Eifersucht 3. Teil

Es war im April 1999 als ich in Cagayan waehrend einer Gemueselieferung den Antonio kennen lernte, dessen Frau den Malls dort abgepacktem Trockenfisch lieferte. Dodong, wie jeder Antonio nannte, war Taxifahrer der 24 Stunden fuhr und anschliessend 24 Stunden frei hatte. Zusammen mit seiner Frau verdienten die beiden zwar keine Reichtuemer, aber es ging ihnen besser als vielen Filipinos, da sie zumindest ihre Arbeit ordentlich machten und zuverlaessig waren. Wr unterhielten uns eine Weile und gingen nach dem Ausstellen der Lieferbestaetigung wieder unseren eigenen Wege.

Einige Wochen spaeter traf ich Dodong wieder als ich nach einem Taxi suchte und seines erwischte. Dodong hatte eine gerade verheilende Wunde an der Stirn und ich fragte ihn was passiert sei. Er meinte, dass er darueber nicht reden wolle. Nun ich bestand auch nicht darauf und Dodong lieferte mich in Bulua ab, wo wir wegen der Schule der Kinder ein Haus gemietet hatten.

Ein paar Wochen spaeter traf ich Dodong wieder und dieses mal tauschten wir unsere Handy Nummern aus, so dass ich ihn texten konnte, wenn ich ein Taxi brauchte.

Es vergingen einige Wochen, als ich ein Taxi nach Bukidnon benoetigte, da wegen eines Verkehrstreiks kein Bus ging. Ich rief Dodong an und er versprach in einer halben Stunde beim Haus vorbei zu kommen. Er war auch puenktlich da und dieses mal hatte er ein abheilendes blaues Auge, das in allen Regenbogenfarben schillerte. Unterwegs fragte ich Dodong mit wem er sich denn gepruegelt haette und er begann mir sein Leid zu klagen. Er erzaehlte von seiner total eifersuechtigen Frau, die ihm fast nach jedem Arbeitstag Vorwuerfe machte, dass er ja mit allen seinen weiblichen Passagieren Sex haette und als Ehemann ueberhaupt nichts taugen wuerde. Und wenn er nicht alles zugeben wuerde, warf sie mit allem moeglichen nach ihm. Das blaue Auge war von einem Aschenbecher, der ihn voll getroffen hatte. Er fragte mich um Rat und ich sagte ihm, wenn sich die Frau nicht aendern wuerde, dann waere die Ehe sinnlos, schliesslich soll ein Zusammensein zweier Liebender beglueckend sein und nicht nervig und stressig. Er meinte, dass er seine Frau viel zu sehr liebte um sie verlassen zu koennen. Nun da fiel mir dann auch nichts mehr dazu ein und so sagte ich nichts weiter.

Als wir in Cawayan angekommen waren, entschloss sich Dodong bei uns zu uebernachten, da es schon nach 5 Uhr nachmittags war und er informierte seine Frau. Die machte ihm sogleich Vorwuerfe und beschuldigte ihn bei einer anderen Frau zu schlafen. Selbst als ich mit ihr sprach, glaubte sie kein Wort und beschimpfte mich als Mitwisser, der Dodong beim Fremdgehen unterstuetzen wuerde. Dodong entschloss sich doch noch nach Hause zu fahren.

Am naechsten Morgen bekam ich eine SMS von seiner Frau, die mich fragte wo Dodong denn bliebe. Das Taxi haette schon vor einer Stunde zurueck gegeben werden muessen. Ich sagte ihr dass Dodong kurz vor sechs Uhr abends hier abgefahren waere. Sogleich begann sie zu schimpfen und meinte da sei sicher eine andere Frau im Spiel.

Gegen 9 Uhr „sang‘ dann mein Funkgeraet: „Break RVL 92, Break RVL 92″ usw (RVL92 war mein Rufname am Funkgeraet) Ich antwortete und der Caller informierte mich, dass er von der Polizei in Malaybalay sei, und dass man heute morgen im Park vor dem Capitol einen bewusstlosen Mann gefunden haette, der nichts weiter in der Tasche hatte, als meine Visitenkarte. Ich konnte mir nun nicht vorstellen, wer das sein koennte. Ich hatte schliesslich meine Visitenkarte seit Jahren an verschiedene Leute ausgegeben. Der Polizist bat mich nach Malaybalay ins Krankenhaus der Provinz zu kommen, da der Mann immer noch bewusstlos sei und ich ihn moegleicherweise identifizieren koenne. Ich fuhr dann mit dem naechsten Jeepney in die Provinzhaupptstadt und ging ins Krankenhaus. Dort sah ich mir den Bewusstlosen an, es war Dodong, der Taxifahrer. Seinen Familiennamen wusste ich nicht, aber ich hatte ja die Nummer von seiner Frau und rief sie, um ihr zu sagen was passiert war. Sie versprach auch sofort nach Malaybalay zu fahren und ich sollte sie in etwa drei Stunden dort erwarten.

Dodong war im ICU da er einen Schaedelbruch erlitten hatte. Wie und was genau passiert war sollten wir aber erst erfahren, wenn Dodong wieder zu Bewusstsein kaeme. Ich ass in der Zwischenzeit etwas zu Mittag und ging dann bei einem Bekannten vorbei um meine Frau ueber Funk zu informieren, was geschehen war. Gegen 14.30 kam Dodongs Frau Wilma im Krankenhaus an. Wir unterhielten uns eine Weile und ich ging dann in die Pension um ein wenig zu ruhen. Um 17 Uhr fuhr ich mit einer Motorela zurueck ins Krankenhaus um nach Dodong zu sehen. Gegen sechs Uhr fand Dodong den Weg zurueck zu den „Lebenden“ und beklagte sich ueber heftige Kopfschmerzen. Wir wollten nicht in ihn dringen und einige Minuten spaeter schlief er wieder ein.

Am naechsten Morgen ging ich dann zurueck ins Krankenhaus. Dodong war wach und es ging ihm besser. Seine Frau sass auf einem Stuhl neben dem Bett und schaute sehr veraergert aus. Dodong erzaehlte dann, was passiert war: In Aglayan stoppten zwei Maenner sein Taxi, die nach Malaybalay wollten. Dort angekommen sollte er sie in der Naehe des Capitols aussteigen lassen. Als sie dort ankamen zogen sie ihm mit einem harten Gegenstein kraeftig einen ueber und beim zweiten Schlag verlor er das Bewusstsein. Danach hatten sie ihn offensichtlich in den Park geschleppt, nachdem sie ihn ausgeraubt hatten und das Taxi nahmen sie auch gleich mit. Ich ging danach zur Polizei um dort die Geschehnisse zu schildern und das Taxi suchen zu lassen. Die Polizei verzichtete vorerst auf eine Vernehmung von Dodong und leitete die Angaben ueber den Wagen an das Provincial Hadquarter weiter, damit man das gestohlene Auto in einer Liste aufnaehmen koennte. (Das Taxi wurde zwei Tage spaeter in Cagayan de Oro gefunden)

Als ich zurueck ins Krankenhaus kam, gab es gerade einen Riesenauflauf im ICU, denn dort machte Wilma Rabatz und beschuldigte Dodong erneut, dass er nur wegen seiner „Liebe“ fuer andere Frauen in diese prekaere Lage gekommen waere. Er habe die ganze Geschichte bestimmt nur erfunden um seine Liebschaft zu tarnen. Den Schaedelbruch habe er sich sicher selbst zugefuegt. Zwei Pfleger packten Wilma an beiden Armen fuehrten sie aus dem ICU und warfen sie sehr unsanft aus dem Krankenhaus.

Fortsetzung folgt

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