Es gruent so gruen….. 6. Teil

Bis jetzt wuchs und gedieh mit Banos Hilfe alles einfach fabelhaft und wir waren mehr als zufrieden. Wir waren nun in der ersten Maerzwoche und bereiteten die Pflanzloecher fuer die Tomaten vor, denn die sollten naechste Woche verpflanzt werden. Geregnet hatte es immer noch nicht und der Fluss fuehrte weniger Wasser als sonst. So vertieften wir das Flussbett vor dem Einlass und mit Hilfe einiger anderer Farmer auch den Kanal um mehr Wasser zu haben. Wir bauten auch einen kleinen Damm im Fluss um den Wasserstand zu erhoehen, wohl wissend, dass alles beim ersten heftigen Regen weg gewaschen werden wird. Es gab Arbeit praktisch jeden Tag fuer 12 Stunden und mehr und wir hatten mittlerweile auch Luisa am arbeiten und deren Freundin Judith.

Wir ernteten die ersten Zuckererbsen und Bohnen und ich brachte das alles nach Agora. Die Qualitaet – insbesondere der Bohnen – war das Beste was in Agora je angeliefert worden war und obwohl der Haendler uns den doppelten Preis bezahlte, da er sie unbedingt wollte, war es zu wenig fuer das was wir benoetigten. So langsam wurde naemlich das Geld knapp. Was wir einnahmen war noch nicht genug um die neuen Ausgaben vollstaendig zu finanzieren. Gerade das Pflanzen der Tomaten und deren Pflege sollte noch etliches kosten.

Ich hatte bei der PNB  (Philippine National Bank) in Cebu noch gute 2500 Dollar im Time Deposit das ich 1987 dort angelegt hatte und das eigentlich eine Sicherheit fuer ein Rueckflugticket war.  Aber ich hatte eigentlich nicht die Absicht zurueck zu gehen und wir entschieden uns das Geld in die Farm zu stecken.

Ich fuhr also am naechsten Tag nach Cagayan, nahm Bohnen und Erbsen mit und fuhr am gleichen Abend mit Transasia weiter nach Cebu City. Dort traf ich mich mit meinem Schwager und machte mich dann gegen zehn Uhr uf den Weg zur PNB. Ich wurde dort dann wegen meines Anliegens an einen Sachbearbeiter weiter geleitet und der bereitete die ganze Sache vor. Aber als ich sah, wieviel Geld ich nur bekommen sollte, war ich erschrocken. Denn man wollte mir nur fuer den ersten Monat den Festgeldzins bezahlen und fuer den Rest sollte ich den normalen Sparzins bekommen, den man nur als einen schlechten Scherz bezeichnen konnte.  Ich verlangte sofort nach dem Sachbearbeiter, der mein Time Deposit damals entgegen nahm und beschwerte mich.

„Als ich vor drei Jahren das Festgeld anlegte, war ausgemacht, dass es immer automatisch alle 30 Tage erneuert wird, wenn ich nicht anderweitig Bescheid gebe, aber das hier war einen Monat angelegt und dann nicht mehr.“

„Sorry Sir, aber ich kann mich an eine solche Abmachung nicht erinnern.“

„Nicht erinnern, nachdem ich mir mehrfach von Ihnen versichern liess, dass es so geht? Da lachen ja die Huehner!“ entgegnete ich jetzt schon etwas wuetend.

„Sorry Sirr, aber da kann ich ueberhaupt nichts machen,“ meinte der Sachbearbeiter.

„Nun hoer mir mal gut zu du Schlauberger. Ich lass mich hier doch nicht um meine Zinsen bescheissen. Sie erzaehlen jetzt Ihrem Boss, dass ich ohne Geld hier ‚raus gehen werde, wenn ich die Festgeldzinsen nicht wie abgemacht bekomme und mein erster Weg wird mich zur Zeitung fuehren und dort werde ich erzaehlen, wie die PNB versucht ihre Sparer zu betruegen. Ich warte genau 30 Minuten auf eine Entscheidung.“

Nach einer guten Viertelstunde erschien der Manager und sagte mir, dass die Bank die Zinsen bezahlen wuerde, aber dass das ein reiner Goodwillakt sei und ich eigentlich keine Ansprueche drauf  haette.

„Guter Mann,“ meinte ich, „wenn ich keine Ansprueche haette, dann wuerden Sie jetzt nicht bezahlen. Aber ich werde unterschreiben, keine weiteren Ansprueche zu stellen, wenn mir der Zins genauso auf der Basis des jeweiligen Festgeldzinses abgerechnet wird, wie er in dem jeweiligen Monat stand und zwar mit Zinseszinsen.

Der Manager stimmte zu und meinte ich solle gegen zwei Uhr wieder kommen, da es schon etwas dauern wuerde bis alles ausgerechnet sei.

Ich verliess die Bank und ging zum Mittag essen. Gegen zwei Uhr war ich wieder auf der Bank und schaute mir die Abrechnung an. Und da hatten die doch tatsaechlich die richtigen Zinsen abgerechnet, denn da waren Monate dabei, wo der Jahreszinssatz 19% erreicht hatte. Im Schnitt hatte ich einen Zinssatz von 13% und da wollte ich nicht weiter meckern. Ich bekam ueber 3300 Dollar ausbezahlt.

Zufrieden fuhr ich am selben Abend zurueck nach Cagayan de Oro und zahlte dort alles bis auf die 300 Dollar in der Bank ein. Anschliessen fuhr ich zurueck nach Bukidnon und in Malaybalay wechselte ich die 300 Dollar auf dem schwarzen Markt in Pesos. Den gab es damals noch, da der Peso ja nicht frei konvertierbar war und man auch nur unter Schwierigkeiten Dollars kaufen konnte. Der Schwarzmarktkurs lag damals gute 20% ueber dem Bankkurs.

Zu Hause erzaehlte ich die Geschichte meiner Reise und freute mich, dass die Drohung mit den Medien so wirksam gewesen war. Aber schon am naechsten Tag holte mich der Alltag wieder ein.

Der Captain kam vorbei und teilte mir mit, dass wegen der Trockenheit Wasser aus der Barangay Leitung nicht mehr zum Giessen verwendet werden darf. Und wir benoetigten Wasser um die Pflanzungen am Haus zu giessen, sowie die Saemlinge, die dort auf ihre Verpflanzung warteten. Wir besprachen die Sachlage und Rico erzaehlte mir, dass am Ende der Wasserleitung in Kibulay das ueberzaehlige Wasser einfach in die Erde floss und versickerte. Tagsueber wuerde es dort nur troepfeln, aber des Nachts floss das Wasser sehr stark.

Ich schlug also dem Captain vor, dass wir nur nachts giessen wuerden. Nach einigem hin und her und etlichen Glaesern Rum mit Cola stimmte der Capatain zu. Und so begannen wir nachts gegen zehn Uhr oder morgens gegen drei Uhr beim Haus zu giessen. Gleichzeitig buddelten wir wie oben einen „Pool“ und als der fertig war, gossen wir wie immer am Nachmittag und fruehen Abend, aber fuellten unseren Pool in der Nacht. So waren alle Seiten zufrieden.

Fortsetzung folgt

Share This Post
Related Posts
Stromausfaelle in Mindanao zum zweiten
Leyte (Teil 6)
Bild der Woche

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>