Es gruent so gruen…… 2. Teil

Am naechsten Morgen zogen wir nach dem Fruehstueck erst mal los unser Land anzusehen. Gleichzeitig wollte ich Nong Dayong nach einigen Arbeitern fragen, die oben den „Pool“ graben koennten. Unser Land lag naemlich etwa 100 Hoehenmeter ueber dem gemieteten Haus. Deswegen sprachen wir immer von „oben“. Allerdings war der Anmarsch etwas muehevoll, denn man musste gegenueber auf der anderen Strassenseite einen Abhang hoch und der Weg ging direkt geradeaus nach oben und war extrem steil. In Deutschland haette der in einigen Serpentinen nach oben gefuehrt und dementsprechend keuchten wir auch, als wir ankamen. Die andere Moeglichkeit waere gewesen etwa drei Kilometer der Strasse zu folgen, dann waeren wir auch dort gewesen.

Nong Dayong begruesste uns sehr freundlich und wir bezahlten erst einmal den ausstehenden Betrag fuer die Pacht, da wir ja damals nur eine Anzahlung gemacht hatten. Dann organisierte er uns drei Arbeiter die den „Pool“ graben sollten. Wir machten eine Entlohnung von 58 Pesos pro Tag aus. (Das war damals der gesetzliche Mindestlohn) Und die drei versprachen auch am naechsten Morgen zu beginnen. Danach besichtigten wir das Land ausfuehrlicher, und da es laenger nicht bebaut worden war, entschlossen wir uns erst zu pfluegen, aber 6 Hektar war eine Menge und mit Kuehen haette das recht lange gedauert.

Auf dem Rueckweg schauten wir dann noch beim Barangay Captain auf einen Plausch vorbei. Dort lernten wir, dass die Gemeinde Lantapan an alle Barangays Funkgeraete ausgegeben hatte, damit Kommunikation zwischen den Offiziellen einfacher sei. Das kam uns nun zu gute, denn wir konnten Buttoy ueber Funk anrufen und wegen des Pfluegens fragen, da er drei Traktoren hatte und die zum Pfluegen vermietete. Buttoy verlangte von uns 1000 Pesos pro Hektar, was, wie uns der Captain – er hiess uebrigens Fred – versicherte, sehr preiswert war. Nun wir machten aus, dass der Traktor am naechsten Montag zum Pfluegen kommen sollte. Das gab uns auch genug Zeit, Samen und Duengemittel und sonstiges zu kaufen.  Nach einem Weilchen gingen wir dann nach Hause.

Dort beratschlagten wir, was wir eigentlich pflanzen wollten. Wir wussten ja, dass hier hauptsaechlich Weisskohl, Kartoffeln, Gruene Bohnen, Zuckererbsen und Chinakohl angebaut wurden und das wollten wir nicht. Wir entschlossen uns meinen Trip nach Cagayan abzuwarten und zu sehen, was man an Samen kaufen konnte. Ausser Petersilie hatten wir naemlich noch keine Samen.

Und so fuhr ich dann am naechsten Morgen nach Cagayan und ging dort in einen Agriladen in der Naehe vom Cogon Markt. Der hiess Pacifica und hatte keine grosse Auswahl. Das uebliche halt, aber ich bekam dort eine Tomatensorte, die mir von Perla, einer Haendlerin in Agora, empfohlen worden waren. Diese Tomaten waren insbesondere in Iloilo begehrt und wir sollten so pflanzen, dass die Ernte um den 20. Mai herum beginnt. Also kaufte ich diese Samen ein, nahm noch eine Tuete Chinakohlsamen mit und auch einige Sack Duengemittel. Im Gespraech mit dem Manager stellte sich heraus, dass Allied Botanical, eine Firma in Manila sich auf Sameneinfuhr spezialisiert hatte und die hatten ein Buero in Gusa. Dort fuehrte mich nun mein naechster Weg hin und es stellte sich heraus, dass die mir alles besorgen konnten, aber alles was nicht regelmaessig in den Kordilleren gepflanzt wuerde, haette eine Lieferzeit von drei bis vier Monaten. Das andere koennte in einer Woche da sein. Ich bestellte also Samen bei denen;  zuerst nur solche, die in Baguio gepflanzt wurden, fuer alles andere wollte ich mich erst schlau machen.

Ich uebernachtete in einer preiswerten Pension in der Naehe der Divisoria und testete zum Abendessen Paolos Ristorante, in dem man eine recht ordentliche Lasagne bekam. Am naechsten Morgen brachte ich meine Einkaeufe zum Jeepney und machte mich auf die Rueckfahrt nach Cawayan, wobei ich mit dem ganzen Zeugs in Malaybalay umsteigen musste. Zu Hause angekommen erzaehlte mir dann meine Frau, dass sie sich mit einem Igorot namens Villaren unterhalten hatte, und der ihr riet vor dem Pflanzen Huehnerdung einzubringen.

Am Abend sassen wir nun da und ueberlegten wie das alles weitergehen soll, schliesslich hatten wir ja von Ackerbau ueberhaupt keine Ahnung und ich schlug vor zwei Arbeiter einzustellen, die sich eben auskannten. Die grosse Preisfrage war nun was das wohl kosten wuerde, aber da wurden wir angenehm ueberrascht.

Tags darauf liess ich den Barangay Sekretaer Josef wissen, dass wir zwei erfahrene Arbeiter suchten die aber wirklich gute Kenntnisse fuer den Gemueseanbau mitbringen sollten. Bereits am Nachmittag stellten sich zwei junge Leute vor, Junjun und Bano. Bano sollte uebrigens unser treuster Mitarbeiter fuer die Zukunft werden. Beide waren Tala-andig –  so hiess der einheimische Stamm –  und sie sprachen Binokid, eine eigene Sprache. Allerdings konnten fast alle Einheimischen dort Visaya, das als Ueberbrueckungssprache benutzt wurde. Wir stellten die beiden als sogenannte „Stay-in“ Mitarbeiter ein, was bedeutet, sie wuerden bei uns essen und schlafen und das waere ein Bestandteil ihres Gehaltes. Fuer die ersten drei Monate wollten sie 500 Pesos pro Monat und nach drei Monaten eine Erhoehung auf 800 Pesos. Das erschien uns sehr preiswert und wir stimmten ihren Gehaltsvorstellungen zu.

Am naechsten Morgen zogen die beiden dann bei uns ein. Bano schaute sich erst einmal an was wir schon hatten und machte dann eine Liste, was wir noch kaufen muessten. Wir machten auch einen Plan, was wir eigentlich pflanzen wollten und in welchen Abstaenden.

Am naechsten Tag fuhr Inday nach Valencia um dort die von Bano geforderten Dinge zu kaufen. Ich blieb hier, da ich mir naemlich anschauen wollte, was Bano meinte, wenn er sagte, wir muessten fuer die Tomaten ein „bagging“ machen. Aus seiner Erklaerung war ich nicht ganz schlau geworden. Wir zogen also los und ueberall wo Bananenstauden wuchsen entfernte Bano zwei der unteren aelteren Blaetter die noch gruen waren, aber in den naechsten zwei Wochen wohl absterben wuerden. Als wir genug Blaetter gesammelt hatten, gingen wir heim. Dort begann Bano nun die Blaetter im Abstand von sechs Zentimeter einzureisen bis zur Mittelrippe. Als er das an einer Seite gemacht hatte fuhr er mit dem Messer an der mittleren Blattrippe entlang und es fielen rechteckige Blattstuecke zu Boden,  die alle zwischen 20 und 25 Zentimeter lang waren bei 6 Zentimeter Breite. So ging das den ganzen Nachmittag bis wir etwa 25000 dieser Blattstuecke fertig hatten.

Am naechsten Morgen sollte das „Bagging“ beginnen.

Fortsetzung folgt

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    Wie immer interessant. Hast du dir schon überlegt, deinen Blog als Kolumne einer Zeitung oder Illustrierten anzubieten?

    Herzliche Grüsse aus Camiguin
    waebi

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