Dominic 1. Teil

Die meisten hier wissen ja mittlerweile, dass ich philippinische Muenzen sammle, und durch diese Sammelleidenschaft habe ich einige sehr nette Leute kennen gelernt, aber auch einige weniger nette. Einer der nettesten ist Dominic.

Viele meiner Muenzen erwarb ich ja in Ebay und die meisten philippinischen Sammler verkauften auf Ebay, aber auch an Auktionstagen der PNAS, die es ja leider in ihrer guten und urspruenglichen Form nicht mehr gibt. Und eine meine ersten Muenzen erwarb ich durch ein Ebay Mitglied namens Mabuhay. (Nein, der Ferrari steckte dieses mal nicht hinter diesem Nicknamen) Dominic ist ein begeisterter Muenz -und Banknotensammler, von allem wo Philippinen drauf steht. Und er hat etliche gute Sachen in seiner Sammlung.

Drei Monate spaeter war ich dann in Manila und da eine internationale Auktion statt fand, nahm ich daran teil und lernte zwei meiner heute sehr guten Freunde kennen; Paul de Jesus und eben Dominic! Wir unterhielten uns gut, und wanderten vor der Auction von einem Verkaufstisch zum anderen, denn viele Haendler und Sammler verkauften bei diesen Gelegenheiten Muenzen an Sammler wie mich. Dominic stellte mich einem sehr alten Sammler vor, der unter anderem einen fast unzirkulierten Peso von 1911 hatte, der in dieser Erhaltung selten zu finden ist. (Als ich die Muenze spaeter einschickte zum pruefen, kam sie als MS61 unzirkuliert zurueck und wuerde bei einem Verkauf mindestens 4000 US Dollar bringen. Gekauft hatte ich sie 2004 fuer 200 Dollar) Ich erwarb dann noch ein paar andere Sachen bei der Auktion und danach gingen Dom – so nannte ihn jeder – und ich zum Essen und hatten noch einen schoenen Abend zusammen. Seitdem chatten wir sehr oft im Yahoo Messenger.

Einige Monate spaeter war ich dann wieder in Manila und lud Dominic und seine Familie zum Essen ein. Wir trafen uns in Italiannis in Greenbelt, das Dominic ueber alles lobte. Ich lernte nun seine Mutter und seine Schwester kennen, die beide auch sehr sehr nett waren und waere ich nicht verheiratet gewesen, haette ich seiner Schwester wohl „den Hof gemacht“. (Ich waehlte bewusst diesen altmodischen Ausdruck, da die Famlie in ihren ethischen und moralischen Vorstellungen sehr konservativ erschien.)

Das Essen im Italiannis war sehr gut, aber es war eben mehr „New Nork italienisch“ als „Italien italiensch“. Der Salat den ich als Vorspeise hatte schmeckte  gut, die Lasagna dagegen war etwas enttaeuschend. Wir plauderten recht intensiv und nach dem Essen gingen wir noch in eine sehr dezente Bar in Makati auf ein paar Drinks.  So entwickelte sich zwischen Dominic und mir eine sehr gute Freundschaft.

Wir trafen uns jedesmal, wenn ich in Manila war und eines Tages stellte er mir seine zukuenftige Frau vor. Dominic war sicherlich nicht der schlanksten einer, aber Angela uebertraf ihn noch. Aber sie war sehr nett und wer schaut dann schon auf einige Kilos. Und die beiden liebten sich ganz offensichtlich. Ein halbes Jahr spaeter heirateten die zwei, aber nur im engsten Familienkreis, obwohl die Familie sich eine grosse Feier haette leisten koennen.

Dominic war Computerfachmann und arbeitete fuer eine amerikanische Firma, die wollte dass Dominic in die Staaten geht und das machte er in Anbetracht des guten Gehaltes auch. Er kam zuerst nach Little Rock in Arkansas, was fuer einen Amerikaner so ziemlich der „Arsch der Welt“ ist. Dominic empfand es genauso und er vermisste den Trubel von Manila. Angela blieb auf den Philippinen, aber die beiden arbeiteten daran, dass sie nachkommen konnte. Als registrierte Krankenschwester war zudem ihr Beruf gefragt und als Dominic endlich nach Long Beach versetzt wurde, folgte ihm Angela nach. Dom kam jedes Jahr mindestens einmal auf die Philippinen und ich flog dann jedesmal auch nach Manila, um mich mit ihm zu treffen. Meist konnte ich das mit Geschaeftlichem verbinden.

Meine Frau hatte eine Nichte namens Mary Rose (die uebrigens eine eigene Geschichte wert ist, die ich dann spaeter mal erzaehlen werde) und diese Nichte fiel nur negativ auf. Nach etlichen Klauereien in der Familie bekam sie eine letzte Warnung, war aber wohl nicht interessiert, der zu folgen. Sie stahl ihrer eigenen Schwester 40k, die dieser nicht einmal gehoerten, sondern von einer anderen Schwester aus Uebersee geschickt worden waren. Mit diesem Geld setzte sie sich ab und keiner wusste, wo sie hin war. Nach einigen Monaten, das Geld war schon lange alle, meldete sich das Maedel aus Manila. Sie hatte kein Geld mehr und wollte heim. Meine Frau und ich trauten ihr nicht und wir wollten, dass jemand ihr das Ticket vor Ort kauft und sie in den Flieger setzt. Ich erzaehlte das ganze Dominic, der spontan seine Hilfe durch seine Schwester Amanda anbot. Er informierte sie und Amanda holte Mary Rose in ihrem Boardinghaus ab und brachte sie in einem Hotel in der Naehe ihres Hauses unter, da ich ihr abriet, sie in ihrem eigenen Haus uebernachten zu lassen. Sie kaufte ein Ticket fuer den naechsten Tag und blieb nachts bei Mary Rose im Hotel. Am naechsten Morgen lieferte Amanda unsere Nichte am Flughafen ab und blieb bei ihr, bis sie in der Pre-departure Area verschwunden war.

Ich ueberwies umgehend alle Kosten von Amanda fuer das Hotel und das Ticket und fuhr danach zum Flughafen um Rose abzuholen. Ihre Eltern waren bereits unterwegs von Surigao nach Gensan um sie dann bei uns in Empfang zu nehmen. Als der Flieger gelandet war, kamen alle moeglichen Leute aus der Ankunftshalle, aber nicht Mary Rose.

Wo war sie abgeblieben?

Fortsetzung folgt

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3 Comments
  • Reply

    Und da sieht man es einmal wieder, die schönsten Geschichten schreibt doch einfach das Leben 😉

  • Kai
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    Fuer „New York italienisch“ schmeckt es gut, aber fuer „Italien italienisch“ ist es eher enttaeuschend. Wie ich ja geschrieben hatte, war die Lasagna nicht das Gelbe vom Ei, wobei aber Geschmaecker etwas sind, worueber man nicht streiten sollte, auch wenn man es koennte…..

  • Huttmann
    Reply

    Wie immer sehr unterhaltsam und spannend! Nur eine kleine Bemerkung zu Italiannis in Greenbelt, sieht sehr gut aus, toller Service, leider schmeckt es nur sehr durchschnittlich…

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