Eine verrueckte Geschichte 6. Teil

Ich schwang mich also ins Auto und fuhr zu Leahs Pension House. Dort traf ich dann Jocelyn, die Freundin von Arno mit ihrer Mutter.

„Ich dachte Arno waere in der Pension und du hattest einen deiner Leute da zum aufpassen?“ fragte mich Jocelyn.

„Ja“ entgegnete ich, „lass mich mal nach meinem Mann schauen.“  Ich suchte nach Jory und fand ihn alsbald im Garten der Pension sitzend mit Blick auf die Zimmertuere von Arno.

„Jory, wo ist Arno?“

„Keine Ahnung, war nur kurz auf der Toilette und danach war er weg.“

„So ein Spinner, nix wie Aerger hat man mit dem,“ schimpfte ich und ueberlegte was zu tun waere.

Wir setzten uns alle gegenueber in eine Carenderia und beratschlagten, wobei am Ende meiner Meinung gefolgt wurde und wir entschieden zu warten. Irgendwann muesste er ja wieder auftauchen. Ich fuhr zwischenzeitlich nach Hause. Dort konnte ich genauso auf Nachricht  warten wie hier in der Eatery.

Gegen sechs bekam ich eine SMS von Jocelyn mit der Mitteilung, dass Arno stark angetrunken aufgetaucht war. Er hatte in irgendeiner „Bar“ einige Biere gezischt und niemanden Bescheid gesagt. Jocelyn fragte, ob sie heute Nacht noch in der Pension schlafen koennten, da das Zimmer ja noch fuer diese Nacht bezahlt war und sie in der Dunkelheit nicht nach Bukidnon zurueckfahren wollten.  Ich bejahte,  aber meinte gut auf Arno aufzupassen, damit er sich nicht wieder auf die „Reise“ macht.

Am naechsten Morgen bekam ich eine SMS, dass sie nun losfahren wuerden und mir fiel ein Stein – nein ein ganzer Felsen – vom Herzen, dass sich nun das Thema Arno erledigt hatte. Aber da hatte ich mich getaeuscht, denn Arno „verfolgte“ mich noch eine ganze Weile, genauer gesagt fuer ueber ein Jahr.

Fuer zwei Wochen war nun Ruhe, bis ich eine Text Message von Jocelyn bekam, dass sie sich von Arno getrennt habe, da er sie mit einem Messer verfolgt habe, als er mal zu tief ins Glas geschaut hatte. Scheinbar vertraegt sich die Sauferei ueberhaupt nicht mit seiner Erkrankung.

Wenige Tage danach meldete sich Arno via SMS bei mir und erzaehlte mir, dass er sich mit einem anderen Expat namens Otto aus Valencia zusammen getan habe, und sie zur Zeit in CDO unterwegs waren. Sein Vater schicke ihm jeden Monat zwischen 500 und 1000 Euro und da koennte man schon ‚rumreisen, wenn man sich an billige Pensionen und Restaurants haelt.

„Ja“ meinte ich, „aber du meinst doch nicht den Otto D. aus Valencia?“  Das war naemlich ein uebler Bursche, ein echter Schmarotzer, den ich nur allzugut kannte, aber das ist eine andere Geschichte, die ich ein anderes mal erzaehlen werde.

„Ja“ kam es zurueck „und ich komme gut mit ihm zurecht“

„Na solange du den ‚Zahlmeister‘ spielst sicherlich, aber wenn das Geld knapp wird, laesst der dich ohne weitere Worte haengen,“ textete ich zurueck.

„Wir werden sehen,“ meinte Arno, „ich weiss schon auf mich aufzupassen.“

Klar dachte ich mir bis du dem naechsten „CIA Schweinderl“ begegnest und lachte, an die Geschichte zurueck denkend.

Zwei Tage vor Weihnachten bekam ich wieder eine Text Message von ihm, in der er mich bat ihm 10000 Pesos zu leihen, sie waeren in einer kleinen Pension, in der Naehe von Gingoog City und sie haetten kein Geld ihre Schulden dort zu bezahlen.  Bedauerlicherweise fuer ihn, musste ich seine Bitte mit einem klaren Nein beantworten. Er war etwas angesaeuert, aber ich schmeisse doch kein gutes Geld schlechtem hinterher. Er hatte mir schliesslich nie meine Ausgaben zurueck erstattet, obwohl er es versprochen hatte zu zahlen, wenn der Vater Geld schickt und der hatte seit dem Vorfall schon drei oder viermal Geld geschickt.

Am heiligen Abend bekam ich einen Anruf von Arnos Mutter, die wissen wollte, wo sich Arno derzeit aufhielt. Ich erzaehlte ihr von seinem letzten Aufenthaltsort und meinte sie koenne ihn doch anrufen.  Seit drei Tagen versuche sie das, antwortete sie, aber das Handy von Arno sei immer ausgeschaltet. Ich versuchte nun meinerseits den Arno zu erreichen, aber auch vergeblich. Seine Mutter hatte am Telefon gewartet aber wie gesagt ich konnte ihn auch nicht erreichen. Sie gab mir noch ihre Nummer, damit ich anrufen koennte, wenn ich was von ihm hoere. Ansonsten frohe Weihnachten usw blah, blah, blah……

Ich schickte ihm dann noch eine SMS deswegen, die er ja bekommen sollte, wenn er sein Handy einschaltet.

Nach Weihnachten hoerte ich dann von Arno. Er und Otto hatten das Fest auf der Polizeiwache verbracht, wo sie beiben sollten, bis ihre Schulden bezahlt seien. Nun hatte der Vater Geld geschickt, die Schulden waren bezahlt und er hatte sein Handy wieder, das die Polizei als „Sicherheit“ zusammen mit dem Satphone einbehalten hatte. Sie seien nun zurueck in der gleichen Penson, wo sie bis nach Neujahr bleiben wollten.

An Sylvester kam dann eine neue SMS, das war die erste, an der man ersehen konnte, dass seine geistige Gesundheit nun vollends den Bach ‚runter ging. Er schwafelte von einer CIA Verschwoerung gegen ihn, und deswegen saesse er hier in der „Scheisse“ und meinte, dass da ein gewisser Kongressmann aus Lanao dahinterstecke. Ich machte mir nicht die Muehe darauf einzugehen, sondern wuenschte ihm lediglich ein gutes neues Jahr.

Nun kamen fast taeglich neue Text Messages von ihm, eine verrueckter als die andere.  Zwei von diesen will ich euch nicht vorenthalten. In der einen schrieb er, dass auf Grund der Tatsache, dass ich ihm geholfen hatte, das CIA es nun auch auf mich abgesehen haette und mich morgen frueh abholen wuerde, und er wuerde um Mitternacht mit einem U-Boot in GenSan sein um meine Familie und mich in Sicherheit zu bringen. Bei der anderen meinte er, dass zwei F16 im Anflug auf mein Haus seien, und ich waere wohl nun dem „Tode geweiht“. Diesesmal antwortete ich, dass ich mich einfach in mein Auto setze und davon fahre.  (Hier fehlt schon wieder mal ein „Zwinker Smilie“)  Er schrieb zurueck, dass die dann mein Auto zerbomben wuerden, worauf ich antwortete, dass ich es in einen „Superpanzer“ umgebaut haette und die ruhig schiessen duerfen. Ich hab mich bei der Texterei fast kaputt gelacht.

Aber sein Verfolgungswahn wurde immer schlimmer.

Fortsetzung folgt

Share This Post
Related Posts
Bild der Woche
Webseite gehackt
Otto’s Adoption

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>