General Santos zum Ersten….

Nachdem unser Gemuese -und Fischgeschaeft ja nicht mehr am Laufen war – diese Geschichte werde ich ein anderen Mal erzaehlen – hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung wie es finanziell weiter gehen soll. Im November 2000 hatten die Kinder des bisherigen Management in Gaisano und Ororama in Cagayan alle Lieferanten im „wet market“ durch Neue ersetzt und wir waren seitdem „arbeitslos“. Mir wollte in den ersten Wochen absolut nichts einfallen wie es weiter gehen sollte und wir ueberlegten uns nicht nur ernsthaft nach Deutschland zurueck zu gehen, sondern meine Frau war im Janauar 2001 sogar auf der deutschen Botschaft in Manila um ein Visum zu beantragen. Sie wollte voraus fliegen und dort alles vorbereiten fuer den grossen Umzug. Warum sie und nicht ich? Nun ein Freund war Manager in einem McDonalds und meine Frau haette von ihm sofort einen Job bekommen. Ich mit meinen 50 Jahren sah keine grossen Chancen auf die schnelle dort Arbeit zu finden.

Das Visum war beantragt, aber es war Mai geworden und wir hatten trotz einiger Nachfragen nichts mehr von der Botschaft gehoert. Es musste etwas geschehen und ich beschloss mich mal in General Santos wegen Fisch zu erkundigen. Vielleicht ging da geschaeftlich etwas zusammen.

Ich fuhr also im Mai 2001 nach General Santos. Gewagt, da ich ja keine Menschenseele dort kannte mit der Ausnahme einer Frau, die ich vor zwei Jahren bei einem Amway Seminar getroffen hatte. Ich hatte ihre Telefonnummer und Adresse und hoffte, dass beides noch existierte.

In GenSan angekommen checkte ich in Leahs Pension House ein, da es dort gute und saubere Zimmer zu erschwinglichen Preisen gab. Geld hatten wir ja nun wirklich nicht mehr viel. Am naechsten Morgen kontaktierte ich Sarah und die Nummer war tatsaechlich noch gueltig. Wir trafen uns eine Stunde spaeter am Eingang vom Gaisano und gingen zusammen in ein Coffee Shop, wo wir uns unterhielten und ich ihr meine Plaene bezueglich Fisch erklaerte. Sie erzaehlte, dass sie da einen Haendler kannte, der ehrlich und zuverlaessig sei und fragte mich ob sie mich vorstellen solle. Ich bejahte und sie meinte, dass das am Nachmittag am besten waere, denn vormittags seien die alle im Fisch Port. Wir verabredeten uns fuer zwei Uhr und wollten ohne Voranmeldung hingehen. Sarah ging dann nach Hause und ich selbst bummelte ein wenig in GenSan herum. Mittagessen gab es in einer Carenderia und dabei fiel mir auf, dass hier sehr viel mit Zucker gekocht wurde.

Um zwei Uhr traf ich mich dann mit Sarah und wir fuhren zusammen zum Buero des  Haendlers in der Aparente Street. Wir mussten nur wenige Minuten warten, und wurden in das Buero gebeten. Dort traf ich zum erstenmal Vincio, der in meinem zukuenftigen Leben noch eine sehr wichtige Rolle spielen sollte. Vincio begruesste uns sehr freundlich und wir unterhielten uns ueber moegliche Geschaefte und ich machte eine Liste, was er liefern koennte. Spaeter sagte er mir, dass wohl auch Export eine Alternative waere und wenn ich Kunden finden koennte, wuerde er die Lieferungen finanzieren und der Gewinn wuerde geteilt werden. Zudem verabredeten wir uns fuer den naechsten Morgen um 5.00 bei seinem Buero. Er wuerde mich dann mit zum Fish Port nehmen und mir zeigen, was da so alles in General Santos ablief.

Als wir gingen war ich sehr zufrieden mit dem Gespraech und war neugierig, was der morgige Tag bringen wuerde. Ich bedankte mich bei Sarah fuer ihre Hilfe und wir verabredeten uns fuer den morgigen Tag. Wir wollten zusammen abend essen und weiteres besprechen, je nach dem wie die weiteren Gespraeche mit Vincio laufen wuerden.

Am naechsten Morgen tanzte ich puenktlich in Vincios Buero an und wir fuhren zusammen zum Fish Port, der etwa 12 Kilometer entfernt von General Santos in Tambler zu finden war. Man erreicht ihn, wenn man von GenSan aus in Richtung Maitum – Kiamba faehrt.

Der Fish Port war riesig. Am Eingang bekam ich von der Security Guard eine Visitors ID und  durfte nun das „Allerheiligste“ von GenSans „Fishing Industry“ betreten. Da wir frueh dran waren, zeigte mir Vincio erst einmal den ganzen Komplex, der da auf 32 Hektar erbeut worden  und 1999 in Betrieb genommen worden war. Es gab vier riesige Markthallen in denen man fischmaessig alles kaufen konnte, was das Meer um die Philippinen herum so zu bieten hatte. In drei Hallen herrschte bereits ein mordsmaessiger Umtrieb und ueberall wurde gehandelt, gekauft und verkauft. Ich war beeindruckt! In der vierten Halle wurde nur mit grossem Thunfisch gehandelt und das war wohl das Herzstueck der Aktivitaet. Ueberall waren die grossen Fische ausgestellt und hier sah ich auch zum erstenmal, wie von diesen „Riesen“ Proben gezogen wurden, um die Qualitaet des Fleisches zu beurteilen. Vincio war mittendrin im Gewuehl und ich war erstaunt wie flink sich der sonst so behaebige Mann bewegte und hier verhandelte, dort Proben von angelieferten Fischen zog, hueben die Beladung eines grossen Lastwagen ueberwachte und drueben das Wiegen kontrollierte. Trotzdem fand er zwischendurch Zeit mir dies und jenes zu erklaeren.

Gegen 10 Uhr liess die Aktivitaet nach und man machte sich ans Aufraeumen. Unverkaufte Fische wurden nun in grossen Eisboxen verstaut, alles wurde sauber abgespritzt und die ersten Leute machten sich auf den Heimweg.

Als wir wegfuhren zeigte mir Vincio noch eine Stelle im Fish Port, an der eine Woche vorher eine Bombe explodiert war aber den Handel im Port nicht beeintraechtigt hatte. Auf dem Rueckweg kehrten wir in einer Carenderia ein um ein sehr verspaetetes Fruehstueck zu uns zu nehmen. Im Buero gab mir Vincio dann noch einen Tuna Sampler als Geschenk und wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen zusammen etwas zu machen.

Am naechsten Tag machte ich mich dann auf die Heimreise, nicht wissend, dass ich sehr bald zurueckkehren sollte.

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