Dominic 2. Teil

Mary Rose war nicht gekommen und ich rief dann auch gleich Amanda an, um heraus zu finden, ob sie was weiss. Sie wusste nichts, aber versprach sofort nachzuforschen. Ich fuhr inzwischen nach Hause.

Etwa zwei Stunden spaeter „klingelte“ mein Handy und Amanda war dran. Sie habe am Schalter von PAL im Flughafen gefragt und dort war das Ticket zurueck gegeben worden. Rose wollte es gegen Cash eintauschen, aber da es mit Kreditkarte bezahlt worden war, wurde der Rueckgabebetrag auch auf das Kreditkartenkonto zurueck ueberwiesen; es gab zum Glueck nix Bares fuer Mary Rose. Wo sie abgeblieben war danach wusste keiner, aber es interessierte mich nach dem neuerlichen Betrugsversuch auch nicht weiter.

Als die Eltern dann spaeter bei uns ankamen, waren die natuerlich stinksauer ueber das Verhalten der Tochter, aber machen konnten sie herzlich wenig. Als Rose sich zwei Jahre spaeter meldete, wollte ihr keiner mehr Geld geben fuer ein Ticket nach Hause. Sie hat es irgendwie selbst geschafft spaeter, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ich bedankte mich bei Dominic im Chat, der von seiner Schwester ueber den Ausgang der Geschichte schon informiert worden war.  Im Herbst desselben Jahres kam Dominic nach Manila und wir trafen uns wie immer, wenn er im Land war.

Nach meiner grossen Rundreise durch die Philippinen wollte ich mir eine Spiegelreflexkamera zulegen, aber hier auf den Philippinen war das so unverschaemt teuer. Ich fragte Dominic, ob er mir die Sachen aus den USA mitbringen koennte, da ich den Einfuhrzoll vermeiden wollte. Er bejahte und so begann ich mich auf Ebay umzusehen. Die Preise lagen durchschnittlich bei 30% unter den philippinischen oder deutschen Preisen und damals stand der Euro gut. Beim heutigen Stand sind die Philippinen sogar billiger als Deutschland.

Ich begann zu bestellen und nacheinander traf das Bestellte bei Dominic ein. Drei Sachen kamen jedoch nie bei ihm an: die Kamera selbst, ein Weitwinkelobjektiv und die Kameratasche. Dominic schrieb dann selbst als mein Beauftragter an die Verkaeufer und es kam heraus, dass UPS bei Nachforschung feststellte, dass die Sachen geliefert worden waren. Nachdem Dominic sie aber nie erhalten hatte, und es keine Unterschriften gab, da UPS diese Praxis bei lokalen Sendungen eingestellt hatte, war keinerlei Nachweis von beiden Seiten  zu erbringen. Der Ausfahrer sagte, dass er die Lieferungen einfach im Hausgang abgestellt hatte, da niemand zu Hause war. Nun begann Dominics Kampf mit UPS, die natuerlich nicht bezahlen wollten und auf alle Nachrichten und Anrufe von Domminic negativ reagierten. Dom schaltete einen Arbiter ein, dessen Entscheidung von beiden Seiten akzeptiert werden muesste. UPS wehrte sich zuerst dagegen, aber Dom drohte nun die Medien einzuschalten. Mit entsprechender Konkurrenz im Lande hatte UPS einen Heidenrespekt vor negativer „Publicity“ und stimmte nicht nur zu, den Arbiter zu akzeptieren, sondern boten sogar an zu bezahlen und eine  Entschaedigung zu leisten. Da der Arbiter auf Grund von UPS‘ Angebot nicht mehr benoetigt wurde, bezahlte die Firma die gleichen Artikel beim Verkaeufer und wenige Tage spaeter trudelte alles bei Dominic ein. Die Macht der Presse kann an dazu nur sagen…..

Dominic packte alles aus den Orginalkartons aus und verpackte es in die grosse Fototasche. Man muss dem Zoll ja nicht unbedingt mit dem Zaunpfahl winken. Die gefalteten Kartons brachte er im Koffer mit, um zu Hause alles wieder orginal zu verpacken. Auf den Philippinen angekommen, schickte er mir nur eine SMS, das alles bestens war bei der Einreise. Nun ja Balikbayans geniessen nun mal eine „Art Narrenfreiheit“ beim Zoll, wenn sie auf Urlaub nach Hause kommen.

Einige Tage spaeter trafen wir uns in Manila im Sofitel und er uebergab mir alles. Ich bedankte mich und bezahlte natuerlich unser „Gourmet Dinner“ am Bueffet. Man sollte nicht unerwaehnt lassen, dass das Bueffet „eat all you can“ bei Sofitel wohl mit das Beste von ganz Metro Manila ist.

Er wollte mir sogar die Entschaedigung von UPS uebergeben, aber ich bestand darauf, dass er sie behielt, hatte er doch die ganze Arbeit geleistet und es geschafft, dass alles noch vor seiner Abreise bei ihm eintraf.

Im naechsten Jahr kam er wieder auf die Philippinen, da sein Grossvater im Alter von 90 Jahren verstorben war. Wir konnten uns leider nicht treffen, aber im April 2010 trafen wir uns wieder und diskutierten die Preise fuer philippinische Muenzen, da er den Auftrag hatte, im Namen des Verlages, der den roten US Muenzkatalog herstellt, die Preise von US Philippinischen Muenzen festzulegen. Es gab schon einige Diskussionen und auch einige Anrufe bei philippinischen Haendlern bis wir uns fest gelegt hatten. Drei Tage hatten wir an der Preisgebung gearbeitet nur um festzustellen, dass alle spaeter im Herbst veroeffentlichten Preise um etwa 30% von unseren Preisen abwichen und zwar meist nach oben, wobei wir schon das Gefuehl hatten uns an der Obergrenze zu bewegen.

Nun Dominic arbeitet mit Angela nach wie vor in den USA und hat im Moment alle Antraege auf die gruene Karte laufen, wofuer er einem Anwalt 8000 Dollar bezahlen musste. Ein Identitaetsdiebstahl 2009 hatte die Sache fuer ihn ungemein erschwert. Zum Glueck hatte Angela einen ausgezeichneten Ruf von dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet und so hoffen die beiden, ihre „green card“ bald zu bekommen.

Dominic ist mir ein sehr guter Freund geworden und wir unterhalten uns auch oft im Chat.

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