Eine verrueckte Geschichte 5. Teil

Nach 1  1/2  Stunden kam Arno zurueck in das Wartezimmer und die Aerztin rief mich in ihr Buero. Dort erklaerte sie mir das Arno wohl an einer paranoiden Neurose und schizophrenen Verhaltungsstoerungen leiden wuerde. Sie packte einige Medikamente ein und dann durfte ich bezahlen. Der Spass kostete mich einschliesslich Medikamente 3500 Pesos, da Arno kein Geld hatte und auf finanzielle Zuwendungen seines Vaters wartete. Ich berappte also und wir fuhren zurueck nach Hause. Dort fragte ich Arno erst mal, ob es solche Faelle in der Familie schon gegeben haette. Und dann kam es: „Ja meine Mutter ist ein Dauergast im Nervenkrankenhaus und ist mal drin, dann wieder draussen. Mein Vater ist zur Zeit auch in der Nervenheilanstalt, wie lange er noch bleiben muss weiss ich nicht genau.“  Nun wunderte mich natuerlich nichts mehr, allerdings war dem Arno bei unserem Treffen in Baroy nichts anzumerken.

Am naechsten Tag begann der Morgen wieder mal mit „I had a dream“ und ich regte mich trotz der unmoeglichen Zeit nicht auf und stand halt auf. Nach dem Fruehstueck fragte ich Arno nach seinen Plaenen. Im Haus wollte ich ihn nicht all zu lange haben. Aber er hatte keine Plaene und wollte erst mal auf das Geld vom Vater warten.

Am Nachmittag – ich war in der Stadt gewesen – entdeckte ich, dass jede Menge Gegenstaende, die auf dem Wohnzimmertisch lagen, verschwunden waren.  Ich checkte mit den Leuten im Haus, aber keiner hatte etwas gesehen. Nachdem neben Schluesseln auch der Aschenbecher verschwunden war fiel mein Verdacht auf Arno und ich fragte ihn. Der verneinte, sah aber sehr schuldig aus. Ich ging die Sache also etwas „schaerfer“ und lauter an und siehe da, Arno begann aus seinem grossen Rucksack auszupacken. Neben den Schluesseln und dem Aschenbecher kamen auch zwei Kaffeetassen, ein Buch, ein Kerzenstaender  samt Kerze, zwei Fernbedienungen und eine alte kaputte „Fritzbox“ zum Vorschein. Er entschuldigte sich: „Ich weiss auch nicht, warum ich das eingepackt habe.“  Nun ja, ich ermahnte ihn eindringlich das nicht wieder zu tun. An diesem Abend ging ich etwas frueher ins Bett. Aber so gegen drei Uhr morgens polterte es und dann fing der Arno an unverstaendliches zu schreien. Ich nix wie ‚raus dem Bett und zu seinem Zimmer gelaufen. Dort war der Stuhl umgefallen und das Bett stand hochkant. „Da war jemand unter meinem Bett“ schrie er. Natuerlich war das wieder mal ein Auswuchs seiner lebhaften Fantasie. Der Rest der Nacht verlief ruhig.

Am naechsten Nachmittag – wir sassen im Wohnzimmer – fing er ploetzlich laut an zu schreien:  „Frau Arroyo, sie haben die Wahlen manipuliert, sie sind eine Betruegerin. Heil Hitler!“  Das letztere wiederholte er etlichem Male.

Fuer mich war das Mass voll. „Arno, so geht das nicht. Du kannst hier nicht laenger bleiben. Ich bringe dich in eine Pension, bezahle dort das Zimmer fuer drei Naechte und verstaendige deine Freundin in Bukidnon, damit sie dich abholt.  Ansonsten kannst du nicht mehr mit meiner Hilfe rechnen.“

Wir brachten ihn in Leahs Pensionhaus und quartierten ihn dort ein. Ich bezahlte das Zimmer fuer drei Tage, gab ihm 1000 Pesos zum Essen kaufen und wies ihn noch darauf hin, dass er mir das zurueckzahlen kann, wenn er das Geld vom Vater bekommt. Wieder zu Hause rief ich seine Freundin an und sagte ihr, dass sie Arno in GenSan abholen sollte und erklaerte ihr auch die Gruende.

Am naechsten Morgen gegen sechs Uhr klingelte das Telefon und Arno war dran: „Ich bin in der Notaufnahme vom Elizabeth Krankenhaus. Kannst du bitte kommen.“  Ich war natuerlich stinksauer ueber die erneute Belaestigung und machte mich zaehneknirschend fertig um ins Krankenhaus zu fahren.  Dort angekommen sah ich dass Arnos Beine und Fuesse total zerschnitten und verkratzt waren und auch einige Naehte gesetzt worden waren. Auch waren seine Klamotten total zerfetzt und zerrissen.

„Was hast du denn jetzt wieder angestellt?“ fuhr ich ihn an. „Psst“ meinte er, „das erzaehle ich dir wenn wir hier ‚raus sind.“ Ich bezahlte also erstmal 918 Pesos an das Krankenhaus und wir setzten uns gegenueber vom Krankenhaus in einen Coffee Shop und Arno erzaehlte seine Story.

„Ich bin gestern Abend noch spazieren gegeangen und auf einmal war ich auf so einer Art Feldweg. Dann sprachen mich zwei Leute an und ich bekam Angst und rannte weg. Dabei bin ich vom Weg abgekommen und fiel in einen Tuempel oder sowas. Es stank ganz schlimm. Ich befreite mich aus dem Morast und ploetzlich ging ein grosses Schwein auf mich los. Mein Gott, was bin ich gerannt, die Sau hinter mir her und dann flog ich ueber einen Stachdrahtzaun, verwickelte mich, zerrte und war frei. Ich rannte weiter, das Schwein immer noch hinter mir her bis ich die Strasse erreichte. Dort sprang ich auf die Ladeflaeche von einem geparkten Lastwagen. Das Schwein grunzte noch eine Weile herum und trollte sich dann. Ich kann dir sagen die zwei Leute waren bestimmt vom CIA und das war ein trainiertes Schwein, da bin ich mir ganz sicher.“

Nun konnte ich mich nicht mehr halten und fiel vor lauter Lachen fast vom Stuhl. „Ein CIA Schwein“ groehlte ich, „ein trainiertes CIA Schwein“….. „Arno du hast sie wirklich nicht alle!“ Arno war ganz erbost und meinte, dass der CIA wirklich Schweine abrichten wuerde. „Jaja“ antwortete ich „und meine Mutter kommt vom Mars“

Ich brachte ihn zurueck in die Pension, empfahl ihm erst mal zu baden und sagte ihm, dass ich einen meiner Leute hier stationieren werde bis er abgeholt sei.

Zu Hause schickte ich erst mal Jory als Wache zur Pension, damit Arno nicht noch mal ausbuechst. Ich rief dann die Botschaft an und erzaehlte Herrn B. die Geschichte. Der meinte nur ich solle ihn nach Manila schicken, dann wuerden sie ihm helfen. Dazu hatte ich keine Lust mehr, da der Flug ja auch an mir haengen bleiben wuerde und der kostete damals immerhin fast 5000 Pesos. Dann rief ich die Freundin nochmal an um ihr Beine zu machen, damit sie Arno abholt. „Morgen gegen nachmittag kommen wir an,“ meinte sie. Was war ich froh, dass der Arno bald aus meinem Leben verschwinden wuerde.

Gegen drei Uhr bekam ich einen Anruf von der Freundin:  „Wo ist Arno? Er ist nicht in der Pension.“

Fortsetzung folgt

Share This Post
Related Posts
Dominic 1. Teil
Merkwuerdig……
Bild der Woche
1 Comment
  • Yukonn
    Reply

    Wieder eine klasse Story von Dir . Bin gspannt wie es weiter geht mit Arno. Wann kommt die Fortsetzung? Mach weiter so.

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>