Es gruent so gruen….. 1. Teil

Als wir damals 1990 Dinagat verlassen hatten, haben wir zusammen mit Ric, einem Filipino, in Cagayan de Oro ein deutsches Restaurant mit Music Lounge aufgemacht und das lief eigentlich sehr ordentlich. Das Restaurant hiess Beeline und vielleicht kann sich der eine oder andere noch daran erinnern. Es lag an der Ecke Tiano Brothers und Fernandez Street und man kann heute noch die ausgebleichten Ueberreste der damaligen Wandmalereien auf der Aussenmauer sehen. (Zumindest waren sie Ende Februar noch da) Aber bereits im August 1990 bekam ich Probleme mit meinem Partner wegen des Managements. Wir entschieden zu losen wer geht und wer bleibt. Ich verlor den Muenzenwurf und so hielt ich mich an die Abmachung, aber wollte natuerlich meine Investition wieder haben. Das dauerte aber noch bis zum Oktober und so lange war ich dann auch noch im Beeline taetig.

Meine Frau und ich wussten eigentlich von Anfang an, dass das Restaurant nicht unser einziges Standbein bleiben sollte. Und wir wollten nach unseren Erfahrungen mit den Chromerzabbau eigentlich etwas machen, wo sich Politiker nicht einmischen wuerden. Und so war ich auf Landwirtschaft gekommen und hatte mir ueberlegt, dass ich eigentlich all das pflanzen koennte, was damals zu horrenden Preisen aus Baguio kam. Ich sprach also zuerst mit den Supermaerkten und einigen besseren Restaurants und nachdem alle interessiert waren zu kaufen, wenn wir produzieren wuerden, war die Entscheidung fuer den Anbau von Gemuese auch schon gefallen. Und wir waren uns einig, dass Politiker wohl kaum zu Farmern werden wuerden.

Ein reicher Farmer war regelmaessig Gast im Beeline und ich unterhielt mich mit ihm ueber meine Plaene. Er meinte dann auch gleich, dass das obere Lantapan fuer Gemueseanbau geeignet sei, da es ueber 1200 Meter ueber dem Meeresspiegel liegt und es sehr kuehl bis kalt dort oben ist. Im Oktober bekam ich dann meinen Anteil am Beeline ausgezahlt. Im uebrigen machte mein Partner im Februar 1991 pleite. Also sooo gut war sein Management dann wohl doch nicht.

Kurz danach machte ich meinen ersten Trip zu Buttoy, dem wohlhabenden Farmer, der in Bancud lebte. Bancud liegt zwischen Malaybalay und Valencia und es ist auch nicht sehr weit weg von der Ecke, in die wir wollten. Als ich in Bancud angekommen war, fuhr ich dann mit einem Cousin von Buttoy nach Lantapan und dort unterhielten wir uns zuerst mit dem Barangay Captain von Sungco und legten unsere Plaene dar. Der versprach bei der naechsten Barangay Versammlung das Thema zur Sprache zu bringen und war sich sicher, dass sich Land zum Pachten finden wuerde. Das gleiche wiederholte sich in Cawayan, Victory und Kibangay. Auch dort bekamen wir aehnliche Zusagen. In zwei Wochen sollten wir zurueck kommen und nachfragen. Wir fuhren dann wieder nach Bancud  und ich uebernachtete bei Buttoy.  Dort lernte ich auch Yoyong kennen, einen der reichsten Maenner von Bukidnon. Und gesoffen haben die beiden, da kam ich bei weitem nicht mit.

Zwei Wochen spaeter machte ich mich wieder auf die Reise nach Bukidnon um mich mit Buttoy zu treffen. Diesesmal Mal fuhr ich mit dem Bruder von Buttoy, Paco, nach Sungco und Cawayan. In Sungco gab es zwar Land fuer uns aber kein Wasser in der Naehe. In Cawayan wurden wir dann fuendig. Dayong Sarangga hatte sechs Hektar zu verpachten und es gab einen Kanal vom Fluss zu seinem Land. Man musste nur noch einen grossen Pool graben um auch Wasser in groesserer Menge zu haben, da der Zufluss nicht so gross war und andere Farmer sich auch aus diesem Kanal bedienten. Die Pacht war moderat und er hatte auch ein Haus direkt am Highway mit einem halben Hektar Land zu vermieten. Das Land gegenueber gehoerte dem Barangay Captain, der dann spaeter mein „Feind“ wurde. Nachlesen koennt ihr das alles in dem Vierteiler „Aerger auf der Farm„.  Wir vereinbarten das Land ab ersten Januar zu pachten und machten eine Anzahlung.  Die Weiterfahrt nach Victory und Kibangay schenkten wir uns, da der Capatain von Cawayan versprach die Leute dort von unserer Entscheidung zu verstaendigen. Wieder  zurueck in Bancud freute sich Buttoy mit uns und wir mussten dort einmal mehr uebernachten. Buttoy und seine Famiilie waren extrem gastfreundlich und dort wurde man bewirtet wie ein Koenig. Ich bekam fast schon ein schlechtes Gewissen dabei.

Am naechsten Tag ging es zurueck nach Cagayan und einige Tage spaeter fuhren wir nach Dinagat in das Dorf meiner Frau, um dort die letzten Wochen vor dem Umzug zu verbringen und bei der Familie Weihnachten zu feiern. Da ich ja nicht mehr im Chromgeschaeft taetig war, waren wir uns sicher, dass auch nichts passieren wuerde. Wir verbrachten einige friedliche Wochen dort und nach Weihnachten begannen wir mit dem Packen. Es war ja nicht allzuviel was wir in Paniog hatten. Vieles war ja im November vom Taifun Ruping zerstoert worden und unwiederbringlich verloren. Nach Neujahr sagten wir dann Good Bye zur Familie und zusammen mit unserem Schwager Rico, dessen Frau und seinem Sohn sowie mit unseren beiden Kindern ging die Fahrt los. Zuerst mussten wir mit dem Boot nach Surigao City und von dort mit dem Bus ueber Butuan nach Cagayan de Oro fahren. Dort hatten wir auch noch einiges in meinem Appartment in Nazareth stehen. In Cagayan angekommen ruhten wir uns vom Stress der Busfahrt mit den Kindern aus. Dann packten wir auch dort alles zusammen und ich mietete einen Lastwagen um unser gesamtes Hab und Gut nach Bukidnon zu verfrachten.

Am 6. Januar 1991 war Umzugstag. Frueh am Morgen beluden wir den LKW, verzurrten die Plane um vor moeglichem Regen gesichert zu sein (es hatte aber seit September nicht geregnet und es regnete auch am 6. nicht) und machten uns auf die Fahrt nach Maagnao. So hiess das Sitio in dem wir in Zukunft leben wuerden.

Gegen Mittag kamen wir dann in Maagnao an und entluden den Truck und machten zuerst mal Mittagspause und assen Mitgebrachtes, da es dort keine Carenderias gab. Anschliessend richteten wir uns ein so gut es eben auf die Schnelle ging und darueber wurde es Abend. Unser Nachtmahl war nur Reis mit Trockenfisch und Sardinen aus der Dose. Wir mussten uns ja erst noch mit Lebensmitteln eindecken.

Danach unterhielten wir uns noch ein Weilchen und fragten uns, wie unser neues Leben hier wohl weiter gehen wuerde.

Fortsetzung folgt

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