Eine ungewoehnliche Schwangerschaft

Es war 1995 oder 1996 gewesen, als in den Philippinischen Zeitungen Schlagzeilen erschienen wie „Pregnant Gay Man“ oder „Doc confirms Pregnancy of Gay Man“ und etliche andere mehr. Was war geschehen? Aus Cagayan de Oro kam die erste Meldung von einem dort ansaessigen Arzt. Der berichtete, dass er einen Patienten aus Bukidnon habe, ein Schwuler, der schwanger sei. Alle aerztlichen Untersuchungen haetten diese ungewoehnliche Schwangerschaft bestaetigt.

Zuerst berichtete der Philippine Daily Inquirer darueber, aber schon am naechsten Tag waren die Zeitungen voll davon. Aerzte, die diese Geschichte anzweifelten, wollten den „Schwangeren“ untersuchen und Termine fuer diese Untersuchungen wurden ausgemacht. Der Schwangere behauptete, er sei durch Analverkehr schwanger geworden. Innerhalb weniger Tage wurde diese Meldung zur Sensation hoch gespielt.

Der damalige Praesident der Philippinen Fidel V. Ramos lies durch seinen Pressesprecher verkuenden, dass die Regierung die Entbindungskosten uebernehmen wuerden und sicherte zudem eine Collegeausbildung zu, da der schwangere Schwule aus aermlichen Verhaeltnissen stammte. Ein Arzt aus Manila reiste nach Cagayan de Oro und untersuchte den Mann. Dieser Arzt hielt anschliessend eine Pressekonferenz in der er die Schwangerschaft bestaetigte.

Nun wurden die Meldungen auch international aufgegriffen. Namhafte Wissenschaftler bezeichneten die Nachrichten ueber den Fall als „Hoax“, da es aus medinischem Sinne unmoeglich sei. „Kein einziger Fall sei der Medizin bekannt, bei dem interner Hermaphroditismus bestaetigt wurde,“ sagten die Mediziner.

Einige Tage spaeter bestaetigte der Arzt aus Cagayan zusammen mit seinem Kollegen aus Manila, dass es sich in der Tat um einen Scherz gehandelt habe. Beweggruende sind damals nicht genannt worden. Aber es wurde natuerlich vermutet, dass Geld eine Rolle gespielt habe. Der Praesident der Philippinen hatte sich mit seiner Ankuendigung natuerlich blamiert und einmal mehr lachte die Welt ueber das Land.

Heute ist dieser Vorfall scheinbar vergessen, fand ich doch nichts bei all meinen Versuchen ueber Internetsuche mit verschiedenen Suchmaschinen. Haette ich die ganze Sache nicht „hautnah“ mit erlebt, wuerde ich sagen, es ist eine Geistergeschichte.

Ich war in den spaeten 90er Jahren ein wenig mit Amway engagiert und lernte in San Fernado in Bukidnon den Edwin kennen. Edwin war damals 49 Jahre und ein Gay der femininen Sorte. Er kleidete sich wie eine Frau und benahm sich auch so. Das war das erste Amway Seminar, bei dem ein bekennender Schwuler mitmachte. Nach dem Seminar hatten wir Einzelgespraeche mit verschiedenen Teilnehmern und unter anderem auch mit Edwin. In diesen Gespraechen stellte sich heraus, das Edwin der „schwangere Schwule“ der obigen Geschichte war. Und er erzaehlte mir auch die Gruende fuer diesen Scherz. Der Arzt hatte die Idee gehabt und meinte man koenne dann die Rechte an der Geschichte verkaufen und „gutes Geld“ damit verdienen. Nachdem der „Hoax“ ausgestreut war und die Medien angebissen hatten, meldete sich auch eine Filmgesellschaft und machte eine Anzahlung von 100.000 Pesos fuer die gesamten Rechte an der Geschichte. Nachdem alles aufgeflogen war, verpflichtete die Gesellschaft die „Teilnehmer am Hoax“ zu schweigen. Sie wollten sich wohl nicht blamieren. Das Geld durften die beiden Aerzte und Edwin behalten und hatten es auch gleichmaessig unter sich aufgeteilt.

Only in da Philippines!

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