Kalaja Karst – South Cotabato

Dreimal bin ich bis jetzt im Kalaja Karst gewesen. Obwohl ich hier nun schon seit ueber acht Jahren lebe, habe ich von der Ecke erst im Oktober letzten Jahres gehoert. Es war bis dato auch unter den Einheimischen hier sehr unbekannt. Lediglich Bergsteigerclubs „verliefen“ sich gelegentlich in diese Ecke. Wenn man nach dem Kalaja Karstgebiet googelt, dann findet man ja nun wirklich nicht sehr viel. Ein paar Worte hi und da, die lediglich eine Kurzbeschreibung enthalten und Fotos findet man zwei. Es gibt einen Reisebericht mit Fotos im Philippinenforum Deutschland. Ein Mitglied dort hat auf meinen Rat hin das Karstgebiet besucht und einen Bericht darueber geschrieben. Leider laesst die Bildqualitaet der eingestellten Fotos etwas  zu wuenschen uebrig, was aber verstaendlich ist, wenn man die tiefen Kontraste in den Schluchten erlebt hat.

Beim Kalaja Karst handelt es sich um ein huegeliges Karstgebiet, das im Oberflaechenbereich total Trocken ist. Wasser sammelt sich nur in den Taelern, wo die kleinen Fluesse zum Teil tiefe Schluchten bilden. Die Huegel erinnern entfernt an die Chocolate Hills auf Bohol, zumindest in einigen Ecken. Es gibt zahlreiche Hoehlen, was wiederum fuer ein Karstgebiet typisch ist und man kann an den zahlreichen Loechern in den Hoehlen und Schluchten deutlich die alten Vorfluter erkennen. Verkarstete Huegel und Regenwaelder in den Taelern sind typisch fuer diese Gegend. Zahlreiche steile Felswaende laden Kletterer ein und stellen diese auf eine harte Probe. Die landschaftlichen Gegensaetze sind ganz besonders reizvoll.

Auch geschichtlich hat das Karstgebiet seine Bedeutung. Es ist das Stammesgebiet der B’laan (sprich Bla-an), die noch heute dort in urspruenglichen Verhaeltnissen leben. Die B’laan sind Nachbarn der T’boli (sprich Tiboli), die die Gegend um den Lake Sebu besiedelt haben. Sie sind bekannt fuer sehr schoene Messingarbeiten und mit Perlen verzierten Webereien.

Im zweiten Weltkrieg hielten sich japanische Soldaten nach Kriegsende dort versteckt. Insbesondere zwei Hoehle sind bekannt, da man dort auch „Ueberbleibsel“ der ehemaligen Besatzungsmacht gefunden hatte. Wenn man den Geschichten der „Alten“ glauben kann, dann ergaben sie sich erst 1949. Aber es ist ja ein Fall aus Lubang bekannt, wo sich ein Soldat erst 1972 ergeben hatte.

Wenn man zum Kalaja Karst will, muss man erst einmal mit dem Jeepney oder Habal Habal in das Dorf  Conel fahren. Dort sollte man nach dem Kagawad fragen, der die Besucher notiert und auch bei der Transportsuche behilflich ist. Es sind immerhin von Conel gute 12 Kilometer zu laufen. Man bekommt entweder seinen „Four – Wheel – Truck“, oder faehrt mit einem Motorrad. Es ist allerdings nicht immer einfach ein Motorrad zu finden. Die Strassen in den Karst sind anfaenglich Rough Road um dann spaeter eigentlich keine Strassen mehr zu sein. Nach einigen Kilometern gabelt sich die Strasse. Es geht entweder unten weiter, wo man dann etliche Kilometer im Flussbett faehrt, oder oben, da hat man eine einfach fantastische Aussicht ueber das Karstgebiet. Die obere Strasse ist allerdings extrem steil und selbst mein Ford muss im Gelaendegang hoch kriechen. Gefahren sind wir schon beide und fuer beide gilt: Allrad ist ein Muss! Aber bei beiden Strassen kommt man letztendlich am sogenannten „Campground“ an. Das ist allerdings nichts weiter als eine Art kleine Wiese. Fuehrer bekommt man entweder schon vom Kagawad, oder eben von den paar Haeusern hinter der naechsten Flussbiegung. (Etwa 300 Meter zu laufen)

Man wandert etwa 2 Kilometer im Flussbett flussaufwaerts und kommt dann an die ersten beiden kleinen Wasserfaelle. Hier endete mein erster Trip, da ich furchtbar muede war und zudem war es sehr heiss. Aber bereits auf diesem Stueck ist man stellenweise bereits in schoenen Schluchten. Bei meinem naechsten Trip machten wir es anders. Wir reisten am Nachmittag des Vortages an und uebernachteten im Zelt auf dem Campingplatz. Junge Junge, ich kann euch sagen; am naechsten Morgen fuehlte ich mich wie geraedert. Camping in meinem Alter ist wohl nicht das Wahre. Ausserdem bin ich es nicht gewoehnt morgens um halb sechs aufzustehen. Gegen sieben brachen wir auf und wanderten los. Was fuer ein Unterschied zum ersten mal. Es war wolkig und nicht heiss. In den Taelern und Schluchten weht fast kein Wind, auch wenn es auf den Hoehen blaest. Schnell kamen wir zu den ersten Wasserfaellen und hier kam das erste Hinderniss. Man muss naemlich einen Felsen hoch klettern. Der ist zwar nicht schwierig, aber es ist etwas rutschig und wenn man faellt, warten unten schoene Felsen. Anschliessend geht es ein Stueck am Rande des Flusses entlang. Immer wieder durchquert man den Fluss, laeuft im Flussbett und bekommt nasse Fuesse. Und ueberall sind Wasserfaelle. Sieben sollen es angeblich sein, aber ich kann euch versichern, es sind mehr. Und bei den meisten Faellen haben sich Pools gebildet, die zum Schwimmen und Baden einladen, was bei der Hitze natuerlich angenehm ist, da das Wasser keine tropischen 28 Grad hat. Das naechste „Highlight“ ist ein Doppelwasserfall, der rechts und links einen riesigen Felsblock herunterfaellt. Das ist dann schon sehr beeindruckend. Weiter oben kommt ein Wasserfall, der in einen natuerlichen Felsenpool so richtig mit Rand faellt. Hier plantschten wir fuer eine Weile und ruhten uns aus.

Hier kommt nun das einzige „Zugestanednis an Infrastruktur“, denn es gibt eine Eisenleiter, auf der man den Felsen hochklettern kann. Weiter oben gibt es weitere Wasserfaelle und nach dem letzten Fall kommt man zur groessten Hoehle. Aber wir waren nicht ausgeruestet, diese Hoehle naeher zu „erforschen“. Aber in dieser sowie einigen anderen Hoehlen findet man auch heute noch japanische „Artifakte“. Unter anderem wurde ein Samuraischwert ausgegraben. Nach der Hoehle geht es noch weiter, aber da sind wir nicht gewesen, denn dafuer muesste man dort oben wohl uebernachten.

Der Rueckweg am Nachmittag erschien uns einfacher im Vergleich zum Anmarsch.

Es ist eine anstrengende Tour, aber es lohnt sich. Die Vielfalt der Landschaft und Szenerien ist einfach begeistert. Selten kann man auf so engem Raum so viele verschiedene Landschaftstypen entdecken.

Zu den Fotos: Hier klicken

Share This Post
Related Posts
Pandan und Sablayan – Mindoro
Ocean Adventure
Minny 4. Teil

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>