Juergen 2. Teil

Nach meinem Abgang von Juergens Haus brachte der naechste Tag eine dramatische Entwicklung. Juergen tauchte naemlich hinten an meinem Haus auf  (Die Haeuser standen ja „Ruecken an Ruecken“) und begann zu schreien, wobei er  uebelste Schimpfwoerter aller Art benutzte. Auf seine Kenntnisse von Schimpfwoertern koennte sogar ein Bierkutscher neidisch werden. Ich war stinksauer und als er bruellte, dass er mich „hie“ macht, riss bei mir der Faden und ich rannte los zu seinem Haus um ihm den „Garaus“ zu machen. Meine Frau und zwei Freunde, die auf Besuch da waren, hielten mich mit Gewalt zurueck. Ich war dermassen veraergert, dass ich ihn verpruegelt haette, wenn ich nicht zurueck gehalten worden waere. Spaeter sagte ich mir, was solls, der alte Saeufer hat eh kein Hirn mehr.

Apropos Saufen, Juergen wurde direkt von der Barauerei angefahren und bekam jeden Monat 40 Kisten Bier, die bei Neulieferung immer zu 90% verbraucht waren. Da kann man sich gut vorstellen, was da so alles die Gurgel ‚runter lief.

Dann aber tauchte wie erwaehnt ein alter Bekannter auf. Unser aller „Freund“ Otto fand seinen Weg zu Juergen und es dauerte nur wenige Tage, da waren ueber mich die uebelsten Geruechte im Umlauf. Otto erzaehlte dem Juergen die „tollsten Stories“ und dessen Freundin, eine ausgemachte alte Ratschn, verbreitete alles in Windeseile. Meine Frau hatte ganz schoen was zu tun unseren Ruf in der Nachbarschaft wieder herzustellen. Natuerlich hoerte die Geruechtemacherei trotz einige Mahnungen muendlich und schriftlich nicht auf, so dass wir uns am Ende an den Barangay Captain wandten, der Juergen vorlud. Dort behauptete er natuerlich: „Was, ich?“ und machte die unschuldigste Miene dazu. Aber es gab zu viele Zeugen und so versprach er schriftlich, dass er sich nie mehr ueber mich und uns aessern wuerde, denn natuerlich hatte er auch die tollsten Geschichten ueber meine Frau und Kinder verbreitet. Angeblich habe ihm alles der Otto erzaehlt.

So wie er aufgetaucht war verschwand der Otto auch wieder. Nachdem er bei einem Nachbarn ein Zimmer gemietet hatte fuer etwa drei Monate und nachdem er sich ohne zu zahlen empfohlen hatte, war der Nachbar ueber die Sauerei, die Otto hinterlassen hatte, so empoert, dass er mich holen liess um mir alles zu zeigen. Junge Junge, sah das vielleicht aus!

Juergen war auch ein Religionshasser und da er ziemlich kraenklich war, war er oefter im Krankenhaus, wo er dann immer das dort obligatorische Kreuz im Zimmer entfernen liess. Als die Verwaltung sich einmal weigerte das Kreuz zu entfernen, liess er es von seiner Freundin zu kleben.

Etwa vier Monate spaeter zog Juergen weg und wir waren zumindest von seiner Anwesenheit erloest.

Spaeter hoerte ich dann, dass er nach Malaybalay gezogen war und dort in der Naehe des Friedhofes lebte. Auch unser „Freund“ Otto lebte in Malaybalay und so konnten die beiden dort einen auf „Freundschaft“ machen. Otto war ja ein alter Schnorrer und Juergen versorgte ihn recht gut. Aber auch das sollte sich aendern, denn eines Tages bekam ich einen Anruf von Juergen der mit einer Entschuldigung an mich begann und mit Schimpftiraden gegen Otto endete. Anscheinend hatte Otto bei einer Meinungsverschiedenheit der beiden gegen Juergen Gewalt angewandt und ihn mit der Kruecke ‚vermoebelt“. Juergen war drei Tage im Krankenhaus und danach weinte er sich bei mir am Telefon aus.

Dem Ausweinen folgte eine Einladung, die ich aber nie wahr nahm. Juergen meldet sich manchmal – so etwa alle zwei Jahre – aber ich halte mich geflissentlich zurueck und habe kein Interesse mit dem alten Knaben zusammen zu treffen, zumal ein Teil seiner „Ansprache“ eh nur Hasstiraden gegen Otto sind.

 

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13 Comments
  • Anton
    Reply

    Hello Kai, zusammen bringen wir locker 50 Jahre Fernost auf die Waage. Lass‘ uns ein Buch schreiben, in etwa so wie „Hardship posting“. Davon gibt’s mehrere Baende, lache mir immer wieder einen Schenkel weg wenn ich darin lese.
    Es gruesst, diesmal aus der Hoehle im Untersberg zu Salzburg, Tony.

  • Grundler oder Balamban
    Reply

    Mann, warum gibts Du Dich immer mit kaputten Typen ab. Ich bin jetzt eineinhalb Jahre hier und habe solche Erlebnisse nicht. Ich halte mich von Menschen, die schon von Ihrem Auftreten her Trouble vermuten lassen, einfach fern.

    • Kai
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      Man weiss am Anfang meistens nicht, ob es Probleme geben koennte oder nicht. Leider!
      Ich bin seit 25 Jahren hier und da sammelt sich das eine oder andere an. Zudem bin ich aktiv und viel unterwegs gewesen und da trifft man eben Menschen und manchmal auch nicht so tolle.
      Allerdings ueberwiegen meine positiven Erfahrungen die negativen bei weitem.

  • Dieter Sokoll
    Reply

    Ich habe gerade versucht Dir zwei lange e-mails zu schicken, die wurden aber von deinem e-mail acc. nicht angenommen. Sag mal wo ich damit hinsoll oder hier posten, hehehe??

  • Kai
    Reply

    Wie schoen, dass ich nicht der einzige bin, den Juergen und Co genervt haben. Es geht uebrigens ein Geruecht um, demzufolge Joy ihren „Alten“ umgebracht haben soll! Ich kann mir das aber bei Joy nicht vorstellen.

  • Dieter Sokoll
    Reply

    Oh mein Gott, die Vergangenheit holt mich bei dieser Geschichte ein.
    Der Albert brachte mir den Jürgen irgendwann in den Jahren 2001 – 2005 (wird wohl gleich am Anfang gewesen sein) zu uns in die Capistrano Complex Subdivision angeschleppt.
    Richtig, gleich liess er Nazi-Sprüche ab und lästerte über seine Frau die „alte Kuh“. Nach kurzer Zeit habe ich Albert gesagt, er solle ihn wieder einpacken und nie wieder mitbringen.
    Als Jürgen nach Malaybalay zog hatte er auch „vergessen“ die Miete zu bezahlen und durch seine „Deutsche Schäferhundezucht“ im Haus, das Haus auch noch in einem katastrophalen Zustand verlassen.
    Ja, und die „Damilag-Gang“ kenne ich auch, aber mir sind die Namen mittlerweile entfallen. Einen durch einen Erwin (mittlerweile verstorben) und einen anderen, ich glaube der hiess Karl, durch einen Sigi aus Bulua und einen Horst (auch am Suff verstorben in CapCom) der wohnte vorher in Carmen im Golden Village (?) am städtischen Krankenhaus)
    Auch Albert ist an einem Karfreitag an einem Herzanfall gestorben als er sich mit seiner Frau auf offener Strasse um ein Videogerät zankte. Damals war Albert dabei sich von Joy zu trennen und auch nach Malaybalay zu ziehen. Er ist dann nach Bolonseri gezogen, das ist der öffentlich städtische Friedhof in Cagayan de Oro. Ich hatte noch vom NBI an dem Karfreitag eine Obduktion verlangt und der Arzt war begeistert und da er keinen Film mehr für seine Kamera hatte, wollte er mir eins Auswischen und hat mich als seinen Zeugen bei der Obduktion ernannt. Schön, das habe ich auch überstanden.
    Oh Mann!

  • Reply

    Genau das meinte ich. Weiterhin muesste Juergen 3 Tage im Krankenhaus gewesen sein, nicht Otto, diba? Ansonsten liebe ich diese stories. Ich habe auch schon viele schraege Voegel getroffen, aber Du noch viel mehr.

  • Rainer Imbach
    Reply

    Otto meldet sich manchmal……Hasstiraden gegen Otto sind.

    Weil er sich dann ja selbst beleidigen würde.
    Gruss Rainer

  • Reply

    Irgendwie hast Du jetzt am Ende Juergen und Otto verwechselt oder nicht? Ansonsten: Gott schuetze mich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind. Gruss Gommel

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