frechheit besessen zu sagen, dass es nicht Sache des einzelnen sei, zu entscheiden was moralisch richtig oder falsch sei. Das sei einzig und alleine das Privileg der Kirche und der Glaeubige habe zu folgen.

Praesident Aquino hat seine Bereitschaft mit den Kirchenfuersten zu sprechen dargelegt. Es bleibt zu hoffen, dass er nicht ins Wanken kommt und konsequent durch Aufklaerung und kostenlose Bereitstellung von empfaengnisverhuetenden Mitteln aller Art mit hilft, endlich das starke Wachstum der Bevoelkerung einzudaemmen. Die Unterstuetzung der beiden Kammern des philippinischen Kongresses haben fuer eine verantwortungsvolle Familien und Bevoelkerungsplanung volle Unterstuetzung zugesagt.

Und fuer die Kirche bleibt die Hoffnung, dass sie endlich mal im 21. Jahrhundert ankommt und nicht weiter im Mittelalter verharrt.

Share This Post
Related Posts
Der Tag danach … (Teil 1)
Camiguin 2. Teil
Es gruent so gruen…… 10. Teil

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>