Ein „nettes“ Erlebnis

Am 1. Maerz war die Deadline fuer meinen jaehrlichen Report beim Immigrationbuero. Ich war ja unterwegs gewesen und erst am Samstag zuvor zusammen mit Sven zu Hause angekommen. Sven musste auch sein Visum verlaengern, da er bei der Eiinreise ja nur die ueblichen 21 Tage bekommen hatte.

Am Montag fuhren wir also zusammen zum Buero der Immigration am National Highway im Royal Asia Komplex. Als wir die Treppen hoch gestiegen waren, sahen wir dann, das die Tuere offen stand. Wieder einmal war Stromausfall und im Buero traf ich dann Werner, der auch gekommen war um seinen jaehrlichen Obulus abzuliefern.  Werner teilte mir sogleich mit, dass man nun auch ein Residence Certificate (auch als Cedula bekannt) benoetigen wuerde und gab sich dann auch gleich seiner Lieblingsbeschaeftigung – dem Schimpfen ueber die Pinoys – hin. „Demnaechst werden sie auch noch die Penislaenge nachgewiesen haben wollen“, schimpfte er und erzaehlte danach, an wievielen Stellen er gewesen war, um eine Cedula zu bekommen.

Ich erkundigte mich nach der Sachlage bei dem Maedchen, die dafuer zustaendig war und bekam bestaetigt, dass man nun in der Tat eine gueltige Cedula brauchte. Darauf rief ich Attorney M. an und erkundigte mich bei ihm. Er war der regionale Immigrationschef, also der absolute Obermotz fuer unsere Ecke und ich kannte ihn recht gut. Da ich morgen bereits Penalty zahlen muesste, erbat ich von ihm die Erlaubnis heute alles auch ohne Cedula fertig machen zu koennen. Er genehmigte das und bat mich mein Handy an das Maedel weiter zu reichen. Er sprach dann kurze Zeit mit ihr und als ich wieder dran war, meinte er ich koenne heute alles fertig machen, muesse aber die Cedula so schnell wie moeglich nachreichen.

Ich bezahlte – die Quittung wuerde ich bei dem Vorzeigen der Cedula bekommen – und dann wollte Werner noch wissen, was bei meinem Anruf ‚raus gekommen war. Ich erzaehlte es ihm und dann meinte er: „Na die Lauferei hast du aber trotzdem um dein Residence Certificate zu bekommen.“ „Nein“ antwortete ich, „die habe ich nicht, das lasse ich von jemandem machen.“ Erbost antwortete er: „Unmoeglich, du musst ja unterschreiben und dein Fingerabdruck muss auch drauf.“ Ich grinste und meinte, das sei nicht noetig, entweder drueckt ein anderer seinen Finger da drauf, oder ich mache es wenn ich die Cedula habe. Ausserdem interessiert das keinen.

Werner war nun veraergert und ging zu dem Maedchen um zu petzen. Sie sprachen nicht sehr laut und ich verstand nur Bruchteile wie Fingerabdruck und Unterschrift. Er hatte ihr also voll erzaehlt, dass ich meine Cedula nicht selbst mache, sondern jemanden machen lasse. „Du bist doch eine alte Petze“ sagte ich zu ihm und haemisch meinte er dass ich nun auch ueberall rumrennen muesse. „Nein“ sagte ich und nannte ihn nochmal eine alte Petze und ein Arschloch. Er fing dann an zu schimpfen aber ich liess mich nicht groesser drauf ein, ausser ihm nochmal die „alte Petze“ an den Kopf zu werfen und ihm zu sagen er soll mir aus den Augen gehen, mit solchen Leuten mit derart miesem Charakter wolle ich nichts weiter zu tun haben. Seine Frau zog ihn dann weg, bevor er mit einer weiteren Schimpftirade loslegen konnte.

Wir machten danach alles fuer Sven fertig, aber er konnte den Visumseintrag nicht bekommen wegen des Stromausfalles. Wir fuhren nach Hause und von dort rief ich meine Steuerberaterin an und bat sie fuer meine Frau und mich eine Cedula machen zu lassen.

Am naechsten Morgen brachte die Angestellte meiner Steuerberaterin gegen 10 Uhr unsere Residence Certificates. Ich unterschrieb und machte meinen Daumenabdruck drauf. Gegen zwei Uhr bekamen wir eine SMS, dass Svens Papiere fertig waren und fuhren hin. Ich zeigte meine Cedula, die Angestellte warf nur einen kurzen Blick drauf und ich hatte meine Quittung fuer 2010. Das Zahlen der Penalty blieb mir damit erspart und ‚rum laufen musste ich auch nicht um ein Residence Certificate zu bekommen. Im uebrigen haette ich dem Maedel auch eine Cedula von 1995 zeigen koennen, weil sie ja gar nicht groesser geschaut hatte.

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2 Comments
  • Reply

    Werner ist in der Tat wohl der letzte Ar$ch. Was hast Du denn da für Bekannte, Kai?
    Wo bekommt man denn eigentlich dieses Cedula, wenn man keinen Steuerberater hat?

    • Kai
      Reply

      Hallo Speedy
      den Werner treffe ich nur sehr gelegentlich alle Jubeljahre mal und das Treffen in der Immigration war ein echter Zufall. Die Cedula bekommt man auf der Gemeinde. Kostet um die 50 Pesos, die an das Barangay gehen.
      Gruss
      Kai

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