Golfturnier und Sozialhilfe 1. Teil

Gerade komme ich mit meinem Sohn von seinem Schulprojekt zurück. Genauer gesagt, „zurück“ – JA, „Schulprojekt“ – da rumorts gerade im Bauch … dazu später mehr.

Denn vor 2 Wochen hat die Klasse meines Sohnes eine Gruppenarbeit in Filipino bekommen. Eine Gruppe besteht aus 5 Leuten und soll von diesen auch erledigt werden. Die Teilnehmer seiner Gruppe bestehen, wie es an einer internationalen Schule nicht so arg überrascht, aus ganz unterschiedlichen Nationalitäten: Filipinos, Chinesen, Koreanern und einem Deutschen. Sie sollten ein Thema in filippinischer Sprache vortragen und gleichzeitig verfilmen.

Nun wie das bei Menschen im Alter von 14/15 Jahren so läuft, da hat einer gerade „kein Bock“, der andere will in eine Spielhölle oder Billiard spielen, der nächste hat Termine für ein Golfturnier … „Moment, Golf? Turnier? 14 Jahre?“ Wenn ich sage, ich würde das verstehen …? Wo leben wir? Ich dachte bisher immer auf den Philippinen! Aber man soll ja nie aufhören damit, sich zu hinterfragen … „Da findet Ihr nie einen Termin.“ dachte ich. Naja die erste Woche war um, ohne besondere Ereignisse. Was sag ich, nein überhaupt ohne Ereignisse! Ok, man hat ja noch eine Woche. Aber die neigt sich nun auch dem Ende entgegen.

Also am Montag ist Abgabe, jetzt am Freitag abend fällt den Herrschaften ein, man hat nur noch 2 Tage. Genaugenommen einen, denn Sonntag sei hier im Land „Familientag“. Also Samstag ist der „Action-Tag“. Doch wo und wann? Er kommt am Freitag nach Hause und meint, er wartet noch auf eine SMS, um näheres zu erfahren. Jetzt sind das lediglich 5 Schüler und die kriegen keinen gemeinsamen Termin gebraten? Ich sage ihm, dass ich nicht so viel Lust verspüre, am Samstag irgendwelche Suchaktionen durch Cebu City zu veranstalten.

Es ist bereits nach 8 Uhr abends, sein Handy meldet sich: aha eine SMS. „Also morgen früh um 8 bei Jasmin“, meint er. „Und wie lautet die Adresse?“ frage ich. „Ja ,die schickt die noch nach.“ „Aber wann?“ will ich wissen. Das sind ja alles nich so unbekannte Dinge, wo man sich fragt: „Waren wir früher denn auch solche Schnarchtüten?“ Keine Frage, wir waren kein Gramm besser und waren, wenn auch die Umgebung anders aussah, die gleichen Schlacker! Zum Glück hatten die heutigen „Maulhelden“, die meinen wie doch die Jugend heute so verkommen sei, früher Eltern, die auf ihre „Sorgenkinder“ aufpassten und rechtzeitig eingriffen. (Hoffe jetzt nur, mich verrät keiner!)

Aber wie ging es denn am Freitag weiter? Um halb 12 in der Nacht klingelt das Handy meines Sohnes. Zum Glück schläft er nicht sooooo tief, das er davon aufwacht und dann ein Nachricht eines unbekannten Absenders lesen kann. Diese sagt, dass er sich mit seinen Kollegen am anderen morgen um halb 9 bei Jasmin treffen soll. Am anderen morgen sitzten wir am Frühstück und diskutieren darüber wie man sowas künftig besser machen könnte.

Dies könnte z.B. damit beginnen, dass man mit einem „tauglichen“ Handy aus dem Haus geht. Nun könnten wir noch weiter diskutieren, was denn „tauglich“ überhaupt heißt. Denn in diesem Alter kann man sogar Diskussionen vernehmen, wo man sich nicht so sicher ist, ob denn 1+1 auch wirklich immer und überall 2 ergibt! „Ja warst Du denn schon auf dem Mond, ganz unten im Marianengraben oder ganz oben auf dem Mount Everest und hast das überprüft … ?“ Aber mit solchen sinnigen Diskussionen beginnen wir lieber erst gar nicht …

„Also tauglich heisst für mich, der Akku ist geladen und ich habe ausreichend Load, um meine Eltern zu erreichen. Und wenn Du das vom Marianengraben oder vom Mond aus vorher prüfen willst, dann wünsche ich Dir eine gute Reise dahin …!“ Ja, Load ist natürlich immer ein Problem, der Akku hält meistens ein paar Stunden länger! „Wieso kriegst Du das mit dem Load nicht in den Griff!“ will ich wissen. Da habe ich mich darüber bei Smart informiert, wie man alle Klingeltöne, Bildschirmschoner und was-weiss-ich-für-Abos raushauen kann und 1 Woche später haben wir den gleichen Müll wieder.

Letzte Woche hatten wir erst das Problem, da willst Du den Burschen am vereinbarten Platz abholen, rufst vorher nochmal an und schon geht irgendeine „geile“ Musik ab. „Klingeln war früher, heute hörst Du geile Musik!“ Aha, was Technik nicht alles für Wunder parat hat. Aber nach einer Weile schaltet dann die Wundertechnik von der „geilen“ Musik auf eine langweilige Ansage um, die sagt „Teilnehmer out of order“ oder so ähnlich … Also früher fand ich besser, da hat nichts geklingelt, sondern da hörst Du gleich dass Dein gewünschter Teilnehmer nicht erreichbar ist. Aber das ist ja billig! Apropos „billig“, dass dieser ganze „Handy-Schnickschnack-Quatsch“ Geld kostet, versteht sich eigentlich von selbst. Dass es aber nun so viel Verwunderung auslöst, dass in kürzester Zeit kein Load mehr da ist, das finde ich wiederum verwunderlich …

(Fortsetzung folgt)

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