Eine verrueckte Geschichte 3. Teil

Deutlich konnte ich durch das Telefon das schiessen hoeren.

„Bist du in unmittelbarer Gefahr?“ fragte ich ihn „und wieso kommt dein Anruf mit einer deutschen Nummer bei mir an?“

„Ich verwende mein Satphone und ich glaube, die Gefahr besteht erst dann, wenn ich vom Boot runter muss.“ entgegenete er.

„Ok, ich gehe jetzt zur Polizei und sehe was ich tun kann,“ meinte ich. „Ich rufe dich zurueck, sobald ich weiss was gemacht werden kann.“

Ich zog mich an, schuettete drei Liter kaltes Wasser in mein Gesicht um aufzuwachen, stieg ins Auto und fuhr los. Mein Ziel waren die „Barracks“ wie das Polizei Hauptquartier hier genannt wird. (Offizieller Name: Camp Fermin G. Lira) Da es noch vor fuenf Uhr morgens war, dauerte es eine Weile bis ich einen Polizisten fand, der etwas tun konnte. Er verstaendigte die Polizei in Cotabato City ueber Funk und bat sie den Arno vom Boot abzuholen. Ich rief Arno an um ihm mitzuteilen,dass die Polizei ihn vom Boot abholen wuerde, bekam aber nur eine Ansage, dass die Nummer nicht erreichbar sei. Also hiess es eben warten, bis wir etwas von der Polizei in Cotabato City hoerten.

Gegen sechs Uhr kam der Chief of Police um mich zu befragen, was denn geschehen sei. Ich erzaehlte ihm, was ich aus meiner Sicht wusste – das war ja herzlich wenig – und bat ihn, ob man in Cotabato City nicht nachfragen koenne, wo Arno nun sei. Der Chief of Police beauftragte einen Mitarbeiter nachzufragen und lud mich dann in die Kantine auf einen Kaffee ein. Wir bekamen unseren Kaffee und unterhielten uns und der Chief wollte genau wissen, wer ich sei, was ich mache usw. Halt die uebliche philippinische Neugierde, die immer dann zum Tragen kommt, wenn ein Pinoy eine „Langnase“ kennen lernt. Nach einer guten halben Stunde kam der Polizist der nachfragen sollte, in die Kantine und erzaehlte, dass die Polizei den Arno abgeholt haette und in einem Hotel in Cotabato City untergebracht haette. Allerdings waren die ganzen Sorgen, die wir uns machten fuer nichts, denn es war das Ende des Fastenmonats Ramadan und da wird bei Sonnenaufgang geboellert und geschossen um eben das Ende des Fastens zu feiern. Weder ich noch die Polizei in GenSan hatten daran gedacht. „Nun gut, Ende gut, alles gut,“ dachte ich mir, bedankte mich bei den Polizisten fuer ihre Hilfe und machte mich auf dem Heimweg. Allerdings hatte ich da noch keine Ahnung, dass diese Angelegenheit ungeahnte Auswuechse annehmen sollte.

Zu Hause versuchte ich Arno auf seinem normalen Handy zu erreichen und auf seinem Satphone. (Wozu er das benoetigte, ist mir bis heute ein Raetsel) Leider waren beide Telefone nicht erreichbar und ich schickte Arno eine  SMS mit der Bitte mich zu kontaktieren, wenn er Zeit habe. Gegen 11 Uhr bekam ich eine SMS vom Chief of Police in Cotabato City, in der er mir mitteilte, dass Arno auf der Polizeiwache sei und ich sollte bitte anrufen. Das machte ich und der Chief erzaehlte, dass Arno „verdaechtige Gestalten“ auf dem Flur des Hotels habe herumlungern sehen. Er war sich sicher, die seien gekommen um ihn zu entfuehren und deshalb habe er sich durch den Hintereingang des Hotels auf die Polizeiwache gefluechtet.  Dann fragte mich der Chief, ob mir ein „Commander Bravo“ bekannt sei und ein gewisser Ramil? „Sorry Sir, Arno hat mir nie von den beiden erzaehlt,“ sagte ich und der Chief entgegnete: „Ramil war der Begleiter von Arno auf dem Boot und soll angeblich ein Mitglied der abtruennigen Gruppe von „Commander Bravo“ sein, die frueher mal zur MILF gehoerte, aber seit Jahren nur durch Entfuehrungen auffiel. Wir haben Ramil vorlaeufig festgenommen.“ Ich konnte dann noch mit Arno sprechen, und auch der war fest der Meinung es habe sich um einen Entfuehrungsversuch gehandelt. Ich konnte dem noch nicht so ganz zustimmen, zu duenn erschien mir das ganze und ohne jeden Zusammenhang. Der Chief bat mich dann noch die Deutsche Botschaft in Manila anzurufen und diese ueber die Geschehnisse zu informieren.

Nachdem ich das Gespraech mit dem Chief beendet hatte, rief ich auf der Botschaft an und wurde mit einem Herrn B. verbunden. Ich erzaehlte ihm alles, was ich wusste, und er versprach bei der Polizei in Cotabato anzurufen und sich um die ganze Sache zu kuemmern. „Na prima, dann wird sich das ja alles bald aufklaeren,“ dachte ich mir. Oh wie sollte ich mich da getaeuscht haben.

Spaeter am Nachmittag rief mich Arno an und informierte mich: „Beim Ramil im Gepaeck haben sie Plaene gefunden um eine Bombe zu bauen und nun „grillen“ sie ihn schon die ganze Zeit, so dass er schon zu weinen begonnen hat.“

„Was??? eine Bombe?“

„Nein nur die Plaene dazu.“

„Wer ist denn der Ramil eigentlich?“ fragte ich nun.

„Mein zukuenftiger Schwager“ sagte Arno. „Ich wundere mich schon, dass der mit der MILF was zu tun hat.“

„Woher wisst ihr denn das?“

„Er ist hier auf der Polizei bekannt, passives MILF Mitglied zu sein.“

„Nun ich finde die ganze Geschichte schon etwas merkwuerdig,“ entgegnete ich, „und ohne diese ominoesen Plaene zum Bauen einer Bombe wuerde ich das ganze doch eher als Missverstaendnis bezeichnen, weil heute eben das Ende von Ramadan gefeiert wird.“

Ich erzaehlte Arno noch, dass die Botschaft informiert sei und sich mit dem Chief of Police in Verbindung setzen werde. Dann hing ich ab und begann nachzudenken. Das Ganze ergab fuer mich keinerlei Sinn, weil hier auf einmal das Feiern des Ramadan mit einer geplanten Entfuehrung „gleich“ gesetzt werden soll. Ein paar Leute auf dem Flur des Hotels wurden zu „verdaechtigen Gestalten“ und Ramil hatte einen ominoesen Plan im Gepaeck, der angeblich eine Bombe sein sollte. Ich schuettelte den Kopf und goss mir eine Tasse Tee ein und versuchte das ganze mit dem lesen eines Buches aus meinen Gedanken zu verbannen.

Allerdings sollte das Ganze noch weitaus mehr eskalieren und mir heftigste Kopfschmerzen bereiten.

Fortsetzung folgt

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