Es gruent so gruen…… 10. Teil

Am 15. Juni verpflanzten wir unseren Broccoli und Eisbergsalat in das vorbereitete Feld neben dem Haus. Es waren gute 1400 Pflanzen und wir wollten sie gut pflegen, damit wir genug verdienen konnten fuer eine weitere und groessere Pflanzung. Da wir kein Geld fuer Chemikalien hatten, checkten wir jeden Morgen die Broccolipflanzen fuer Larven der Diamondback Moth. Was wir fanden wurde abgenommen und zerdrueckt. Giessen war nicht mehr notwendig, da es regelmaessig regnete. Statt Fungizid spritzten wir Knoblauchbruehe, die angeblich auch gegen Pilze helfen solle. Auf jeden Fall hatten wir keinerlei Pilzerkrankungen.

Die Wochen gingen vorbei und unsere Jungpflanzen wurden groesser und wir schienen Glueck zu haben, denn wir gewannen den „Kampf“ gegen die ueble Motte. Da wir kein Geld hatten gingen wir oft zu den  Nachbarn um unverkaeufliches Gemuese zu bekommen. Wir ernteten Sayote, die dort ueberall wild wuchsen und assen auch die jungen Blaetter. Wir verpfaendeten unseren Kuehlschrank und spaeter auch unseren Herd an einen Sari Sari Store um Reis zu kaufen. In dieser Zeit gab es weder Reis noch Fisch zu essen sondern nur Gemuese und Reis. Ich nahm ab und sollte im September nur noch 60 Kilo auf die Waage bringen.

Dann war es soweit!  Ende Juli konnten wir zum ersten Mal Broccoli ernten, den ich dann zusammen mit der Petersilie, die man ja fuer etliche Monate rgelmaessig schneiden kann, im Ororama Mega Center anlieferte. Mit ueber 3000 Pesos in der Tasche kam ich wieder nach Hause und wir bestellten als erstes 20000 Baggings. Da wollte ich dann Eisbergsalat pflanzen. Die Baggings waren in wenigen Tagen fertig und wir saeten den Salat. Zweimal woechentlich fuhr ich mit meiner kleinen Ernte nach Cagayan und lieferte Broccoli, Eisbergsalat und Petersilie an Ororama und als nach guten drei Wochen alles geerntet war, hatten wir insgesamt ueber 25.000 Pesos eingenommen. Aber wir steckten alles in die Pflanzung hinter dem Haus und einige kleinere Pflanzungen Broccoli. Bano kam zurueck und war einverstanden erst mit der Salaternte bezahlt zu werden. Wir leisteten uns gar nicht. Noch immer gab es weder Fleisch noch Fisch zu essen. Ich rauchte die billigen Aurora Carabao Zigaretten ohne Filter. 30 Stueck kosteten nur 2 Pesos. Bei einem Wechselkurs von 15 Pesos auf die Mark waren das 14 Pfennige fuer eine Schachtel.

Mit Bano als Verstaerkung war nun das grosse Feld hinter dem Haus voll bepflanzt. Auch das abgeerntete kleine Stueck neben dem Haus wurde mit Zuckererbsen bepflanzt. Unsere „biologische“ Art zu pflanzen ging gut. Obwohl es regnete, blieben wir auch bei der grossen Salatpflanzung von Schaedlingen verschont. Allerdings ging die „Kuhscheisse“ auf Rubios Ranch langsam zur Neige. Soviel konnten die Kuehe gar nicht „produzieren“ wie wir verbrauchten. Aber wir kamen ohne Kunstduenger aus. Beim Side Dressing gaben wir grosse Kompost Gaben als Duenger. Das funktionierte zwar auch, aber der Wachstumsschub kam einige Tage spaeter.

Und dann war es soweit. Bei unsere ersten Ernte Anfang Oktober hatte ich ueber 150 Kilo Eisbergsalat. Ich machte mich auf die Fahrt nach Cagayan de Oro. Dort lieferte ich 50 Kilo an das Mega Center. Anschliessend ging ich zu Gaisano und war dort in der Lage weitere 50 Kilo los zu werden. Nimfa, die Einkaeuferin dort, sagte mir, dass ich gerne jederzeit mehr Salat liefern duerfe. Unser Preis lag doch ganz erheblich unter dem Preis des Baguio Gemueses. Danach ging ich zu Jollibee in Limketkai, die damals gerade eroeffnet hatten und die nahmen auch 40 Kilo und wollten auch grosse Fleischtomaten von uns kaufen. Da musste ich mich aber erst mal um Samen kuemmern. Auch dort konnte ich jederzeit wieder Salat anliefern. Paolos Ristaurante kaufte den Rest.  9000 Pesos hatte ich brutto mit diesem ersten Verkauf eingenommen.

Mein naechster Weg fuehrte mich zu Allied Botanical und dort kaufte ich Blumenkohl und Sellerie Samen, die ich ja schon laenger bestellt hatte, aber kein Geld hatte sie abzuholen.Dort erkundigte ich mich nach den Fleischtomaten und mir wurde die Sorte „Beefsteak“ angeboten, die sie in Manila vorraetig haetten und die ich naechste Woche bekommen koennte. Ich bestellte und zahlte auch gleich im voraus.Ich uebernachtete in meiner billigen Pension um am naechsten Morgen zurueck zu fahren.

Dann machte ich mich auf die Heimreise und in Malaybalay auf dem Markt kaufte ich Kartoffeln und Fleisch. Zum ersten mal seit sechs Monaten sollte es wieder was vernuenftiges zum essen geben. Gott wie ich mich mich freute.  Als ich gegen vier Uhr nachmittag zu hause war, freuten sich Bano und meine Frau mit mir, dass alles so gut geklappt hatte. Ich bezahlte Bano die Haelfte seines ausstehenden Lohnes und versprach ihm den Rest fuer die naechste Auslieferung. An diesem Abend gab es gegrilltes Fleisch mit Kartoffelsalat. Ich fuehlte mich nach der langen Zeit wie im siebten Himmel. Zur Feier des Tages leerte ich mit Bano ein Flaeschchen Rum mit Cola.

Vier Tage spaeter war ich wieder auf dem Weg nach Cagayan. Meine erste Lieferung fuehrte mich zu Ororama und da staunten einige Leute, dass ich die zwei Koerbe mit dem Salat selbst in die Warenannahme trug. Mit meiner Quittung ging ich nach oben und bekam innerhalb von zehn Minuten mein Geld ausbezahlt. Im Gaisano lief das etwas anders, da bekam ich mein Geld am naechsten Morgen. Jollibee und Paolos zahlten in bar gleich nach der Lieferung. Dieses Mal waren es ueber 10000 Pesos aber ich hatte ja noch ueber 200 Kilo uebrig, die ich dann in Agora an einen Haendler aus Manila verkaufte. Damit kam ich insgesamt auf knappe 20.000 Pesos. Ich eroeffnete ein Konto bei der Metrobank und zahlte 15.000 Pesos ein. Dann machte ich mich auf die Heimreise.

Die naechsten Trips waren ebenso erfolgreich und als das Feld hinter dem Haus abgeerntet war, hatte ich ueber 80.000 Pesos eingenommen und 60.000 davon lagen auf der Bank. Wir hatten es geschafft und sollten fuer die naechsten knappen 10 Jahre von der Farm sehr gut leben.

Ach ja, wir waren noch nicht ganz mit der Ernte fertig, da kam Rico wieder. Er hatte auf  Dinagat gehoert, dass es bei uns wieder laeuft. Man kann nur staunen, wie die Geruechte im kanpp 400 Kilometer entfernten Heimatdorf meiner Frau ankamen.

Spaeter werde ich natuerlich auch ueber den Fortgang auf der Farm erzaehlen. Eine Geschichte steht ja schon im Blog. (Aerger auf der Farm)

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5 Comments
  • uwe
    Reply

    hallo kay
    wenn ich sehe wie mein schwager die anpflanzung fornimmt ,owohl er in diesen gebiet studiert hat und ich nur ein kleingärtner in deutschland bin habe ich ihm doch einiges vorraus. lernen tut er nur wenn ich da bin. und nächstes jahr hat er alles wieder vergessen. ein kompost wurde von mir angelegt aber vergebens.hüherstall zwecks dunck fehlanzeige. andere sachen wurden einfach nicht ausgeführt.
    besser man fragt nach geld als dafür zu arbeiten. phil style(besser ist la rosso mit cola und faulheit)

    gruss uwe

    • Kai
      Reply

      Hallo Uwe,
      das mit dem Kompost ist eine Erfahrung, die ich auch gemacht habe. Filipinos glauben nicht so recht an die Wirksamkeit und verlassen sich lieber auf Kunstduenger. Wenn man farmt, muss man eben dann immer dabei sein, dass es so gemacht wird, wie man es will. Aber das ist ja nicht nur beim Farming so. Auch hier bei mir im Haus machen wir alles was Kompost fuer den Garten betrifft selbst. Aber weil sie den Unterschied zwischen organisch und anorganisch trotz Erklaerung nicht kapieren oder nicht kapieren wollen, muessen wir den Kompost vor dem Einbringen sieben. Auch die Tatsache der „Monsterzucchinis“, die am „Fusse“ des Komposthaufens wachsen ueberzeugt sie nicht.

      Selbst ist der Mann und wenn es noch so ein Murks ist.

      Ich werde mal ein nettes Beispiel dazu in den naechsten Tagen schreiben. Stichwort: Stromversorgung in Bulidnon!
      Gruss
      Kai

  • Michael
    Reply

    Hallo Kai,

    habe jetzt einige Stunden damit verbracht deinen Blog zu lesen.
    Selbst wenn ich die Phils auch schon sein fast 20 Jahren kenne, habe ich beim lesen deines Bolgs eingiges neues gelernt.
    Ich hoffe, das ich bald den Rest all deiner Blogs lesen kann.
    Ich wünsche dir noch viel Erfolg und hoffe das du wohlauf bist.

    Viele Grüsse

    Michael

    • Kai
      Reply

      Hallo Michael
      danke fuer die guten Wuensche und ich hoffe du wirst auch weiterhin viel Spass beim lesen hier haben. Es gibt ja fast taeglich neues.\
      Gruss
      Kai

  • Markus
    Reply

    Hallo,ich lese immer wieder gerne auf Deiner Seite.Freue mich schon auf die nächsten Storys.Gruß aus Bayern

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