Es gruent so gruen….. 5. Teil

Rico und Inday kamen etwa drei Stunden spaeter zurueck und meinten, dass es wohl kein Wasserproblem mehr geben sollte. Meine Frage, wie sie den Farmer ueberredet haben, blieb aber unbeantwortet. Erst Monate spaeter erfuhr ich wie das ablief. Der Farmer war genauso widerspenstig gegen die Beiden wie vorher. Er hatte einfach keinen Gemeinschaftssinn. Dieser Kanal war von Freiwilligen aus dem Dorf gebaut worden, Freiwillige hielten den Kanal in Ordnung und diese Freiwilligen hatten ein Recht auf das Wasser. Wir hatten ja anfangs auch etliche Reparaturen am Kanal vorgenommen. Erst drohten sie ihm, dass er, da er ja noch nie mit gearbeitet hatte, kein Wasser mehr bekommen wuerde, was ihm egal war, da er sich nehme, wenn immer er Lust dazu habe. Aber meine Frau hatte sich vorher genauer ueber jenen Farmer erkundigt, und dessen Sohn hatte Dreck am Stecken. Er baute naemlich Marihuana an und verkaufte das an die jungen Leute in Malaybalay und Valencia. Nun drohte meine Frau der Polizei entsprechende Hinweise zu geben, wenn er sich nicht an die Regeln halte, die mit diesem Kanal nun mal einher gingen. Das hatte ihn eingeschuechtert und in der Tat machte er nie mehr Schwierigkeiten. Filipinos sind nicht unbedingt zimperlich, wenn es darum geht Probleme zu loesen.

Die Erbsen begannen zu keimen und fehlende Pflanzen wurden nachgesaet.

Die Bohnen wuchsen sehr schoen und es war Zeit geworden ein sogenanntes „Side Dressing“ vorzunehmen. Wieder einmal lehrte uns Bano, was so alles beim Pflanzen von Gemuese beachtet werden muss. „Side Dressing“ ist nichts weiter als eine zusaetzliche Gabe von Duenger und das Anhaeufeln der Pflanzen. Fuer Bohnen wurde natuerlich nicht viel Duenger gegeben. Der Kunstduenger wurde im Halbkreis zirka 10-15 Zentimeter vom Stengel entfernt auf die Erdoberflaeche gestreut. Anschliessend kam Bano mit der Hacke und nahm aus dem „Gehweg“ Erde auf, wobei er sozusagen auf sich zu „hackte“ bis die Hacke senkrecht stand. Die Erde, die nun auf der Hacke lag, wurde vorsichtig um die Pflanzen verteilt. Damit war der Duenger abgedeckt, die Pflanzen angehaeufelt und gleichzeitig entstand ein vertiefter Gehweg zwischen den Reihen. Als Duenger verwendeten wir nur Komplettduenger, der je 14% Stickstoff, Kali und Pottasche enthielt. Ausserdem enthielt der Duenger auch Spurenelemente. Danach wurde kraeftig gegossen.

Es regnete auch weiterhin nicht, und wir mussten wirklich jeden Tag giessen. Allerdings litten unsere Giesskannen an „Schwindsucht“. Wir hatten anfaenglich 15 Kannen gekauft aber nur noch neun waren uebrig geblieben. Wir kauften also nach und markierten unsere Giesskannen, indem wir sie mit einem Brandeisen oben brannten. Das sah nicht schoen aus, konnte aber im Gegensatz zu einem Filzstift nicht entfernt werden. Und siehe da, die „Schwindsucht“ hoerte auf.

Es war mittlerweile Anfang Februar geworden. Das Side Dressing bei den Erbsen war nun auch fertig und wir begannen von den zahlreichern Sonnenblumenstraeuchern, die ueberall im Hochland von Bukidnon wachsen,  Stecken zu schneiden. Diese wurden dann ueber Kreuz schraeg in die Erde gesteckt und bildeten ein „Art Jaegerzaun“. Daran konnten  die Bohnen hochranken. Fuer die Erbsen wurde das anders gemacht. Hier wurden die Stoecke im Abstand von 5 Metern in die Mitte der Beete gesteckt und zwischen den Stoecken oben und unten Nylonschnur gespannt. Diese Nylonschnur wurde dann mit einem Plastikfaden schraeg nach oben und wieder zurueck verbunden, dass eine Art „Maschendraht“ entstand, an dem sich die Erbsen hoch rankten. Das war sehr arbeitsintensiv und wir halfen alle zusammen.

Die Melonen waren gewachsen und bekamen nun auch ihre Duengergabe. Zwei Wochen spaeter wurden, nachdem die Melonen vier Seitentriebe gebildet hatten, die Spitzen der Hauptriebe gekappt um das ganze Wachstum in die Seitentriebe zu leiten.

Und es war Zeit geworden den Chinakohl zu verpflanzen. Die Baggings wurden aus dem Rahmen entnommen und in Kisten geschlichtet. dann wurden sie zu unserem oberen Feld getragen und nachdem zusaetzlich zum bereits teilweise verrotteten Huehnerdung auch noch etwas Kunstduenger gegeben worden war, wurde das Ganze mit der Hand gut gemischt. Anschliessend wurde das Bananenblatt von den Saemlingen genommen und die Jungpflanzen eingepflanzt. Wegen der Wurzeln fiel auch nichts auseinander. Auch waren die Baggings vorher noch gegossen worden. Danach spritzten wir gegen die Cut Worms. Auf Grund der Trockenheit schlug Bano vor, die Jungpflanzen zu beschatten. Hierzu wurden alte Bananenstauden, die bereits getragen hatten, gefaellt, der Stamm laengsweise in Haelften geschnitten und in seine Schichten zerlegt. Diese einzelnen Schichten wurden dann alle 20 Zentimeter abgeschnitten und man hatte schoene „Deckel“, die innen Hohlraum hatten und rechts und links offen waren. Diese wurden nun auf die Jungpflanzen gestellt und die hatten nun Schatten. Probehalber liess ich 20 Pflanzen unbeschattet. Davon gingen trotz giessen mehr als die Haelfte ein. Bei den beschatteten Pflanzen lag die Ausfallrate gerade mal bei etwa einem Prozent. Bano machte sich wirklich bezahlt fuer uns.

Nun war es auch an der Zeit die Tomaten auszusaeen, schliesslich wollten wir den Termin einhalten, den Perla uns gegeben hatte. Innerhalb eines halben Tages hatten wir die Samen wie schon vorher beschrieben ausgebracht. Es dauerte eine knappe Woche und die Tomaten begann zu keimen. Aber oh weh….. inerhalb einer Nacht waren etwa 30% der Jungpflanzen einfach umgefallen. Darum nennt sich diese Pilzerkrankung auch Umfallkrankheit. Nicht einmal Bano wusste Rat. Ich fuhr also sofort nach Valencia um mir in einem Agriladen Auskunft zu holen. Aber die wussten natuerlich nicht Bescheid. Gluecklicherweise traf ich dort einen Farmer,  dem die Krankheit bei seinen Tomaten auch schon begegnet war und der empfohl mir Captan zu spritzen. Ich kaufte also dieses „Wundermittel“ wie er es bezeichnete und es war in der Tat eines. Denn am Morgen nachdem wir gespritzt hatten, lebten all die umgefallenen Tomatensaemlinge noch und begannen aus dem Stengel neue Wurzeln zu treiben. Innerhalb von zwei Tagen wuchsen sie auch wieder in einer Kurve nach oben.

So vergingen die Tage und bis jetzt klappte alles eigentlich recht ordentlich und wir waren zufrieden.

Fortsetzung folgt

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4 Comments
  • uwe
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    hallo kai
    danke für deine schnelle antwort,freue mich dieses mittel hier in deutschland zu testen und in bohol in unseren urlaub auch weiterzugegben

    gruss uwe

  • uwe
    Reply

    hallo kay
    ich habe ulli kontktiert leider war sein angebot über eine krankenversichrung in den phil zu teuer.direkt versicherung hier in deutschland ist billiger
    gruss uwe

  • uwe
    Reply

    ich habe auch dieses problem in den phil.(auch mit blumen und anderen sämlingen) wie heiss dieses wundermittel? auch in deutschland gibt es dieses problem ,aber keiner kennt ein gegegenmittel
    danke für deine antwort
    gruss uwe

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