Es gruent so gruen….. 8. Teil

In den naechsten Wochen hatten wir sehr viel Arbeit mit unseren Pflanzen und es gab immer etwas zu ernten, auch wenn die Erloese nicht so meinen Vorstellungen entsprachen. Aber wir konnten vom Einkommen leben und weitere Pflanzungen finanzieren. Allerdings wollten wir uns in erster Linie auf hoeherwertige Feldfruechte spezialisieren und Sachen wie Kohl, Melonen, Bohnen usw. nicht mehr pflanzen. Mitte April saeten wir unseren Broccoli und unseren Eisbergsalat in Baggings. Nicht viel fuers erste Mal, da wir das ganze ja erst testen mussten.

Es war bereits in der zweiten Aprilhaelfte als unser Leben ploetzlich empfindlich gestoert wurde. Es war eines abends nach acht Uhr. Wir hatten soeben gegessen und sassen alle noch am Tisch. Ploetzlichte machte es Rumms und es klirrte. Keine fuenf Sekunden spaeter rummste und klirrte es ein zweites mal. Ich rannte zur Hausture hinaus um zu sehen was los war und da sah ich an der Hauswand Feuer an der Wand herunter laufen. Vier Meter weiter auf dem Balkon brannte es ebenfalls. Ich schrie „Feuer, geht  sofort innen hoch und werft alles hinten zum Fenster raus.“ Ich rannte zum Wasserhahn, drehte auf  und griff mir den Schlauch. Dann spurtete ich zurueck zum Haus und begann auf das Feuer zu spritzen. Zum Glueck war es nachts und der Wasserdruck in der Leitung war gross genug mir einen starken Strahl zu geben. Es waren seit dem ersten Klirren auch noch keine 30 Sekunden vergangen, als ich zu loeschen begann. Ploetzlich stand der Captain neben mir und viele andere Leute kamen und gafften. Ich drueckte ihm den Schlauch in die Hand, bat ihn weiter zu spritzen und rannte ins Haus. Dort kletterte ich die Leiter hoch nach oben – draussen auf der Treppe brannte es ja – und checkte die „Rettungsarbeiten“ fuer unser Hab und Gut. Ich schnappte mir den Karton mit allen wichtigen Papieren und gab ihn Rico um ihn nach unten zu werfen. Alex war auch oben und half. Unten waren Junjun und Bano und fingen alles auf. Unsere Frauen trugen die Sachen in den Schuppen den wir dort fuer Geraete und allerlei benutzten. Ich schaute kurz zur Balkontuere hinaus und sah, dass das Feuer fast schon aus war. Innerhalb von weiteren fuenf Minuten war der Brand geloescht. Es war kein groesserer Schaden entstanden, aber die Wand und der Balkon waren schwarz und leich angekohlt. Es stank nach Brand.

Ich gimg runter zum Captain und der rollte gerade den Schlauch zusammen. Bei ihm stand ein Mann, den ich bis dahin nur vom Sehen kannte. Der Captain stellte mir den aelteren Herrn als einen der Lehrer von Cawayan vor. Der hatte unmittelbar nach dem Anschlag den Vater des jungen Mannes, der damals beim Melonen klauen verletzt worden war, zusammen mit dessen Bruder von unserem Haus wegrennen sehen. Also war es ein klarer Fall des angekuendigten Racheaktes. Als wir uns dann beim Haus naeher umschauten, sahen wir die zerbrochenen Flaschen und auch noch Teile der Stoffbuendel, die in die Flaschenhaelse gesteckt worden waren. Die beiden hatten zwei Molotow Coctails auf unser Haus geworfen. Zum Glueck hatten sie Kerosin und nicht Benzin verwendet. So war das ganze noch einmal gut ausgegangen.

Langsam verliefen sich die Leute und nur der Captain und der Lehrer blieben noch auf eine Rum mit Cola da. Der Captain fragte mich, ob er die beiden vorladen sollte und was ich vor haette. „Vorladen auf jeden Fall,“ meinte ich, „aber was wir genau machen werden wissen wir noch nicht. Das kommt sicher auch auf die beiden Brandstifter an.“  Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bevor die beiden gingen. Bano und Junjun entschlossen sich abwechselnd auf dem Balkon zu wachen. Der Rest der Familie ging dann schlafen.

Am naechsten Morgen kam der Captain schon frueh zum Haus und meinte, er haette die beiden fuer zehn Uhr bestellt und ich sollte mich bereit halten zusammen mit Inday. Auch der Lehrer wuerde da sein.

Gegen halb elf sah ich die beiden Brandstifter zum Haus des Captains laufen. Wir folgten wenige Minuten spaeter, und danach erklaerte der Captain den beiden unsere Beschwerde.

„Wir waren den ganzen Abend zu Hause und alle Familienmitglieder koennen das bezeugen,“ kam der Protest gegen unsere Anschuldigung.

„Es gibt einen absolut glaubwuerdigen Zeugen, der euch beide beim weg rennen beobachtet hatte. Leugnen ist also sinnlos.“

Herr Sarangga, der Lehrer, hatte sich bis jetzt leise verhalten, aber nun mischte er sich ein: „Ich bin der Zeuge, der euch gesehen hat. Und ich habe mich nicht getaeuscht. Ich kenne euch beide schliesslich lange genug.“

„Das ist unmoeglich,“ protestierten die Beiden.

„Doch ich habe euch gesehen, und das werde ich auch noetigenfalls vor Gericht aussagen. Brandstiftung ist ein schweres Verbrechen und wenn Menschen im Haus sind, dann steht da lebenslaenglich drauf. Ueberlegt euch also gut, was ihr sagt.“

Die beiden ueberlegten: „Und was wuerde passieren, wenn wir es zugeben wuerden. Muessten wir dann auch ins Gefaengnis?“

„Wenn ihr unterschreibt was ihr getan habt und versprecht, dass ihr nie wieder etwas gegen uns unternehmen werdet, dann ueberlegen wir uns ernsthaft keine Anzeige zu erstatten. Aber wenn ihr euch nicht brav verhaltet, dann werden wir Anzeige erstatten und die eidestattliche Versicherung, die ihr unterschrieben habt, wuerde dann als Beweismaterial dienen. Ihr koenntet euch dann nicht mehr ‚raus reden,“ erklaerte ich.

Die beiden unterhielten sich fuer eine Weile auf Binukid und meinten dann, dass sie ein solches Affidavit unterschreiben wuerden. Der Captain liess den Barangay Sekretaer kommen und der bereitete eine schriftliche Schulldanerkennung vor. Danach unterschrieben die beiden und Inday schickte Alex nach Lantapan um das ganze notarisieren zu lassen. Damit war das Thema vorerst vom Tisch.

Aber da ein Unglueck angeblich selten alleine kommt, rissen die Aufregungen auch am uebernaechsten Tag noch nicht ab.

Fortsetzung folgt

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