Goldrausch auf Dinagat 3. Teil

Ein gluecklicher Fund

Am Morgen standen wir sehr frueh auf, weil Chris unbedingt selbst Gold waschen wollte und er hatte ja schon am Vorabend eine Vereinbarung mit unseren Nachbarn getroffen, damit er auf dessen “Claim” mitarbeiten konnte und was immer Chris faende wuerde geteilt werden. Nach dem Fruehstueck zogen wir los und suchten eine geeignete Stelle zum graben. Ich selbst arbeitete nicht mit, da ich koerperlich harte Arbeit nicht mag und zudem die Saecke wegen meiner Bandscheibenprobleme nicht tragen konnte.

Ich  schaute Chris eine Zeitlang beim buddeln zu und ich wunderte mich, dass er die Saecke selbst zur “Waschanlage” genauso auf dem Ruecken trug wie die einheimischen Filipinos. So ein Sack voller Erde wog bestimmt seine 50kg.

Gegen 10 Uhr hoerten wir auf einmal einen Jubelschrei und von ueberall her rannten die Leute zusammen. Einer der Nachbarn hatte einen „Jackpot“ und fand ein riesengrosses Nugget von sage und schreibe 1,7 Kilos beim buddeln. (Leider gehoerte das Bild vom Nugget zu denen, die verloren gingen.) Der glueckliche Finder muste keine 10 Minuten warten, da waren die Aufkaeufer auch schon an seinem Claim. Das Nugget wurde gewaschen und mit einer Zahnbuerste wurde der letzte Dreck entfernt und dann gewogen. Danach ging das Geschnatter der Haendler los und man ueberbot sich gegenseitig. Das Geschrei war sehr, sehr laut und man konnte fast sein eigenes Wort nicht mehr verstehen.  Mit dem Steigen des Preises reduzierte sich auch der Laerm und man wurde sich schliesslich mit einem der Aufkaeufer handelseinig.  Am Ende bekam der gluecklicher Finder  sage und schreibe 349.000,00 Pesos dafuer. Das entsprach von der Kaufkraft her damals in etwa 1.5 Millionen Pesos heute. Und er war natuerlich uebergluecklich.

Die Maenner der Familie zogen sofort los zum einkaufen, denn am Abend sollte ein rauschendes Fest gefeiert werden. Das war bei jedem groesseren Fund die Regel und alle Nachbarn waren natuerlich eingeladen worden, auch wir.

Mittlerweile war es Zeit fuer das Mittagessen geworden und wir assen in einer der Carenderias und unterhielten uns natuerlich ueber den jetztigen Fund. Die Stimmung in der “Goldgraebertown” war  auf einem Hoch, weil nun jeder hoffte der naechste zu sein, der einen “Jackpot” bekam. Aber die gute Laune war auch gut fuer die Arbeitsmoral und wenn man sich umsah, hatte man das Gefuehl, dass ein jeder doppelt so schnell arbeitete.

Am Nachmittag buddelte und wusch Chris weiter und hatte am Abend eine Ausbeute von vielleicht 3 Gramm zusammen. Unser freundlicher Nachbar verzichtete auf seinen Anteil und Chris konnte seine drei Gramm Goldkoernchen behalten. Ich selbst hatte am Nachmittag ein kleines Nugget von etwas ueber drei Gramm gekauft fuer 750 Pesos um es meiner Frau als kleines Mitbringsel zu schenken. (Der Wechselkurs damals waren knappe 10 Pesos auf eine Mark)  Das Nugget existiert heute noch.

Gegen fuenf Uhr wurde es wieder lauter denn die Nachbarn hatten ein Schwein gekauft, dazu kistenweise alkoholische Getraenke und Softdrinks.  Das Schweinderl wurde nun gegrillt, Reis wurde gekocht und Pancit vorbereitet und gegen acht Uhr abend gab es dann den grossen “Blow Out” des gluecklichen Finders. Alle Nachbarn, einschliesslich uns, waren eingeladen zum mitfeiern.  Und so assen wir Lechon mit Pancit und auch noch einige andere Gerichte wie gegrillter Fisch und Haisteaks. Spaeter am Abend wurde eine Gitarre ausgepackt und gesungen. Der Alkohol floss in Stroemen und alle waren froh und gluecklich. Es benahm sich trotz der grossen „Sauferei“ keiner daneben, was bei Filipinos nicht immer selbstverstaendlich ist.

Gegen Mitternacht loeste sich die Party auf und einer nach dem anderen verschwand im Bett. Es war ein sehr schoener Tag gewesen.

Fortsetzung folgt

Zu den Fotos:

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