Eifersucht 2. Teil

In den Bergen von Bukidnon hatte sich in den neunziger Jahren Tongits sehr schnell als das Kartenspiel gegenueber anderen Spielen durchgesetzt und man konnte fast alle Anwohner von Cawayan beim taeglichen Spiel in etlichen Gruppen beobachten. Man koennte fast soweit gehen, das ganze schon als Sucht zu bezeichnen, hatten doch einige Farmer nicht nur die gepflanzten Felder vernachlaessigt, sondern auch Geld verspielt, das eigentlich zum Kauf von Farm Inputs wie Chemikalien und Duengemittel gedacht war. Dabei ging es nicht um kleinere Peso Betraege, sondern schon um wesentlich mehr und 5000 -10000 Pesos im Topf waren keine Seltenheit. Spiele unter 1000 Pesos lohnten sich nicht, sagten die Spieler.

Es gab auch einige Maedels und Frauen, die fleissig diesem Spiel froehnten. Dabei hatten die Damen einen kleinen Trick entwickelt. Sie trugen generell keinen BH wenn es zum Spiel ging, sei es als Spieler oder als Zuschauer. Waehrend des Spieles oeffneten dann die „Maedels“ einige Knoepfe und zeigten wesentlich mehr als nur Brustansatz. Das verlagerte natuerlich die Aufmerksamkeit der maennlichen Spieler vom Kartenspiel zu den anderen gebotenen „Schoenheiten des Lebens“.  Natuerlich eskalierte diese Situation so weit, dass einige der „Damen“ auch keine Hoeschen trugen und ihre kuerzesten Miniroecke anzogen, wenn es zum Spielen ging. Die Ablenkung der maennlichen Spieler nutzten nun entweder die spielenden Maedels oder deren Freunde und Ehemaenner um zu bescheissen. Karten wechselten den Besitzer, vorher abgelegte Karten fanden ihren Weg ins Spiel zurueck und wenn immer einer der Gegenspieler Verdacht schoepfte, wurde eben etwas mehr „Haut“ zur Ablenkung gezeigt.

Eine der eifrigsten Spielerinnen war die 18 jaehrige Tata, eine Enkelin unseres im Vorjahr verstorbenen Vermieters Manong Dayong. Sie war nicht nur bildhuebsch, sondern hatte auch eine gute Figur und sie geizte ueberhaupt nicht mit ihren Reizen. Das tat sie nicht nur beim Kartenspiel, sondern sie war auch bekannt fuer ihr aussgepraegtes Liebesleben, an dem sich auch einige Barangay Honoren erfreuten. Jene Tata war nun seit etwa drei Monaten die Freundin von Jory, der ja seit unseren Bangka Zeiten bei uns arbeitete.

Am heiligen Abend 1995 fand am Nachmittag wieder mal ein Spiel statt mit Jory als Spieler und Tata als „Ablenkerin“, damit man sich etwas zusaetzliches „Weihnachtsgeld“ verschaffen konnte. Natuerlich hatten die anderen auch ihre Damen dabei. Als Jory nun wohl den einen oder anderen Blick riskierte, nicht bei Tata, sondern bei den anderen Damen, fing Tata etwas zu maulen an und verbot ihm das Schauen. Jory verneinte zwar die anderen „Schoeneiten“ angesehen zu haben, aber einer eifersuechtigen Filipina etwas auszureden ist ein Ding der Unmoeglichkeit. Das Spiel ging noch eine ganze Weile weiter, aber als Tata mal auf der Toilette war, verzog sich Jory, dem das eifersuechtige Gemeckere ordentlich auf den Geist ging. Er „versteckte“ sich bei Daniel und dort wurde dann ein wenig getrunken. Aber er hatte die Rechnung ohne Tata gemacht, die sich auf die Suche machte und ihn auch bald gefunden hatte. Unter lauteren Gemaule schleppte sie ihn ab in das kleine Haus, das die beiden an der Crobada (so wurde die Haarnadelurve zwischen Cawayan und Victory bezeichnet) bewohnten. Dort scheint es ziemlich zugegangen zu sein, aber Einzelheiten hat uns Jory nie erzaehlt.

Gegen sieben Uhr am Abend kam Jory zu uns ins Haus und erzaehlte nur, dass es einen riesigen Knaatsch gegeben hatte wegen der anderen Maedels beim Kartenspiel und Tata ihn mit der Bolo angegriffen hatte und ob er hier bleiben koennte und wir ihn verstecken wuerden, wenn Tata kaeme. Wir konnten natuerlich nicht nein sagen. Da unser Haus ja nun nicht sehr viele Moeglichkeiten bot sich zu verstecken, sagte ich ihm, dass er sich hinter der Tuere zu unserem Schlafzimmer verstecken sollte, wenn seine erzuernte „bessere“ Haelfte auftauchen sollte. Es dauerte auch nur eine halbe Stunde und die „Dame“ stand vor der Tuer und fragte nach Jory. Als meine Frau die Anwesenheit von ihm verneinte, schrie sie: „Ich weiss, dass er hier ist und wenn ich ihn erwische, schneide ich ihm seinen „Schniedelwutz“ ab.“ Sprachs und draengte meine Frau zur Seite um das Haus zu durchsuchen. Ihren „Anspruch“ untermauerte sie mit der Bolo, mit der  sie kraeftig durch die Gegend fuchtelte. Jory hatte sich im ersten Moment wie ausgemacht in unserem Schlafzimmer versteckt. Als sie in den ersten Stock kam, wollte sie auch in unser Schlafzimmer, was ich ihr aber untersagte. „Aha“ schrie sie, „da ist er drin.“ „Nein da ist er nicht drin“ sagte ich und oeffnete die Tuere, damit sie in das Schlafzimmer schauen konnte. Sie war mit dem Blick natuerlich nicht zufrieden und ging rein. Sie schaute im Schrank und unter dem Bett aber da war kein Jory. Der war hinter der Tuere, die ich soweit geoffnet hatte, dass sie ihn nur entdecken wuerde, wenn sie die Tuer halb zumachte. Auf die Idee kam sie nicht und nachdem sie auch die anderen Zimmer durchsucht hatte, beschimpfte sie uns: „Ihr habt ihn versteckt und wenn ich ihn finden bringe ich nicht nur ihn um sondern euch auch.“ Nun was zuviel ist ist zuviel! Ich benahm mich dann mal sehr „unmaennlich“ und trat Tata kurzerhand seitlich gegen das Knie. Das schmerzte und sie fiel. Die Gelegenheit nutzte ich um mir die Bolo zu schnappen und anschliessend „warfen“ wir sie aus dem Haus. Das heisst sie war nur symbolisch „geworfen“ worden, denn sie hinkte aus dem Haus. Unter „Absingen haesslicher Lieder“ – das heisst hier sie hat geflucht wie ein Kutscher, der vom Bock gefallen war – verliess sie unser Grundstueck. Unser Dobermann half noch ein wenig nach um ihren Abgang zu beschleunigen. Sich am heiligen Abend bei anderen Leuten dermassen zu benehmen, hatte ich auch bei Filipinos vorher noch nie erlebt. Die Buena Noche ist im allgemeinen auch den Pinoys heilig.

Am naechsten Tag kam sie mit ihrer Mutter um sich zu entschuldigen. Jory hatte allerdings die Schnauze gestrichen voll und beendete die Beziehung. Sie hatte noch in der Nacht alle Klamotten von Jory in ihrer Huette zerschnitten und vor die Tuer geworfen.

Wenn man eine Filipina mit Eifersuchtsanfaellen zur Frau oder Freundin hat, sollte man sich von ihr trennen. Frueher oder spaeter endet das fast immer mit einem Drama.

Die dritte Geschichte erzaehle ich morgen.

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1 Comment
  • cris45
    Reply

    Hi Kai,
    deine erlebnisse sind einfach nur schön zum lesen,da ich vieles von deinen geschichten auch ähnlich erlebt habe muss ich halt immer wieder lachen.mach bitte weiter so im neuen jahr und so wünsche ich dir einen guten rutsch und alles gute im 2010
    cris

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