Einige Hintergruende zu den Stromausfaellen auf Mindanao

Die Trockenheit auf Mindanao wird wohl bis zum Juni anhalten und bis wieder genug Wasser im Pulangi River Stausee und im Lake Lanao ist, duerfte es Juli werden. Bis dahin werden die fortdauernden Stromausfaelle wohl weitergehen und sich verschlimmern. Bis zu 14 Stunden taeglich koennte der Strom weg bleiben.

Die Regierung will helfen, aber sie kann nicht handeln, da Napocor (National Power Corporation) keinen Strom selbst herstellen darf und Ausnahmeregelungen vom Kongress gebilligt werden muessen. Kongressman Nograles meint, eine spezielle Sitzung sei sinnlos, da nicht genuegend Mitglieder des Kongresses erscheinen wuerden und ohne Quorum kann der Kongress auch nicht handeln. (Wobei die Wahlkampagne dem Herrn Nograles wohl wichtiger ist, als das Wohlergehen der Buerger Mindanaos. Da er sich ja um die Position eines Buergermeisters in Davao City bewirbt, waere zu wuenschen, dass ihm die Waehler von Davao die Quittung praesentieren.) Als die Regierung Aktionen ohne Kongress ankuendigte, drohte Senator Escudero mit Massnahmen durch den Senat, da alles, was die Regierung in Bezug auf „Strom fuer Mindanao“ beschliessen koennte, vom Senat wohl angefochten werden wuerde.

Also ein absolutes Handlungspatt! Man muss sich ernsthaft fragen, wo das Interesse der Kongressmitglieder liegt? Sicherlich nur in den Ergebnissen der kommenden Wahlen und nicht im Leiden der Bewohner von Mindanao, von denen sich nur ein winziger Bruchteil einen Generator leisten kann.

Zudem sind die von der Regierung geplanten  Massnahmen ein Scherz. Man will Strom mit Hilfe von Dieselgeneratoren herstellen aber nur etwa 140 Megawatt. Es fehlten aber wie z.b. gestern 748 Megawatt. Agus und Pulangi stellen zur Zeit zusammen nicht einmal 90 Megawatt her von einer Gesamtkapazitaet dieser 8 Wasserkraftwerke von 970 Megawatt, also weniger als 10% mittlerweile. Dazu kommt, dass von voruebergehenden Preisen von zirka 14 Pesos pro Kilowattstunde gesprochen wird was natuerlich wie immer auf den Ruecken des Verbrauchers faellt. (Sollten Dieselgeneratoren eingesetzt werden)

In Navotoas liegen vier Power Barges, die unbenuetzt sind, weil sich eine Bank und der Eigentuemer darum streiten. Hier koennte mit einem Machtwort von Seiten der Regierung fuer zumindest teilweise sofortige Milderung der Stromausfaelle gesorgt werden. Aber wie immer geschieht nichts.

Aber selbst nachdem ab Juli wieder reichlich Strom aus den Wasserkraftwerken fliessen wird, gehen die Stromausfaelle im verminderten Umfang weiter, da der Bedarf staendig steigt, aber der Mindanao Grid keinerlei Reserven hat. Bereits 2007 wurde vor solchen Knappheiten gewarnt auch ohne die extremen Wetterbedingungen, wie wir sie im Moment haben, aber wie immer hat es weder unseren „tollen Energiesekraetaer“ interessiert, noch hat sich die Regierung darum gekuemmert. Selbst den Abgeordneten aus Mindanao war das Thema damals scheissegal. Es passierte nichts. Noch nicht mal ein Plan wurde erstellt, wie man die kommende Energieknappheit auf Mindanao verhindern koennte.

Nun die Rechnung wird ab sofort bis etwa 2013 der Verbraucher bezahlen. Erst mal in Form von teurem Strom aus Dieselgeneratoren und in Form von Stromausfaellen, die bis 2013 andauern koennen, wenn auch in vermindertem Umfang.

Und wie immer koennen die Politiker nur reden, handeln scheint ihnen ein Fremdwort zu sein. Und Mindanao stand auf der „To DO“ Liste der Politiker schon immer ganz weit hinten. Dabei waere es so einfach: Ohne die Stimmen von Mindanao koennte kein Kandidat Praesident werden. Sollte es den Mindanaoans endlich mal einfallen sich einig zu sein, koennte es durchaus einen Praesidenten aus Mindanao geben, der dann sich auch mal um die Belange Mindananos kuemmern koennte.

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1 Comment
  • Rai
    Reply

    Wird spannend bei den Wahlen am 10. Mai,
    denn National Power Corp. hat am 23. Februar 2010 verlautbart, die Stromversorgung sei am Wahltag gewährleistet und das elektronische Wahlverfahren nicht gefährdet.
    Wollen wir Wetten darauf eingehen… ? :)

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