Die TV – Reparatur

Stromausfälle waren früher in Cebu City an der Tagesordnung. Ich erinnere mich an einen Urlaub vor etwa 15 Jahren. Wir waren im Hotel untergebracht. Immer wenn der Strom weg war, kam zunächst eine Notbeleuchtung im Flur. Dann musste wohl immer irgend ein „Verantwortlicher“ entscheiden: Generator – Ja oder Nein? Bei der damaligen Häufigkeit des Ereignisses nachvollziehbar. Aber das nervte mitunter kolossal! Abends war das umso mehr nervend, denn dann lagen ganze Stadtviertel im Dunkeln. Zu Fuss fast nicht möglich wegen der vielen Schlaglöcher, mit dem Taxi fahren, naja …

So erinnere ich mich noch an die Zeit, als es Taxis gab ohne Aircon. Die habe ich immer den Aircon-Taxis vorgezogen, da ich von den manuell geregelten Aircons im Urlaub jedesmal Halsschmerzen bekam, bei mehr als 30°C Aussentemperatur! Zudem waren die etwas billiger. Manchmal gab es aber solche „naturgekühlten“ Taxis in einem technischen Zustand, den man nur als desolat bezeichnen kann. Wenns ein Pferd gewesen wäre, hätte man es aus Mitleid erschießen müssen. Und während man tagsüber dann in manchem Taxi die Straße an der Stelle, wo man für gewöhnlich die Füße hinstellte, bereits entdeckte, wurde es dann nachts doch leicht abenteuerlich. Da viele Fahrer ohne Licht unterwegs waren, eigentlich schienen nur die „Weicheier“ Licht zu brauchen, und dann zusätzlich das ganze Stadtviertel ohne Beleuchtung war, musste man manchmal die Füße festhalten, um nicht beim fahrenden Auto, durch den nicht existierenden Boden, auf die Straße zu treten …

Trotzdem fanden wir vor 15 Jahren, dass sich bereits „viel getan“ hat. Denn während in der Stadt Cebu, die Anzahl der Stromausfälle noch überschaubar war, so konnte man die Situation in ländlichen Regionen, im Vergleich dazu nur als katastrophal bezeichnen. Als wir damals eine Woche im Norden Luzons ausspannten, konnten wir uns vom vorherigen „Luxusleben“ in Cebu überzeugen. So gab es damals nicht nur täglich Stromausfall, uns kam es so vor, dass es die überwiegende Zeit überhaupt keinen Strom gab. Der damalige Resortinhaber hatte einen extrem lauten Motor als Stromgenerator, den er zwar preiswert einkaufte, aber seinen Gästen damit auf die Nerven ging. So waren wir damals glücklich darüber, die meiste Zeit in Cebu verbringen zu können.

Heute? Super-Luxus pur! Wir hatten in unserem Viertel im zurückliegenden Jahr vielleicht 5 Stromausfälle. Davon war zwar einer in der ganzen Stadt den vollen Tag über, die anderen aber waren relativ kurz. Aber auch wenn diese kurz sind, können diese fatale Folgen haben. Da elektronische Geräte am empfindlichsten auf die „Stromeskapaden“ reagieren, habe ich bei uns die Computer vor Überspannung geschützt. Ein Forenteilnehmer, der das nicht hatte, dem hat es den Computer gekostet. Aber nicht nur Computer sind empfindlich, sondern auch Fernseher. Früher musste man bei Gewitter in Deutschland ja auch den Fernseher ausschalten und den Stecker ziehen …

Nun ist es aber so, dass man nachlässig wird oder gar nicht mehr daran denkt. So gab es kürzlich mal wieder einen Stromausfall bei uns. Der Strom kam nach wenigen Minuten wieder, alles ok! Wirklich alles? Zunächst checken: Computer läuft, Kühltruhe, Kühlschrank, Microwelle … also doch alles ok. Abends will meine Frau Fernseh gucken: „Wie geht denn der an?“ will sie wissen. „So wie gestern und am Tag zuvor auch!“ hätte Mario Barth an der Stelle vielleicht gesagt. Weibliche Wesen und ihre Fragetechnik! Aber erst mal schauen, vielleicht sind die Batterien der Fernbedienung leer. Also austauschen, geht aber immer noch nicht. Der hat doch noch einen Hauptschalter, wo war der nur? Ist bei diesem Modell etwas versteckt – aha da ist er, aber der steht auf „ON“. Mmmmmhhhm …. Stecker in eine andere Steckdose – geht immer noch nicht. Da wirds heut nix mit Fernsehen.

Am anderen morgen Garantiezettel suchen. Yep, dachte der hätte nur 6 Monate Garantie, aber der doch 12 und somit noch den ganzen Monat. Unsere Haushaltshilfe Tess, deren Mann jetzt endlich Arbeit gefunden hat, wenn auch nur mit einem Einkommen von 50 Pesos pro Tag … Moment! Wir leben in Cebu City, „Mindestlohn“ sagt HIER aber was anderes. Tja, aber die Chinesen auf dem Tennisplatz für die er irgendwelche Hilfsjobs macht, die sagen noch mal was ganz anderes. Denn er beginnt dort um 2 Uhr mittags und arbeitet bis um 9 Uhr abends. Gut manchmal hätte er auch 100 Pesos … Ich fasse es nicht. Immerhin kennt er sich mit relativ vielen elektrischen Geräten aus und kann die auch reparieren. So hat er unsere Waschmaschine, die höllischen Lärm wegen eines quietschenden Keilriemens machte, wieder besänftigt. Auch wenn am Auto oder sonst was ist, hilft er gerne. Klar dass er von uns mehr bekommt als von den Chinesen. Ausserdem wird er von uns nicht herablassend behandelt, wie so manche Chinesen mit Pinoys umspringen …

Fortsetzung folgt

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