Georg und Otto 2. Teil

Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.

Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?)

Wir erzaehlten alles dem Georg, auch das mit der Rueckbuchung und er war echt empoert. Er meinte nun verstehe er auch, dass Otto drauf bestanden hatte, dass er sich erst mal von seinen Strapazen ausruhen sollte. Georg ging sofort zurueck zu Ottos Farm um seine Sachen zu holen, denn er wollte dann gleich am naechsten Morgen nach Malaybalay fahren um seine Mutter anzurufen. Am naechsten Morgen fuhr er dann auch los.

Zwei Stunden spaeter kam Otto wutschnaubend zu uns und beschuldigte uns, dass wir ihm hier was in die Schuhe schieben wollten. Ich hatte zuerst keine Ahnung, woher er das wusste, erfuhr aber spaeter, dass Georg vor der Abfahrt noch mit Joseph gesprochen hatte, und schon war die Geruechtekueche heftigst am brodeln. Ich ignorierte Ottos Ausbrueche so gut ich konnte und meinte, er solle das doch dann mit dem Georg besprechen. Nach einigen Minuten des Tobens zog er dann auch wieder ab.

Vier Tage spaeter kam Georg zurueck nach Maagnao und erzaehlte uns, was bis dato passiert war. Es war eigentlich nicht viel, er wartete nur auf ein Fax von Deutschland mit Ottos Brief um den als Beweismittel fuer eine Anzeige gegen Otto zu haben. Wir fuhren also gemeinsam auf die Polizei in Malaybalay und die ging mit uns zuallerst auf die Bank. Dort bestaetigte der Manager, dass in der Tat 10000 Mark auf Ottos Konto eingegangen waren, die gewechselt sich in 180.000 Pesos verwandelt hatten. Das Geld war zwei Tage auf dem Konto, aber keiner hob es ab bis dann eben die Anweisung des Ruecktransfers eintraf. Beim zurueck wechseln kamen dann keine 10000 Mark mehr zusammen, da die Bank natuerlich ihren Reibach machen musste und so kamen abzueglich aller Gebuehren und Kursverluste nur 9700 Mark bei der Mutter an. Aber es ist immer noch besser 300 Mark in den Sand zu setzen, als 10.000. Der Banker wurde dann noch auf die Wache gebeten um das schriftlich zu Protokoll zu geben. Als wir dort auf der Wache waren, kam ein Staatsanwalt vorbei und liess sich die Geschichte erzaehlen. Er meinte dann, dass da die Polizei in Lantapan zustaendig sei, und dass das dortige Amtsgericht den Fall an das regionale Gericht uebertragen muesse, bevor er sich damit befassen koenne.

Also fuhren wir am naechsten Tag nach Lanatapan (Die eidestattliche Erklaerung des Bankers hatten wir dabei) um dort nun offiziell die Anzeige zu erstatten. Es wurde also alles aufgenommen und als wir den Brief als Beweismittel vorlegten, kam natuerlich die Tatsache zur Sprache, dass der Brief auf Deutsch geschrieben sei und uebersetzt werden muesse. Uebersetzer gab es in Bukidnon aber keinen und so muessten wir wohl nach Manila oder Cebu. Der Polizeichef kam dazu und ueberlegte eine Weile, dann ging er mit dem Brief zur Richterin des Amtsgerichtes, die mich nach einigen Minuten rufen liess und mich zu meiner Rolle in der Sache befragte. Nun meine Rolle beschraenkte sich ja auf das Telefonat mit der Mutter und nachdem das in ihren Augen ja keine prozesswichtige Aussage sei, die mich als befangen erscheinen lassen koenne, vereidigte sie mich als Uebersetzer und ich machte mich noch auf der Polizeistation an die Arbeit. Nach einer gutem Stunde stand die Uebersetzung und ich musste zurueck zur Richterin, damit die Uebersetzung auch „eingeschworen“ wurde. Damit waren wir fuer heute fertig und fuhren zusammen nach Maagnao. Am naechsten Tag kehrte Georg nach Malaybalay zurueck.

Etwa zwei Wochen spaeter kam er am spaeten Morgen an und meinte die Richterin wolle uns beide heute sprechen. Also ging es auf nach Lantapan, und dort machte uns die Dame eine negative Eroeffnung: Trotz der Vollmacht, die von der Mutter vorlag, koennte er nicht der Klaeger sein, das koennte nur die Mutter und dazu muesste sie also persoenlich kommen. Georg meinte, dazu muesste er erst mit ihr sprechen und machte das dann auch am naechsten Tag. Zuerst sagte die Mutter zu, aber ein paar Tage spaeter aenderte sie ihre Meinung und meinte sie wuerde nicht kommen. Georg befragte nun einen Rechtsanwalt, aber der sagte ihm das gleiche wie die Richterin. Wenn die Mutter nicht persoenlich kommt, kann es auch keine Anzeige wegen versuchten Betruges geben. Damit war Otto natuerlich fein heraus, aber er wusste das ja nicht und mittlerweile hatte sich die Sache mit der Anzeige natuerlich herumgesprochen und am Tag nachdem wir mit der Richterin gesprochen hatten, seilte sich Otto ab. Er war weg, spurlos verschwunden und keiner wusste wo er hin war. Spaeter erzaehlte uns der Postmaster von Lantapan, dass ein Brief gekommen war, in dem seine Mutter Geld geschickt hatte.

Waere Otto in diesen zwei Tagen auf die Bank gegangen, als das Geld schon auf dem Konto war, dann waere der Betrug geglueckt, aber er war viel zu beschaeftigt zu verhindern, dass Georg etwas erfuhr und kam einige Tage zu spaet auf die Bank.

The End

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