General Santos zum Zweiten…..

Wieder zu Hause angekommen, verbrachte ich in den naechsten Tagen und Wochen viel Zeit im Internet Cafe um Kunden zu finden. Ich setzte Anzeigen auf einigen Webseiten und suchte, nach Importeuren  was das Zeug hielt um Angebote zu machen. Meine Augen waren auf dem besten Weg rechteckig zu werden. Und nach etwa zwei Wochen wurde ich fuendig. Eine Firma in Miami wollte Thunfisch zu den angebotenen Preisen erwerben. Zuerst erkundigte ich mich nach den Transportmoeglichkeiten, um dem Kunden mitzuteilen, wie es mit den Frachtkosten ausgehen wuerde. DHL machte mir das beste Angebot und ich informierte den Kunden, der die Frachtpreise absegnete. Bezahlung vereinbarten wir uber Letter of Credit. Der kam dann auch in der Tat eine Woche spaeter bei meiner Bank an und die erklaerte die LC fuer gut, nachdem sie geprueft worden war.

Ich hatte ja Vincio gleich nach Auftragserteilung angerufen und ihm davon erzaehlt. Er hielt sich an sein Versprechen und war weiterhin gewillt den Deal vorzufinanzieren. Also mache ich mich erneut auf den Weg nach GenSan. Dort  angekommen rief ich dann den Kunden in Miami an um noch einmal die Qualitaet zu bestaetigen. Er wollte Sushi/Sashimi Qualitaet haben, also das beste.

Wir bereiteten die Sendung puenktlich zum ausgemachten Termin vor. China Airlines sollte die Fracht befoerdern und als Ankunftstag war uns der Sonntag Nachmittag (lokale Zeit in Miami) genannt worden. Wir schickten die Ware, insgesamt 14 Kartons mit 1021kg netto am Samstag Morgen um 9.10 auf die Reise. Das Flugzeug startete um 10 Uhr. Der Weiterflug nach Taipeh war nach 5 Uhr am Nachmittag und am gleichen Abend sollte es von Taipeh nach Miami weiter gehen.

Ich entschloss mich bis zur Ankunft der Ware in General Santos zu bleiben. Am Samstagabend wollte ich Seafood essen und mir wurde ein kleines Grillrestaurant empfohlen, dass alle moeglichen Arten von Seafood ausgestellt hatte. Ich bestellte fuenf Stueck Scampi und ein Siri Steak- auch als Guindara bekannt – das mir sehr empfohlen wurde. Es schmeckte traumhaft und ich ass noch ein zweites Siri Filet hinterher. Es war einer der besten Fische, die ich je gegessen habe. Aber wenig wusste ich ueber diesen Fisch und sollte die ueppige Mahlzeit noch bereuen.

Am fruehen Morgen wachte ich auf, weil es so komisch roch. Ich checkte und fand dass meine Unterhosen feucht waren. Ich hatte mir scheinbar im Schlaf in die Hosen „gekackt“, aber es war nur Feuchtigkeit da und kein „Material“. Ich wunderte mich und duschte erst einmal, dann wusch ich die Unterhosen und zog mich ein. Nach einigen Minuten verspuerte ich ein „Ruehren“ und liess einen fahren. prompt waren die Unterhosen wieder feucht. Ich ging auf die Toilette um mein Geschaeft zu verrichten, aber ausser streng riechendem Oel, das auf der Oberflaeche des Wassers schwamm, kam nichts. Ich wunderte mich echt ueber das Oel und rief Sara an. Sie kapierte im ersten Moment nicht was ich wollte und kam einfach in der Pension vorbei. Dort schaute sie sich die „Bescherung“ an und begann schallend zu lachen. Sie fragte mich was ich zu Abend gegessen hatte und ich erzehlte es ihr. Danach klaerte sie mich auf: “ Siri enthaelt sehr viel Oel, dass der Koerper nicht verdauen kann und das unauffaellig aus dem Anus heraus fliesst ohne dass man etwas merkt. Man sollte nie mehr als 50 Gramm davon essen.“ Und ich Depp hatte mir unwissenderweise ja gleich zwei Steaks ‚rein gezogen. Siri ist uebrigens international auch als Oelfisch bekannt.Obwohl er ein traumhafter Speisefisch ist wird er wegen der unangenehmen Konsequenzen kaum angeboten.

Ich verbrachte also einen Grossteil meiner Zeit am Sonntag im Hotel und gegen Abend hatte sich dann die ganze Sache in „Wohlgefallen“ aufgeloest und ich konnte wieder ausgehen. Am Abend hielt ich mich dann aber an Fleisch.

Am Montag Morgen ging ich dann in Vincios Buero um in Miami anzurufen und nach der Sendung zu fragen. Der Thunfisch  war nicht angekommen. Ich verstaendigte DHL und war nun gar nicht gluecklich, dass es gleich beim erstenmal Probleme gab. DHL versprach der Sache sofort nachzugehen, und rief eine Stunde spaeter zurueck um uns zu informieren, dass die Sendung in Taipeh liegen geblieben war. Die hatten zu viel Fracht und deswegen unsere ausgeladen, obwohl einiges nicht Verderbliches nach Miamia geschickt wurde. Nun DHL riet uns einen Claim gegen China Airlines zu machen. Am Montag erhielten wir dann Nachricht von den USA, dass der Fisch angekommen sei, aber das Trockeneis war verdampft, der Fisch zu warm und deswegen passte die Qualitaet bei den meisten Fischen nicht mehr.

Nachdem ja die Sendung ueber LC bezahlt worden war, traten wir unseren Claim gegen China Airlines an den Kunden ab. Wir hatten etwa 38000 Pesos Nettogewinn gemacht und Vincio zahlte mir 19000 Pesos aus. Aber der Kunde wartete fast ein Jahr bis die Airline bezahlte und hatte trotzdem auch keinen Verlust gemacht, da er den Fisch ja noch zu wesentlich niedrigeren Preisen verkauft hatte.

Es ergab sich aber aus dieser Reise noch ein interessanter Nebenaspekt. Im Fischport hatte ich am Samstag einen Schweizer kennen gelernt, der sehr an Sushi Lieferungen interessiert war und wollte dass wir ihn erst mal mit Thunfisch und Marlin Filets versorgten, aber da musste ich zuerst mit dem Bureau of Fisheries reden, denn fuer Export nach Europa galten ganz andere Bestimmungen. Das ist aber eine andere Geschichte.

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