Gold, Gold, Gold……

Es war im Juli 1987 gewesen, als eine entfernte Verwandte meiner Frau aufkreuzte und bevor jemand sagt: „Aha!“ will ich gleich anmerken, dass sie kein Geld wollte.  Sie erzaehlte von den Goldfeldern in Toledo und den niedrigen Preisen, die dort bezahlt werden. Das Gold habe ueber 800 Feingehalt aber die Haendler dort wuerden nur 140 Pesos pro Gramm bezahlen und das obwohl der Goldpreis bei den Haendlern in der Stadt doch bei 250 Pesos liegen wuerde.

„Warum bringen sie das Gold denn dann nicht in die Stadt?“ fragte ich.

„Naja“ meinte sie, „das laege an der langen Anreise und dem langen Marsch zum Highway.“

Sie wollte, dass wir dort auch Gold kaufen wuerden um die Haendler zu zwingen die Preise zu erhoehen.

Wir stimmten also zu, uns das ganz unverbindlich anzusehen und entschieden am naechsten Tag zu fahren, wenn es nicht regnen sollte.

Am naechsten Tag schien die Sonne und Indays Bekannte stand bereits um sieben Uhr vor der Tuer. Ich war gerade erst aufgestanden und so musste sich die Dame etwas gedulden, denn ich lass mich nicht gerne um meinen gemuetlichen Morgenkaffee bringen. Um 8.30 fuhren wir dann los. Zuerst ging es Richtung Talisay und dort bogen wir dann rechts ab auf eine Nebenstrasse, die quer durch die Berge nach Toledo fuehrte. So entnahm ich es der Karte. Bei dieser Strasse handelt es sich um die sogenannte Telefono Road. Bereits nach drei Kilometern begann die Strasse anzusteigen und sie wurde immer schlechter. Immer wieder mussten wir anhalten, um Steine aus dem Weg zu raeumen. Rechts ging es fast senkrecht 200-300 Meter in ein Flusstal hinunter. Die Strasse war nur einspurig und wir hofften, dass wir keinen Gegenverkehr bekommen wuerden, aber es ist ja selten einer so verrueckt wie ich. Aber wenn ich schon irgend wohin fahren muss, dann suche ich mir wenigstens eine Strecke raus, die ich nicht kenne. Die schnellste Strecke nehme ich bei schlechtem Wetter und wenn ich es eilig habe.   Wieviele Kilometer wir auf dieser Strasse fuhren findet sich leider nicht in meinem Tagebuch, aber wir benoetigten gute zwei Stunden.

Wir kamen in Camp Seven an (ich nehme an es hiess Camp seven, bin mir aber nicht mehr ganz sicher) und bogen links ab. Wir gelangten nun in einen dichten alten Regenwald. Die maechtigen Baeume spendeten so viel Schatten, dass es angenehm kuehl war. Es gab nur sehr wenig Unterholz.  Das war fuer mich der erste „Aufenthalt“ in einem unberuehrten Regenwald. Der Wald war nicht sehr gross, es waren wohl nur einige Hektar. Als ich 2006 wieder dort war, waren nur einige Baeume uebrig geblieben. Damals wohnte dort niemand und heute finden sich zahlreiche Huetten. Als wir aus dem Wald kamen, sah man auf der rechten Seite eine hohe Felswand aus Kalkstein mit einem sehr grossen Hoehleneingang. Es koennte sich dabei um den Cabatangan Rock gehandelt haben.

Schliesslich erreichten wir den normalen „Highway“ der nach Toledo fuehrte. Aber etwa 6 Kilometer weiter bogen wir links ab in einem Flusstal und nach etwa 3 Kilometern hoerte die Strasse auf.

„Nun muessen wir laufen,“ meinte Indays Bekannte.

„Ich denke, wir koennen eine ganze Ecke im Fluss fahren. Das Lager der Goldsucher ist doch am Fluss, oder?“ entgenete ich.

Sie bejahte und so fuhr ich die Boeschung hinunter ins Kiesbett des Flusses. Natuerlich kam nun der Allradantrieb zum Einsatz und manchmal auch auch der Gelaendegang. Differentialsperre hatte der Wagen leider nicht. So fuhren wir etwa drei Kilometer im Flussbett und hielten dann an, weil es eine Stufe gab, ueber die ein kleiner Wasserfall viel. Es war nicht viel Wasser im Fluss und so sah der Fall eher mickrig aus. Etwa 100 Meter oberhalb der Stufe war das Lager.

Wir parkten das Auto am Ufer des Flusses – es koennte ja in den Bergen regnen und eine Flut kommen – und liefen zum Camp. Dort angekommen wurden wir erstaunt beaeugt. Der eine oder andere fragte sich sicherlich, wie eine Langnase hier in die Berge kommt. Wir unterhielten uns mit etlichen Leuten und es schien, dass ganz schoen was an Gold gefunden wurde. Nun Cebu hat ja riesige Kupfervorkommen und Gold wird beim Kupfer Abbau immer als Nebenprodukt gewonnen. Wir besichtigten das Lager und sahen viele „bull mills“ am arbeiten. Betrieben wurden sie mit kleinen Motoren, da es dort keinen Strom gab und das war ganz schoen laut. Unterhalten konnte man sich in der Naehe der Steinmuehlen nicht. Tausende von Menschen lebten in dem Lager und gruben nach dem wertvollen Metall. Es erinnerte mich ein wenig nach Malinao auf Dinagat.

Anschliessend unterhielten wir uns mit einer Gruppe von Leuten und kauften insgesamt etwa 10 Gramm Gold fuer 200 Pesos das Gramm. Der Goldstaub war mit Quecksilber amalganisiert worden und hatte die Form eines kleinen, vom Wasser rundgewaschenen Kiesel. Wir versprachen den Leuten Bescheid zu geben, was beim Verkauf heraus kommen wuerde. Dann verabschiedeten wir uns und machten uns auf die Heimfahrt.

Am naechsten Tag fragte ich meinen Vermieter, ob er einen Goldkaeufer kenne und er gab mir einen Namen und Adresse in Tabunok bei Talisay. Nach dem Mittagessen fuhr ich dort hin und fand auch sehr leicht den Haendler in der Naehe der Feuerwache. Ich wurde nach meinem Klopfen eingelassen und mein „Goldklumpen“ wurde begutachtet. Dann wogen und  schmolzen die Mitarbeiter das Gold in meiner Gegenwart um es von allen Elementen, die eben nicht Gold waren zu befreien. Danach wurde es wieder gewogen und es war nun deutlich weniger. Wir errechneten den urspruenglichen Feingehalt und kamen nur auf etwa 550-600. Dadurch war der Handel natuerlich nicht moeglich geworden, denn ich wuerde etwa 20 Pesos pro Gramm verlieren.  Damit schien mir der Kaufpreis der dortigen Goldkaeufer durchaus realistisch.

Als ich wieder zu Hause war, erzaehlte ich Inday das Resultat und sie informierte ihre Bekannte. Dabei machte sie sie auch darauf aufmerksam, dass der Feingehalt eben sehr viel niedriger war und die Preise der dortigen Haendler dem entspraechen und sie moechte das bitte an ihre Freunde dort im Goldgraeberlager weiter geben. .

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