Madge 2. Teil

Madge kommt an. Ein kurzes Hallo, irgendwie war sie in der Vergangenheit lustiger, fällt mir so auf. War es weil wir sie in der KTV-Bar ihres Vaters trafen? Nee, Madge ist alles, nur kein Kind von Traurigkeit! Das glaube ich nicht! Ob ich was trinken will. Gut ich trinke ein Bier. 40 Pesos. Lassen die mich jetzt zahlen? Klar, ein Bier und alle anderen Getränke auch. Wir wollten ja was essen, werden uns aber in dieser inzwischen doch recht merkwürdigen Umgebung und komischen Stimmung nicht so richtig einig. Doch, wir werden uns einig, dass wir nämlich unser Vorhaben auf nächsten Sonntag vertagen und fahren nach Hause.

Nun am nächsten Sonntag besuchen wir Madge in ihrem neu gebauten Haus, das sie uns stolz präsentiert. Die Zimmer sind für unsere Verhältnisse zwar extrem klein, aber was solls. Nur warum ist das ganze Haus leer, ausser der Küche? Sie erzählt meiner Frau, dass ein Nachbar ihren Mann verpfiffen hätte und er von der Polizei hier festgenommen wurde. Seitdem bleibt keiner mehr hier über Nacht.

Apropos Madges Mann: entweder hatte der an diesem Tag Freigang, hat sich aus dem Knast gekauft oder wurde frei gesprochen. Was wirklich los war weiss ich nicht und Madges Version will ich hier erst gar nicht aufschreiben, denn die glaube ich ja selbst nicht. Aber er war da, unübersehbar! Von der Figur her ein Exemplar für eine Basketball-Mannschaft. Was ein muskelbepackter Riese!

Und Madge? Ein Beispiel einer treuliebenden Ehefrau. Keine vorlauten Witze, kein Schenkelklopfen, kein Schulterklopfen bei anderen Männern, nichts. „Oder hat die vielleicht noch eine Schwester?“ frage ich meine Frau. Ein müdes Lächeln … Das war also der Grund für Madges kürzlichen Charakterwechsel! Immer wenn sie unter Beobachtung ihrer Familie stand, war sie die „brave Madge“. Sobald sie diese Umgebung hinter sich hat, dreht sie auf …

Wir essen zusammen. Einen Tiefseefisch gibt es zu unserer Ehre. Hab ich noch nie gegessen. Der schmeckt aber super! Braunes Fleisch hat der und Zähne eines Raubfisches. Ich krieg mich kaum mehr ein, vor Begeisterung. Das war jedefalls ein gelungenes Essen!

Nach dem Essen fragt Madge, ob wir schon mal den Leuchtturm von Liloan gesehen haben. Da wir den nicht kennen, fahren wir gemeinsam da hin. Wir parken und laufen los. Der Turm steht in einem „Naturschutzgebiet“, durch das wir eine Wanderung machen. Wir laufen vor ans Meer und sehen die Böschung nach unten, wo das Meer an die Felsen donnert. Ein Naturschauspiel. Den Turm selbst finde ich persönlich nun zwar nicht so sensationell, aber die Landschaft hier ist wirklich schön. Leider beginnt es zu regnen und wir müssen noch den ganzen Weg zurück laufen. So verabschieden wir uns von Madge und ihrer Familie, bedanken uns für das tolle Essen und den netten Ausflug und fahren wieder zurück nach Cebu City.

Ein paar Tage später klingelt das Telefon. Madge ist dran. Sie fragt meine Frau, relativ schnell, ob sie ihr 20.000 Pesos leihen kann, denn ein Nachbar hätte seine ganze Wohnung aufgelöst und alles zum Verkauf bei ihr eingestellt. Sie müsse ihm nur noch die 20.000 geben. „Madge, wir können nichts verleihen, …“ aber meine Frau kann den Satz nicht zu Ende bringen. Madge meint, das sei kein Problem, denn sie würde uns dann gleich den Scheck unseres Vermieters geben (mit dem sie ja Geschäfte macht und sie regelmässig bezahlt), den wir dann im nächsten Monat einlösen könnten. „Madge, wirklich notwendig ist der Kauf ja eigentlich nicht für Dich …“ will meine Frau ergänzen, als sie wieder unterbrochen wird. Also wenn wir schon nicht ihr das Geld leihen wollten, dann sollten wir doch die einmalige Gelegenheit nutzen und das Zeug kaufen. Denn da ist ein Motorrad dabei, Möbel, usw. Spätestens jetzt beginnt die Geschichte dubios zu werden! Meine Frau sagt dann noch „Madge, bitte belasse es dabei. Wir haben kein Interesse an Motorrädern oder Möbel. Auch haben wir kein Geld, um es verleihen zu können.“ Ende? Noch nicht. Madge hat den Schlußsatz: „Komisch ist aber, wenn ihr soviel Geld fürs Condo bezahlt, noch nicht mal 20.000 fürs Motorrad übrig habt!“

Mein Frau meint, hätte der Guard gesagt wir zahlen 100.000 dann hätte sie heute wohl noch mehr angefragt. Wir denken da wollte jemand irgendwelche Hehlerware loswerden oder andere krumme Geschäfte drehen. Wirklich herausfinden werden wir es nicht, denn der obige Satz war auch gleichzeitig der letzte, den wir von Madge hörten. Die andere Seite ist: bei manchen Dingen will ich gar nicht weiter recherchieren …

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