Es gruent so gruen…… 4. Teil

Oben hatten wir nun sechs Hektar Land,  fertig zum Pflanzloecher machen, aber wir hatten noch keine Saemlinge. Aber da alles wie gemulcht war, hatte das auch keine ganz so grosse Eile. Die Tomaten sollten um den 15. Februar in die Baggings. Aber wir entschieden uns schon mal den Chinakohl zu saeen. Das ging folgendermassen von statten. Bano „schnitzte“  kleine kurze Stoecklein mit einer Spitze und einem „Absatz“. Wenn man die nun in die Erde der Baggings bis zum „Absatz“ steckte, hatte man ein zirka fuenf Millimeter tiefes Loch. Wegen des Absatzes waren alle Loecher gleichmaessig tief. Dort kamen nun die Samenkoerner des Chinakohls hinein und mit einer kurzen Handbewegung wurde das Loch geschlossen. Danach wurde angegossen und alle Samen waren gleichmaessig tief „vergraben“. So bereiteten wir etwa 10.000 Saemlinge vor. Danach machten wir noch 4.000 Saemlinge mit Petersilie.

Anschliessend entschieden wir uns zusaetzliche 20000 Baggings zu machen, dieses Mal allerdings durch Stueckarbeit. 1000 Stueck fuer 400 Pesos.

Nachdem wir zwei Tage danach das Land hinter dem Haus fertig vorbereitet hatten, saeten wir die Bohnen aus. Hierzu wurde Bast in gerader Linie gespannt und alle 30 Zentimeter jeweil rechts und links vom Bast wurde mit einem Stecken ein etwa 5 Zentimeter tiefes Loch gestochen – auch hier gab es wieder den vorher erwaehnten „Absatz“ um gleichmaessige Saattiefe zu erreichen – und in jedes Loch kamen zwei Bohnensamen. Der Abstand zwischen den Reihen betrug etwa 80 Zentimeter. Wir bepflanzten an jenem Tag etwa 2.000 Quadratmeter mit Bohnen. Am naechsten Tag kamen nochmal 1.000 Quadratmeter dazu.

Anschliessend bereiteten Bano und Junjun oben etwa 10.000 Pflanzloecher fuer Chinakohl vor. Die Pflanzloecher wurden in Doppelreihe gemacht und zwischen den Doppelreihen hatte man einen Abstand von guten zwei Fuss. Das sollten die Wege zwischen den Beeten werden. Das dauerte knappe zwei Tage. Danach wurde in jedes Pflanzloch eine Handvoll Huehnerdung geworfen. Der sollte nun fuer zwei Wochen etwas verrotten, bevor der Chinakohl gepflanzt wurde.

Wegen der anhaltenden Trockenheit gossen wir jeden Tag unsere Bohnen und nach vier Tagen kamen bereits die ersten Keimblaetter heraus. Nun sollten wir auch Bekanntschaft mit einem ueblen Schaedling machen dem sogenannten Cut Worm, der es in erster Linie auf zarte junge Saemlinge abgesehen hatte. Der Cut Worm auf den Philippinen ist eine fast schwarze Raupe, die in der Erde lebt und nachts heraus kommt und die jungen Saemlinge knapp ueber dem Boden „absaebelt“ und das Gruen in sein Loch hinein zieht. Hier koennt ihr naeheres lesen. Deswegen kauften wir auch Karate, ein Insektizid, das gegen den Cut Worm sehr effektiv ist. Wir spritzten alle Bohnensaemlinge und am naechsten Tag sahen wir keinerlei Schaeden mehr. Ohne Bano waeren wir da ganz schoen aufgeschmissen gewesen, da wir ja keine Ahnung hatten. Die fehlenden Bohnen wurden nach gesaet und am naechten Tag pflanzten wir unsere Zuckererbsen auf der verbleibenden Flaeche hinter dem Haus. Auch hier sprizten wir sofort gegen den Cut Worm. Hier sollten wir aber am naechsten Tag einen anderen „Schaedling“ kennen lernen.

Am naechsten Morgen sahen wir, dass Dutzende von Huehnern in unsere Zuckererbsenpflanzung „eingebrochen“ waren und die Huehner scharrten wie verrueckt nach den Erbsen. Wir vertrieben die Huehner, aber so bald wir den Ruecken drehten, waren die Huehner wieder da. Also musste jemand dort Wache halten. Der einzige Nachbar, der Huehner in groesseren Mengen hielt, war Andoy und so sprach ich ihn an, ob er seine Huehner nicht im Gehege lassen koennte, bis die Erbsen gekeimt haetten. Das versprach er auch, aber am naechsten Morgen waren die Huehner wieder da. Dieses mal ging meine Frau zu ihm und sagte,wenn er die Huehner nicht einsperren wuerde, dann wuerde sie die Huehner vergiften. Er stimmte zu, aber die Huehner nicht und so scharrten sie wieder am naechsten Morgen. Meine Frau mischte nun Insektizid mit Reis und stellte diesen vergifteten Reis ins Feld.

Am naechsten Morgen kam Andoy um sich zu beschweren. 17 seiner Huehner waren ueber Nacht gestorben. Meine Frau sagte ihm sofort, dass das seine Schuld war, schliesslich hatte er die Huehner trotz zweimaligen Versprechen nicht in ihr Gehege gesperrt. Andoy beschwerte sich beim Captain und der kam auch prompt zu uns. Danach gab es eine Aussprache mit Andoy und wir einigten uns ihm fuenf Kilos von der Zuckererbsenernte zu geben. Den Rest seiner Huehner sperrte Andoy weg bis die Erbsen gekeimt hatten.

Danach ging es oben weiter. Wir machten Pflanzloecher fuer Wassermelonen, die meine Frau aus Valencia mit gebracht hatte. Die brauchen schon mehr Platz, etwa 5 Quadratmeter pro Pflanze und wir pflanzten etwa 5000 Stueck. Die Samen wurden direkt ausgebracht und jedes Samenloch mit einem Stoeckchen markiert. Dadurch wurden mehr als zwei Hektar oben voll.

Aber das Giessen machte schon viel Arbeit. Wir gossen ja mit der Giesskanne und oben stellten wir zwei Leute an, die sich um das Giessen kuemmern sollten. Das ging etwa eine Woche gut, und dann kamen sie runter und meinten es kaeme kein Wasser mehr im Bewaesserungskanal. Rico und ich gingen hoch und folgtem dem Kanal Richtung Fluss. Wir kamen bald an eine Stelle, wo der Farmer einfach den Erdkanal seitlich geoeffnet hatte und das Wasser in den Gehwegen zwischen den Pflanzen durchlaufen liess, um so zu bewaessern. Das war natuerlich eine Verschwendung und alle anderen Farmer nach ihm hatten kein Wasser mehr. Wir fragten, wem das Feld gehoerte und gingen zu dessen Haus. Er hoerte sich an was wir zu sagen hatte, zog dann seine Bolo und bedrohte uns schreiend: „Das Wasser brauche ich und euer Feld ist mir scheissegal.“ Nun war es an uns zum Captain zu gehen und der ging dann auch mit uns zu dem Bauern und nahm seine Schrotflinte mit, die ich spaeter nochmal anders kennenlernen sollte. Der Bauer maulte, aber der Captain meinte er solle sich das bei uns mal ansehen. So wie wir es machten wuerde das Wasser fuer alle reichen. Der sah sich das zwar an, aber scheinbar war es ihm zuviel Arbeit, denn zwei Tage spaeter hatten wir wieder keine Wasser.

Dieses mal ging meine Frau mit ihrem Bruder zu dem Wasser klauenden Farmer.

Fortsetzung folgt

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