Eine verrueckte Geschichte 4. Teil

Am naechsten Morgen wurde ich um 9 Uhr von meinem Handy geweckt und ich fand eine SMS von Arno. Er hatte die Nacht auf der Polizeiwache verbracht und behauptete, dass ueber Nacht sein Handy und sein Satphone fuer das Versenden von Messages verwendet worden war. Angeblich wurden Nachrichten an „Kommander Bravo“ verschickt. Da Ramil auch auf der Polizeiwache war und nicht staendig in einer Zelle festgehalten wurde, war er natuerlich Arnos erster Verdaechtiger. „Mit dieser Kommunikation soll wohl die Entfuehrung endgueltig in die Wege geleitet werden,“ meinte Arno. So langsam hoerte sich das alles fuer mich paranoid an.  Ich antwortete nicht und trank erstmal einen Kaffee. Gegen 10 Uhr bekam ich einen Anruf von Herrn B. von der Botschaft. Der meinte, dass er das ganze mit der Entfuehrung als sehr unwahrscheinlich ansehe, aber dass die Botschaft vorerst am Ball bleibe und wenn ich Neues wuesste, moege ich das bitte mitteilen.

Am Nachmittag rief mich dann der Polizeichef von Cotabato City an und erzaehlte, dass sie Arno zurueck ins Hotel schicken wollten, aber der sich weigere, die Wache zu verlassen, weil er im Hotel innerhalb von wenigen Stunden entfuehrt werden wuerde. Auch sagte er, dass das ganze wohl ein grosses Missverstaendnis von Arnos Seite sei, da es wohl keine Anhaltspunkte fuer eine Straftat mehr gab. Selbst Ramil sei frei gelassen worden, nachdem sich der „Plan fuer die Bombe“ als Schaltplan eines elektrischen Geraetes entpuppte. Ramil haette sich nach seiner Freilassung auch sofort auf den Weg zurueck nach Bukidnon gemacht. Ich versprach dem Polizeichef die Botschaft ueber die neue Entwicklung zu verstaendigen.

Danach rief ich den Herrn B. von der Botschaft an und erzaehlte ihm, dass sich alle Verdachtsmomente zerstreut haetten, aber Arno sich weigerte die Polizeiwache zu verlassen. Herr B. meinte er werde nun mit dem Arno noch mal sprechen und mich zurueckrufen. Das geschah auch innnerhalb weniger Minuten und Herr B. sagte, dass der Arno wohl nicht alle Tassen im Schrank haette.  (Erhatte es nicht woertlich so ausgedrueckt, aber er hatte es so gemeint)  Entweder komme er mit dem naechsten Flugzeug nach Manila, damit die Botschaft helfen koenne, oder er sollte nach GenSan kommen und wir koennten ihn dann nach Manila schicken.  Ich rief meine Frau an und wir entschieden uns Arno erst mal zu uns kommen zu lassen.

Anschliessend rief ich Arno an um ihm das mitzuteilen, aber er weigerte ich die Polizeiwache zu verlassen und mit dem Bus zu kommen. So langsam stank mir der Herr und ich sagte ihm das auch, aber er beharrte auf den „Entfuehrungeplaenen“ gegen ihn und das war das.

Am naechsten Tag fuhren dann meine Leute mit dem kleinen Lastwagen nach Cotabato City um Arno abzuholen. Gegen 12 Uhr kam ein Anruf meines Schwager, der mitgefahren war, um Probleme zu loesen, die ich erwartete mit Arno, um mir mitzuteilen, dass Arno sich weiterhin weigerte, die Polizeistation zu verlassen. Ich sprach mit ihm, aber vergeblich. Er war der Meinung, dass er innerhalb der ersten 5 Kilometer im Truck entfuehrt werden wuerde.  Ich rief dann den Polizeichef  in Cotabato an und meinte er solle den Arno halt einfach „rauswerfen“, wenn der nicht gehen wolle.  Der stimmte zu, und so geschah es dann auch. Gegen 7 Uhr trudelte die gesamte „Truppe“ bei mir im Haus ein. Hier lachte ich erstmal kraeftig, als ich die „Uebergabe Papiere“ der Polizei las. Da stand doch tatsaechlich: “ I, Rico Digal, (Mein Schwager) declare, that i have received the living body of one Arno Schmidt……( Ich, Rico Digal, erklaere, dass ich den lebenden Koerper eines gewissen Arno Schmidt erhalten habe…..) Beamte scheinen ueberall auf der Welt ihre eigene Sprache zu haben, die ansonsten keiner versteht oder verstehen soll.

Der Abend verlief friedlich und Arno ging sehr frueh schlafen. Meine Frau sollte am naechsten Abend kommen und ich war froh etwas Beistand zu haben.

Am Morgen fiel ich aus dem Bett, als meine Stereoanlage auf einmal losbruellte: „I had a Dream“….. „Wer spinnt denn da so frueh um halb sechs so einen Laerm zu machen?“ schrie ich. Naja wer schon, der Arno natuerlich. Ich las ihm kurz die Leviten und versuchte dann weiter zu schlafen. Leider klappte das nicht mehr und ich stand auf. Muerrisch machte ich mir einen Kaffee und maulte bei Arno nochmal kurz nach. Und dann ging es los und er erzaehlte mir haargenau, warum das ein Entfuehrungsversuch gewesen sein soll. Naja ich war nach wie vor der Meinung, dass es kein Versuch war und sagte das auch, aber beharrlich bestand er darauf. Ich hoerte einfach nicht mehr zu. Ich rief dann spaeter Herrn B. an, erzaehlte ihm was Arno so gesagt hatte und wir einigten uns, den Arno von einem Psychiater untersuchen zu lassen. Ich erkundigte mich dann telefonisch im St. Elizbeth Hospital und man gab mir eine Nummer und die Adresse einer Aerztin. Ich rief sofort dort an und wir bekamen einen Termin mit ihr. Als ich Arno davon erzaehlte, wurde er wild und schrie, dass er nicht verrueckt sei und er werde dort nicht hin gehen. Ich versicherte ihm, dass das keiner glaubte, aber dass er eben unter starkem Stress stand und da der aerztliche Rat nur hiflreich sein koenne. Nachdem er am Vorabend von seiner Bundeswehrzeit erzaehlt hatte, erklaerte ich, dass ja auch Soldaten bei einem Psychiater vorbei schauten, wenn sie starken Stress hatten. Das „frass“ er und nach dem Mittagessen fuhren wir zur Aerztin. Wir mussten einige Minuten warten und dann kam die Aerztin. Sie rief Arno zu sich in den Behandlungsraum und ich sass draussen und wartete.

Was wuerde wohl ihr „Urteil“ sein?

Fortsetzung folgt

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